Seit Monaten diskutiert der Gemeinderat Allershausen über eine Ferienbetreuung. Jetzt gibt es ein Angebot – und das verstärkt aufgrund des Preises die Diskussion.
Allershausen – Vor den Weihnachtsferien bekamen die Mittagsbetreuung-Eltern in Allershausen offizielle Post der Gemeinde. Darin wurde das erste Angebot einer Ferienbetreuung formuliert. An Ostern und Pfingsten wird eine Betreuung für die erste Ferienwoche angeboten. Mit einem Feiertag werden die Kinder an vier Werktagen von 8 bis 14 Uhr betreut. Das alles zusammen kostet die Eltern 100 Euro, also 25 Euro pro Tag. In dem Tarif für die Betreuung in den Mittagsbetreuungscontainern an der Schule enthalten sind unter anderem ein Butterbrot, Obst und Wasser. Bis zum 8. Februar sollen sich interessierte Eltern anmelden.
Bei denen kam das neue Angebot aber nicht wirklich gut an. Der im Elternbeirat engagierte Sebastian Spindler hat selbst ein Kind in der Mittagsbetreuung und ist ob des Preises doch arg überrascht: „Wir zahlen in der Mittagsbetreuung 77 Euro im Monat. Da sind 100 Euro für vier Tage schon ein sehr kritischer Preis.“
Bürgermeister Martin Vaas erklärte trotz seines aktuellen Urlaubs, dass das Preisangebot an den gemeinsamen Schulverband der Kommunen Schweitenkirchen und Paunzhausen angelehnt worden sei. Für Vaas hat das einen zusätzlichen Vorteil: „Wenn wir nicht genug Anmeldungen für eine Betreuung in Allershausen haben, dann können die Kinder in Paunzhausen mitbetreut werden“, betonte er.
Im Gemeinderat hatten 3. Bürgermeister Sepp Lerchl und Bianca Kellner-Zotz (Vorsitzende des Arbeitskreises Kinderbetreuung) mehrfach die Schaffung einer Ferienbetreuung gefordert. Das aktuelle Angebot aus dem Rathaus verwundert Kellner-Zotz: „Der Schulverband Schweitenkirchen-Paunzhausen hat einen Betreiber, und wir machen es mit eigenem Personal. Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.“
Ein anderes Thema ist die derzeit noch komplett offene Frage nach einer Betreuung in den Sommerferien. In diesen Wochen wäre dem Vater Sebastian Spindler eine Unterstützung wichtiger: „Die kleineren Ferien Ostern und Pfingsten kriegt man mit Großeltern oder Freunden immer besser organisiert. Im Sommer brauchen manche Familien die Betreuung.“
Er macht deutlich, dass man sich im Elternbeirat demnächst beraten werde. Er hätte sich vor dem Schreiben der Gemeinde gewünscht, dass bei allen Familien mit Schulkindern eine Bedarfserhebung erfolgt. Eine solche Umfrage gab es allerdings nicht, und stattdessen erwartet sich Bürgermeister Martin Vaas mit den beiden Betreuungswochen an Ostern und Pfingsten konkrete Erkenntnisse über den Bedarf. Dazu kommt noch die Frage, ob angesichts der Großbaustelle in der Schule für den Kellerumbau eine Ferienbetreuung überhaupt möglich ist. Die Gemeinde wird alle lärmintensiven Arbeiten in die Ferienzeit legen.