In manchen Städten überdachen Hunderte von roten, gelben und blauen Schirmen Häuser und Straßen. In Deutschland gab es etwa in Rheinland-Pfalz eine „Regenschirmgasse“.
Mainz – Bunte Schirme spannen sich über Gassen und Straßen und verwandeln sie in Foto-Hotspots. Die Idee stammt aus dem portugiesischen Águeda, wo im Jahr 2012 das erste „Umbrella Sky Project“ entstand, um Straßen aufzuhübschen. Das Motto lautete: „Coloring Life“. Graue Ecken sollten farbig werden, Touristen anlocken und sie zum Lächeln bringen. Von Portugal aus eroberte das Konzept die Welt – Städte in Norwegen, Japan oder den USA griffen die Idee auf und bauten ihre eigenen Varianten. So bekam auch die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz, die auch so einige andere Sehenswürdigkeiten bietet, ihre Version.
Mainzer Himmel voller Schirme
In der dortigen Altstadt hingen 2023 rund 350 bunte Schirme über der kleinen Rotekopfgasse. Den „Umbrella Sky“ hierhergebracht hatten die beiden Mainzer Steffen Pauls und Axel Efferth. Die Idee, sich einen farbenprächtigen Himmel zu bauen, entstand, weil einer der beiden Geschäftsleute dank bevorstehenden Corona-Lockdowns einer düsteren Zeit entgegensah – so heißt es auf der Webseite des Projekts. Besucher knipsten Selfies in Mainz und teilten sie auf Social Media, bis die geplante Laufzeit des „Umbrella Sky“ im Herbst 2023 endete.
Pauls und Efferth versteigerten die Schirme und spendeten das Geld an die Tafel e.V. und das Mädchenhaus e.V. Eine Neuauflage gibt es vorerst nicht: Die Mainzer Rotekopfgasse bleibt wegen des Gutenbergmuseum-Neubaus jahrelang gesperrt.
Ein Instagram-Star im Schweizer Hinterhof
Während Mainz pausiert, hängen in Zürich-West unweit des bekannten Freitag-Towers dauerhaft lila, pinke und gelbe, blaue, grüne und gemusterte Regenschirme. Ihre genaue Anzahl soll zwischen dutzenden und mehreren Hundert Exemplaren schwanken. Die in einer namenlosen Hofeinfahrt gut versteckte Installation ist inzwischen dank Instagram weltberühmt. Sie schwebt an der Geroldstraße 5 über dem italienischen Restaurant „Gerold Chuchi“. Dort werden tagsüber mediterrane Gerichte mit regionalen Einflüssen serviert und abends öffnet einer der etabliertesten Elektronik-Tanzläden der Stadt, der „Hive Club“, seine Türen.
(Quellen: www.umbrella-sky-mainz.de, www.zuerich-west.org, eigene Recherche.)