Nach dem Stromausfall in Berlin wird die Authentizität des Bekennerschreibens der „Vulkangruppe“ zunehmend hinterfragt – war der Anschlag Teil einer hybriden Kriegsführung Russlands?
Berlin – Vier Tage nach dem verheerenden Stromausfall im Berliner Südwesten ringt die Hauptstadt weiter mit den Folgen des mutmaßlichen Anschlags. Während noch immer 25.500 Haushalte ohne Strom sind, macht Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) den Betroffenen neue Versprechungen. Nach heftiger Kritik kündigte er am Montag an, die Hotelkosten für stromlose Berliner vollständig zu übernehmen.
Ursprünglich sollten die Betroffenen einen vergünstigten Tarif von 70 Euro pro Nacht selbst zahlen. Doch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, der Wegner bei der Wahl im September herausfordert, übte scharfe Kritik: „Warum bietet Kai Wegner den Menschen, die am meisten leiden, kein Hotel an?“ Krach verwies darauf, dass Menschen mit geringem Einkommen in dieser Notsituation mehr Unterstützung benötigten.
Zweifel an der Echtheit des angeblich linksextremen Bekennerschreibens
Während die Berliner Polizei das Bekennerschreiben der sogenannten „Vulkangruppe“ als authentisch einstuft, mehren sich die Zweifel an dessen Echtheit. Nach Informationen der taz zeigt das Schreiben „Auffälligkeiten“, die Verfassungsschutzbehörden weiter prüfen.
Besonders brisant: Das Bekennerschreiben kam laut Eigenauskunft zuerst bei vier Medien an, darunter die taz – dort ist es jedoch über die üblichen Kanäle nie angekommen. Zudem können auf den genutzten linken Plattformen beliebige Personen Texte veröffentlichen.
Anschlag in Berlin: Teil einer hybriden Kriegsführung Russlands?
„Manche Formulierungen wirken, als stammten sie von einer KI oder aus einer kyrillischen Übersetzung“, heißt es in dem taz-Bericht. So wird dort aus dem US-amerikanischen Vizepräsidenten Vance ein „Vans“, was auch der kyrillischen Übersetzung entspräche. Auch die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wird falsch „Giffay“ geschrieben. In sozialen Medien wurde sogar spekuliert, ob der Anschlag Teil einer hybriden Kriegsführung Russlands sein könnte.
Auch die Bundesregierung zeigt sich vorsichtig: Aus ihrer Sicht ist die Authentizität des Bekennerschreibens „noch nicht abschließend geklärt“, wie die Tagesschau berichtet. Dies steht im Kontrast zu den eindeutigen Aussagen von Wegner und Innensenatorin Iris Spranger (SPD), die von „Linksterrorismus“ sprechen und die Täter als „offenkundig Linksextremisten“ bezeichnen.
Millionenschäden nach Stromausfall in Berlin und politische Konsequenzen
Der Stromausfall, der durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal ausgelöst wurde, hat massive wirtschaftliche Auswirkungen. Die Reparaturen sollen bis Donnerstag (8. Januar) andauern, wobei das Problem durch die Notwendigkeit erschwert wird, zwei verschiedene Kabeltechnologien miteinander zu verbinden.
Wegner kündigte an, den „Druck auf diese linke Szene deutlich zu erhöhen“ und prüfen zu lassen, wie der Schutz kritischer Infrastruktur verbessert werden kann. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, auch die Bundesanwaltschaft prüfte laut taz-Informationen eine Übernahme des Falls. (Quellen: dpa, taz, Tagesschau) (sot)