Insider enthüllt: Maduros bizarre Tanzeinlagen provozierten Trump-Team zu Venezuela-Invasion

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Nicolás Maduro hat Drohungen der US-Regierung regelmäßig mit Tanzeinlagen verspottet. Laut Insidern soll die bizarre Show Auslöser für die Militäraktion gewesen sein.

Washington, D.C./Caracas – Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro markiert das dramatische Ende monatelanger diplomatischer Spannungen zwischen Washington und Caracas. Ein Elite-Team der US-Streitkräfte entführte am Samstag in den frühen Morgenstunden in der venezolanischen Hauptstadt Maduro und brachte ihn zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores nach New York, wo beiden Anklagen wegen Drogenhandels drohen.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gibt eine Tanzeinlage zum Besten.
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gibt eine Tanzeinlage zum Besten. © IMAGO/Pedro Mattey/Anadolu Agency

Erst Ende Dezember soll Maduro ein Ultimatum von US-Präsident Donald Trump abgelehnt haben, sein Amt niederzulegen und ins Exil in die Türkei zu gehen, wie die New York Times unter Berufung auf Insider berichtet. Stattdessen setzte der venezolanische Staatschef seine provokanten öffentlichen Auftritte fort. Noch diese Woche tanzte er im Staatsfernsehen zu elektronischen Beats, während seine aufgezeichnete Stimme im Takt auf Englisch wiederholte: „Kein verrückter Krieg.“

Auslöser für Entführung Maduros: Bizarre Tanzeinlagen des venezolanischen Präsidenten

Das Team um Donald Trump interpretierte die Tanzeinlagen des venezolanischen Präsidenten nach einem Bericht der New York Times wohl als direkte Verhöhnung ihrer Drohungen. Zwei mit den Gesprächen vertraute Personen erklärten, Maduros regelmäßige Tanzeinlagen und seine scheinbare Gleichgültigkeit hätten einige Mitglieder der Trump-Administration davon überzeugt, dass der venezolanische Präsident sie verspotte und einen vermeintlichen Bluff der US-Regierung aufdecken wolle. Auch deshalb soll Trump letztlich das grüne Licht für die Entführung Maduros gegeben haben.

Nachfolgerin des venezolanischen Präsidenten ist nun Maduro-Verbündete Delcy Rodríguez. Venezolanische Vermittler konnten die Trump-Regierung davon überzeugen, dass Rodríguez künftige amerikanische Energieinvestitionen in Venezuela schützen und fördern würde, berichtet die New York Times weiter. Ein hochrangiger US-Beamter äußerte sich optimistisch über die Zusammenarbeit: „Ich verfolge ihre Laufbahn schon lange, daher habe ich eine Vorstellung davon, wer sie ist und wofür sie steht.“ Weiter sagte der US-Beamte: „(…) Sie ist sicherlich jemand, mit dem wir auf einer viel professionelleren Ebene arbeiten können, als wir es mit ihm (Maduro, Anm. d. Red.) konnten.“

Die Frage nach der praktischen Verwaltung des südamerikanischen Landes bleibt. Nach der erfolgreichen Militäroperation in Caracas verkündete Trump, die Vereinigten Staaten würden Venezuela jetzt „führen“. US-Außenminister Marco Rubio versicherte gegenüber ABC News: „Was wir ‚führen‘, ist die Richtung, in die sich das entwickeln wird.“ Die USA würden auch weiterhin Druck durch Beschränkungen des venezolanischen Ölhandels ausüben.

Konkrete Pläne der US-Regierung nach Einsatz in Venezuela unklar

Wie die US-Regierung vorhat, ihren Einfluss in Venezuela umzusetzen, bleibt unklar. Trump erwähnte am Samstag eine Arbeitsgruppe hochrangiger Berater für Venezuelas Zukunft, doch deren Rollen und Verantwortlichkeiten sind noch nicht definiert. Rubio konzentriert sich zwar persönlich auf Venezuela, doch sein umfangreiches Arbeitspensum sowohl als Außenminister als auch als nationaler Sicherheitsberater Trumps lässt wohl wenig Zeit für die tägliche Politiksteuerung in dem lateinamerikanischen Land.

Trump könnte zum Verhängnis werden, dass er seit seiner Amtseinführung viele Außenpolitik-Berater im Weißen Haus stetig abgebaut hat, wie die Washington Post schreibt. Der US-Präsident hat nunmehr einen kleinen Zirkel von vertrauten Personen und Geschäftsleuten, die ihn beraten und die Außenpolitik unter seiner Anweisung ausführen.

Auch die Venezolaner wissen aktuell nicht, wer sie regiert. In den Straßen der Hauptstadt Caracas patrouilliert die regierungsnahe paramilitärische Gruppe „Colectivos“. „Es herrscht große Verwirrung“, erklärte ein Colectivos-Mitglied dem US-Medium The Atlantic. „Die Regierung hat ihre Anhänger auf die Straße gerufen, aber niemand – außer den Colectivos – ist diesem Aufruf gefolgt.“ (Quellen: New York Times/Washington Post/NBC News/The Atlantic) (sischr)