Die Seniorchefin des Busunternehmens Scharf wurde in Maria Thalheim beigesetzt. Sie hatte das Familienunternehmen jahrzehntelang mitgeprägt.
Sie war weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt und beliebt, wurde jetzt von einer großen Trauergemeinde in Maria Thalheim auf ihrem letzten Weg begleitet: Rosa Scharf starb einen Monat nach ihrem 81. Geburtstag, hatte lange gegen eine schwere Krankheit angekämpft, bis aber zuletzt, trotz viel Optimismus, Fleiß und Ausdauer im Leben, ihre Kräfte geschwunden waren.
Weihnachten im Kreis der Familie gefeiert
Noch an Weihnachten hatte sie mit ihrem Mann Hans (84), mit ihren Kindern Hannes (59), Ulrike (58) sowie den Zwillingen Martin und Andreas (56), mit Familien, ihren zehn Enkeln und einem Urenkel das Fest gefeiert, bis zuletzt hatte sie mit ihrer Lebensfreude und Humor alle angesteckt. Schon früher weilte sie gerne im Kreis ihrer Familie, war mit Kindern und Enkeln sogar auf hoher See unterwegs, liebte die gemeinsamen Schiffsreisen.
„Geboren wurde unsere Mutter im einstigen Krankenhaus St. Paul in Erding, als jüngste Tochter von insgesamt sechs Kindern der Eheleute Anna und Josef Bitzer, die in Tittenkofen eine kleine Landwirtschaft betrieben hatten“, erzählen ihre Kinder. Der „Schneck von Dinghof“, wie die Verstorbene wegen ihrer blonden, lockigen Haare genannt wurde, ging zu Fuß, bei Wind und Wetter in die Schule nach Reichenkirchen, „selbst bei fast kniehohem Schnee“. Im Alter von 16 begann sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau in Erding, wechselte dort später zu einer Firma für Schreibwaren.
In ihrer Jugend war sie wohl gerne mit ihrem ältesten Bruder Sepp zusammen, dessen Motorrad sie auch dazu nutzte, um aufs Feld hinauszufahren und Kartoffeln zu holen. Er war es auch, der ihr einst auf ziemlich brüske Art das Schwimmen beigebracht hatte. Sie war von ihm einfach in einen Weiher geschubst worden, mit den Worten „jetzt schwimm raus“. Diese harte Erfahrung hat ihr aber wohl geholfen, auch spätere Herausforderungen schnell zu bewältigen.
Gerne, so ist überliefert, war sie mit ihren Freunden unterwegs, ging auch mal ins Wirtshaus und zum Tanzen, lernte so beim Ausgehen im Bräustüberl Grünbach dann ihren späteren Mann Hans kennen und lieben – der hatte bei seinen täglichen Milchtransporten schon seit längerem ein Auge auf sie geworfen. Viele Jahre später sollte sie mit ihm noch einige schöne Reisen erleben, selbst mit dem Flugzeug in ferne Länder, besonders liebte sie angeblich die italienische Insel Sardinien.
Mit 22 Jahren hatte sie ihn am Wallfahrtsort Altötting geheiratet, bald schon kamen ihre vier Kinder zur Welt. 1972 waren bei einem tragischen Flugzeugabsturz auf Teneriffa die bisherigen Inhaber des Busunternehmens Scharf ums Leben gekommen. Dies sollte auch für Rosa Scharf entscheidende Veränderungen mit sich bringen, denn kurze Zeit später teilte ihr Mann mit, dass er diese Firma übernehmen wolle. Damit hatte sie ganz plötzlich, neben vier Kindern und dem privaten Haushalt, nun auch noch viele Aufgaben im gemeinsamen Geschäft zu stemmen.
Endlose Geduld und sehr viel Kraft
„Damals“, so erinnert sich die Familie, „spielte sich alles noch bei uns im Esszimmer ab: jedes Telefonat, Buchhaltung und Disposition, bis hin zu fast täglichen Kundenbesuchen“. Und trotzdem blieb die Verstorbene stets eine freundliche Gastgeberin, der verlässliche Mittelpunkt der Familie, der mit offensichtlich endloser Geduld und scheinbar endloser Kraft die Geschicke des Lebens bravourös meisterte. Mit ihrem Tod hinterlässt sie somit nicht nur eine große Lücke in ihrem Familienumfeld, sondern weit darüber hinaus, sie fehlt doch vielen.