In einer koordinierten Militäroperation haben die USA unter Präsident Donald Trump den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gestürzt. Angehörige der Eliteeinheit Delta Force nahmen Maduro in den frühen Morgenstunden fest und flogen ihn sowie seine Ehefrau Cilia Flores umgehend aus dem Land.
Während Caracas den Ausnahmezustand ausgerufen hat und mit einem „massiven Einsatz“ aller militärischen Mittel droht, liefert der Schweizer Militärexperte Albert Stahel gegenüber FOCUS online eine erste strategische Einordnung.
Trumps Ziele: Maduro-Festnahme und Kontrolle der Ressourcen
Laut Stahel war die Operation präzise auf zwei Kernaspekte ausgerichtet. „Ich vermute, dass diese Operation zwei Ziele hatte: die Festnahme von Maduro und die Besetzung der Erdölfelder. Beides könnte in der Zwischenzeit beendet sein“, erklärt der Experte. Berichte über Angriffe auf den Militärstützpunkt Fuerte Tiuna und den Hafen von La Guaira unterstreichen die Wucht des Schlages.
Stahel sieht die Besetzung der wirtschaftlich lebenswichtigen Zonen als entscheidenden taktischen Schritt:
- Einsatz von Elitetruppen: „Die Besetzung der Erdölfelder dürfte mit Kampfschützenpanzern und Eliteeinheiten (Marines) erfolgen.“
- Begrenzter Radius: Die USA konzentrieren sich offenbar auf strategische Punkte statt auf eine vollflächige Invasion.
Monroe-Doktrin: Rückkehr zur harten Machtpolitik
Für Stahel folgt das Vorgehen einem historischen Muster der US-Außenpolitik. Er sieht in dem Einsatz eine moderne Anwendung der Monroe-Doktrin, wie sie bereits 1823 verkündet wurde. Diese stehe laut Stahel für eine „rücksichtslose Machtpolitik der USA gegenüber den Staaten im Hinterhof der USA: der Karibik und des Golfs von Mexiko.“
Risiko-Analyse: Warum die USA einen Guerillakrieg fürchten
Trotz des schnellen Erfolgs bei der Festnahme warnt Stahel vor den unkalkulierbaren Folgen einer langfristigen Präsenz. Eine dauerhafte Besetzung des gesamten Landes hält er für logistisch kaum machbar und politisch zu riskant.
- Fehlende Ressourcen: „Von einer Besetzung des gesamten Staates werden sich die Amerikaner hüten. Dafür haben sie zu wenig Mittel und Soldaten.“
- Gefahr des Untergrundkampfes: Stahel betont die „Befürchtung, dass sie dabei in einen Guerillakrieg verwickelt werden könnten“.
- Drohendes Staatsversagen: In den Gebieten, die nicht von US-Truppen kontrolliert werden, sieht der Experte eine gefährliche Entwicklung: „Deshalb besteht das Risiko, dass das durch die Amerikaner nicht besetzte Territorium von Venezuela in ein Chaos versinken könnte.“
Fazit des Experten: „Welt der Machtpolitik“
Der Zugriff in Venezuela ist für Stahel mehr als nur ein regionaler Konflikt – er ist Symptom einer neuen globalen Realität. „Die Verhaftung von Maduro und die Besetzung der Erdölfelder hat nicht lange gedauert, aber durch die Auslösung von Unruhen im Land könnte es länger andauern“, so seine Prognose.
Die Weltordnung habe sich fundamental gewandelt. Sein Fazit für die internationale Politik ist nüchtern: „Die Welt befindet sich seit dem Angriff auf die Ukraine wieder in der Zeit der Machtpolitik von Großmächten. Daraus wäre die Lehre zu ziehen: Einigkeit in Europa und Aufrüstung.“