„Absehbar tausende Todesopfer“: Ex-CDU-Ministerin nach Stromnetz-Anschlag in Berlin in Aufruhr

  1. Startseite
  2. Politik

Kommentare

Ein linksextremer Anschlag auf das Kraftwerk Lichterfelde bringt ganze Stadtteile zum Erliegen. Die Polizei stuft das Bekennerschreiben als echt ein.

Berlin – Eiseskälte, kein Strom, keine Heizung – seit Samstagmorgen erleben 45.000 Berliner Haushalte im Südwesten der Hauptstadt durch einen Stromausfall einen Albtraum. Während die Menschen in Zehlendorf, Wannsee, Nikolassee und Lichterfelde bei Minusgraden ausharren müssen, schlägt Ex-Familienministerin Kristina Schröder (CDU) Alarm.

In einigen Stadtvierteln Berlins herrscht durch den Stromausfall großer Andrang auf funktionierende Steckdosen.
In einigen Stadtvierteln Berlins herrscht durch den Stromausfall großer Andrang auf funktionierende Steckdosen. ©  IMAGO / Matthias Koch

„35.000 Haushalte fünf Tage ohne Strom bedeuten absehbar Hunderte bis Tausende Todesopfer!“, warnte Schröder auf X und forderte sofortiges Handeln der Berliner Behörden. Die CDU-Politikerin bezog sich dabei auf eine frühere Schätzung – tatsächlich sind sogar 45.000 Haushalte betroffen. Sie verlangt, dass spätestens am Sonntag an jeder Wohnungstür geklingelt wird, um nach hilfsbedürftigen Menschen zu suchen. Falls nicht genug Personal vorhanden sei, müsse die Bundeswehr angefordert werden.

Anschlag legt Stromnetz in Berlin lahm – Bekennerschreiben als authentisch bestätigt

Die Krise begann am Samstagmorgen, als eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Brand geriet. Die Flammen griffen auf die Stromkabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde über. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bestätigte, dass die Brücke „mit Brandsätzen versehen worden“ war.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) machte „offenkundig Linksextreme“ als Täter verantwortlich. Ein Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“ mit der zynischen Überschrift „Den Herrschenden den Saft abdrehen“ ging bei der Polizei ein. Das gesamte Schreiben veröffentlichte etwa die Berliner Zeitung. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag die Echtheit des Schreibens: „Das ist ein menschenverachtender Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet.“

Stromausfall in Berlin: Reparatur dauert bis Donnerstag

Stromnetz Berlin rechnet mit einer vollständigen Wiederversorgung erst bis Donnerstagnachmittag. Der Grund: Die Schäden sind so schwerwiegend, dass umfangreiche Ersatzleitungen verlegt werden müssen. Immerhin konnten bereits 7.000 Haushalte in der Nacht zu Sonntag wieder ans Netz angeschlossen werden.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat Notunterkünfte im Rathaus Zehlendorf und in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums Lichterfelde eingerichtet. Dort können sich Betroffene aufwärmen, ihre Handys aufladen und warme Getränke erhalten. Mehrere Pflegeheime mussten bereits evakuiert werden, Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb.

Ausmaß laut Giffey „größer als bei Stromausfall in Aldershof“

Giffey zeigte sich laut rbb24 besorgt: „Das Ausmaß ist größer, als bei dem Stromausfall in Adlershof im September 2025.“ Damals waren ebenfalls rund 50.000 Haushalte nach einem linksextremen Anschlag tagelang ohne Strom. Die Berliner Polizei ermittelt mit Hochdruck. (Quellen: X, DPA, Berliner Zeitung, rbb24) (cgsc)