Im Fukushima-Reaktor: Mysteriöse Lebewesen könnten Risiko in Todeszone auslösen

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Im Fukushima-Reaktor überleben seit Jahren Mikroben die tödliche Strahlung. Forscher haben jetzt eine überraschende Entdeckung gemacht.

Fukushima – Seit dem schweren Atomunglück in Fukushima ist in der Gegend immer noch nichts, wie es einmal war. Insbesondere der havarierte Reaktor ist für Menschen und sämtliche andere Lebenswesen eine Todeszone – die Strahlung würde einen binnen Minuten töten.

Atomkraft Fukushima
Trotz Strahlung überleben seit Jahren Mikroben im havarierten Kraftwerk Fukushima. © picture alliance/dpa/kyodo | -

Doch tief im Reaktor gibt es Lebewesen, die es sich bequem gemacht haben und dort seit Jahren überleben. Ein Forscherteam hat sich die Bakterien, die sich in der radioaktiven Brühe befinden, genauer angeschaut und dabei Überraschendes herausgefunden. Erste Medien sprechen bereits von „Godzilla-Mikroben”. Jedoch stellen die Bewohner auch eine Gefahr dar.

Überleben trotz Strahlung: Mikroben im Fukushima-Reaktor

Ein internationales Forscherteam um Tomoro Warashina und Akio Kanai von der Keio-Universität analysierte mysteriöse Ablagerungen aus dem Reaktorwasser per Gensequenzierung. Die in der Fachzeitschrift Applied and Environmental Microbiology veröffentlichte Analyse hat dabei Überraschendes ergeben: Statt speziell angepasster strahlungsresistenter Arten fanden sie gewöhnliche Meeresbakterien, die in einem schützenden Biofilm überleben.

Laut Studie funktioniert diese schleimige Hülle wie ein natürlicher Strahlenschutzanzug. Die Mikroben hausten nicht als atomare Superwesen, sondern überlebten dank ihres gemeinsamen Schutzmantels die tödliche Radioaktivität. Die Mikroorganismen stammen ursprünglich aus dem Meerwasser, das 2011 nach dem Tsunami in die Reaktoranlage eindrang. Seitdem haben sie sich in der extremen Umgebung eingenistet und eine beständige Gemeinschaft gebildet.

Stilllegung von Fukushima: Gefahr der Korrosion durch Bakterien

Die Forscher bezeichnen ihre Entdeckung als wichtigen Baustein für das Verständnis mikrobieller Prozesse in radioaktiven Umgebungen. Für die Betreiber stellen die Bakterien jedoch eine zusätzliche Herausforderung bei der Reaktorstilllegung dar, denn laut Forschern stehen rund 70 Prozent der identifizierten Arten in Verbindung mit Metallkorrosion.

Diese Biofilme können Rohrleitungen und Metallteile massiv angreifen – ein erhebliches Risiko für die Stilllegung des Reaktors. Die schleimigen Bakterienmatten können zudem die Sicht im Wasser verschlechtern und so die Bergungsarbeiten erschweren. Mikroben sorgen auch im Permafrost für Aufsehen.

Die Stilllegearbeiten in Fukushima werden noch Jahrzehnte andauern. Aktuell ist die Betreiberfirma TEPCO laut Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) weiterhin mit den Vorbereitungen zum Rückbau der Anlagen beschäftigt. (Quellen: Applied and Environmental Microbiology, American Society for Microbiology, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit) (phs).

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/mikroben-ueberleben-im-fukushima-reaktor-trotz-strahlung-und-stellen-eine-gefahr-dar-94148433.html