Nach 35 Jahren steht Stadthalle erstmals genehmigt da

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Grafings Bürgermeister Christian Bauer (re.) und seine Frau Andrea begrüßen Peter Landerer von der Stadtkapelle Grafing. © Stefan Rossmann

Beim Neujahrsempfang in Grafing blickt Christian Bauer auf sechs Jahre zurück. Die Stadthalle steht erstmals seit 35 Jahren genehmigt da.

Grafing – „Austausch ist wichtig. Das ist immer ein schönes Ereignis“, freute sich Bürgermeister Christian Bauer am Sonntag, 4. Januar, in der Grafinger Stadthalle über die vielen Besucher des Neujahrsempfangs. „Sehen und gesehen werden“ war wohl eines der Motive für den zahlreichen Besuch. Schließlich sind im März Kommunalwahlen. Und auch der Rathauschef selbst nutzte die Gelegenheit, um am Ende der auslaufenden Legislatur nicht nur das abgelaufene Jahr, sondern die sechsjährige Periode noch einmal zu rekapitulieren. Da gab es an zahlreichen Stellen Applaus, denn die Grafinger haben allesamt einiges erreicht – und dazu hätten alle einen Beitrag geleistet, wie Bauer mehrfach betonte.

Scherz beinhaltet bittere Wahrheit

Los ging es mit einem Scherz, der eigentlich eine bittere Wahrheit beinhaltet. „Wir stehen hier in der Stadthalle, die zum ersten Mal seit 35 Jahren in einem genehmigten Zustand dasteht“, freute sich Bauer. Der Weg zu einem qualifizierten Brandschutz war dagegen steinig und teuer. Jetzt ist das Gebäude wieder Schauplatz zahlreicher, vorwiegend kultureller Veranstaltungen – oder eben des Neujahrsempfangs. Bauer nannte noch andere erreichte Meilensteine, die das Leben in Grafing angenehm und lebenswert machen. Es erwähnte unter anderem die kulturellen Veranstaltungen und Konzerte oder aktuell den Christkindlmarkt, wo sich die Grafinger am Marktplatz gerne treffen. „Viele Leute und auch ich leben gerne in Grafing“, bekannte der Rathauschef. Dass in der Stadt unter der Woche etwa 1200 Kinder am Nachmittag in qualifizierten Einrichtungen betreut werden, erleichtert es den berufstätigen Eltern.

Dabei ist die Kindertagesstätte am Stadion billiger geworden, als es die Kostenberechnungen vorausgesagt hatten. Solche Erfolge machte Bauer auch an der Arbeit der Verwaltung fest. Er sei stolz auf seine Mitarbeiter und auch auf die Arbeit der Architekten, so Bauer. Als weitere Erfolge nannte er die Inbetriebnahme des Jugendcafés Chaxter, das täglich von bis zu 50 Jugendlichen besucht wird, und den sozialen Wohnungsbau in der Kranzhornstraße oder am Aiblinger Anger, wo insgesamt 100 neue Wohnungen zum Teil mit sozialer Bindung entstehen werden. Das sei das größte Projekt dieser Art, „das die Stadt Grafing jemals durchgezogen hat“. Auch die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus am Seniorenheim nannte Bauer in diesem Zusammenhang. „Das ist ein richtiges Erfolgsprojekt geworden.“

Stadt investiert laufend in Infrastruktur

Dass die Stadt laufend in die Infrastruktur investiert, ließ sich 2025 an den vielen Baustellen und Straßensperrungen ablesen. Einige Gehwege wurden barrierefrei, die Asphaltdecke der Schloßstraße wurde erneuert und zahlreiche Wasserleitungen mussten repariert werden. Bis 2029 sollen jetzt alle Bahnübergänge in der Stadt erneuert werden, die Behinderungen werden also noch eine Zeit lang andauern. Dafür kommt die Stadt mit ihren Plänen im Zentrum langsam voran, wenngleich Bauer zu hohe Erwartungen dämpfte. Die Grafinger Mitte werde nie ganz autofrei werden, aber „am Ende steht die Erhöhung der Aufenthaltsqualität am Marktplatz“. Die Geschäftsleute werden das vermutlich gerne hören. „Das ist wichtig für den Einzelhandel“, räumte Bürgermeister Bauer selbst ein.