Russischer Hardliner eskaliert: Medwedew fantasiert über „Entführung des Neonazis Merz“

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Der frühere Kremlchef Medwedew hält eine Entführung von Kanzler Merz ähnlich wie die Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Maduro für realistisch.

Moskau/Berlin – Dmitri Medwedew, einst als moderater Reformer gehandelt, ist längst zum schärfsten Rhetorik-Krieger des Kremls mutiert. Der ehemalige russische Präsident, der sich seit seinem Ausscheiden aus dem höchsten Staatsamt 2012 kontinuierlich radikalisiert hat, erreichte nun einen neuen Tiefpunkt seiner Anti-West-Kampagne. „Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein“, sagte der aktuelle Vizevorsitzende des nationalen Sicherheitsrats mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz.

Kreml-Hardliner Medwedew fantasiert offen über eine Entführung von Friedrich Merz. © IMAGO / ZUMA Press + dpa | Hendrik Schmidt

Die beispiellose Drohung erfolgte vor dem Hintergrund der jüngsten US-Militäroperation in Venezuela, bei der amerikanische Eliteeinheiten Staatschef Nicolás Maduro festnahmen – ein Vorgehen, das Medwedew nun als Blaupause für ähnliche Aktionen gegen westliche Politiker propagiert.

Nach Maduro-Festnahme in Venezuela: Medwedew droht Merz

Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS kam es jetzt zu Medwedews drastischen Äußerungen über mögliche Entführungsaktionen gegen westliche Politiker. Das Szenario einer Entführung von Kanzler Merz bezeichnete der ehemalige Kremlchef als durchaus realistisch. „Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden“, so Medwedew.

Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund der US-Operation „Absolute Entschlossenheit“, bei der amerikanische Eliteeinheiten den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores festnahmen und außer Landes brachten. Maduro befindet sich inzwischen in einer Haftanstalt in New York, wo er sich wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie „Verschwörung zum Kokainimport“ vor Gericht verantworten muss.

Medwedew, der sich in den vergangenen Jahren als Scharfmacher gegen den Westen etabliert hat, kritisierte die europäischen Reaktionen auf die Venezuela-Krise scharf. Die Behauptung, Maduro sei ein illegitimer Präsident, halte keiner Kritik stand und zeige einen „doppelten Standard“ Europas auf.

Russlands Medwedew reagiert auf US-Schlag in Venezuela – Selenskyj und Merz im Visier

Besondere Brisanz erhielten seine Aussagen durch den Verweis auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es sei „sicherlich besser, sich nicht zu entspannen“, da dessen Amtszeit längst abgelaufen sei. Selenskyj bleibt jedoch aufgrund der ukrainischen Verfassung zu Kriegszeiten rechtmäßig im Amt. Bereits vor Medwedew hatte sich das russische Außenministerium anlässlich des US-Schlags geäußert. Man fordere die amerikanische Führung auf, ihre Position zu überdenken und den „rechtmäßig gewählten Präsidenten eines souveränen Landes und seine Ehefrau“ freizulassen, hieß es in einer Erklärung.

Außenminister Sergej Lawrow telefonierte laut seiner Behörde auch mit Vizepräsidentin Delcy Rodríguez und sicherte ihr Russlands Solidarität zu. Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte Maduro im Dezember noch angesichts wachsender Spannungen mit den USA seine Unterstützung zugesichert. Russland hat eine strategische Partnerschaft mit Venezuela, die zwar keinen militärischen Beistand garantiert – wohl aber etwa Waffenlieferungen beinhaltet. (Quellen: dpa, afp) (fbu)

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