Kulturinteressierte erwartet in Baden-Württemberg ein Geheimtipp, der zu den unbekanntesten, aber schönsten Ausflugszielen Deutschlands gehört. Es punktet mit seiner einzigartigen Architektur und kulturellen Vielfalt.
Stuttgart – Immer häufiger suchen Menschen nach unbekannten oder ungewöhnlichen Ausflugszielen, die Erlebnisse abseits der bekannten Pfade ermöglichen. Weniger berühmte Orte gewinnen zunehmend an Beliebtheit, weil sie es erlauben, das Land und die eigene Region auf eine neue Art und Weise zu entdecken. Besonders in Baden-Württemberg finden sich zahlreiche versteckte Ausflugsziele, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Dort können Ausflügler zum Beispiel eines der schönsten Dörfer Deutschlands sowie eines der schönsten Reiseziele der Bundesrepublik besuchen. Jetzt sticht ein weiteres Ausflugsziel im Ländle hervor, das vor allem Kulturinteressierte nicht verpassen sollten.
Das Reisemagazin Reisereporter hat eine Liste mit zehn Sehenswürdigkeiten in Deutschland erstellt, die „überraschend anders“ sind. Darunter befindet sich auch ein Ziel in Baden-Württemberg: die „schönste Dorfkirche der Welt“ in Steinhausen, einem Teilort der Stadt Bad Schussenried im Landkreis Biberach in Oberschwaben. Mitten im kleinen Ort erhebt sich die Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau und Pfarrkirche St. Peter und Paul“. Von 1728 bis 1733 errichtet, gilt sie als ein Meisterwerk des süddeutschen Hochbarock und als Hauptwerk der Wessobrunner Schule. Architekt Dominikus Zimmermann und sein Bruder Johann Baptist, der die kunstvollen Deckengemälde schuf, kreierten mit ihrer Kombination aus ovalem Grundriss, verzierten Pfeilern und lichtdurchflutetem Innenraum ein einzigartiges Bauwerk.
Die Wallfahrts- und Pfarrkirche in Steinhausen gilt als „schönste Dorfkirche der Welt“
Die Kirche ist zugleich Wallfahrts- und Pfarrkirche und lockt jährlich zahlreiche Besucher und Pilger an. Neben den berühmten Fresken von Johann Baptist Zimmermann, die die Mariä Himmelfahrt und zahlreiche biblische Szenen zeigen, finden sich liebevoll gestaltete Stuckfiguren von Tieren und Pflanzen, die Betrachter oft erst auf den zweiten Blick entdecken. Auch musikalisch hat die Kirche viel zu bieten. Die Orgel wurde 1975 erbaut und befindet sich in einem historischen Gehäuse von 1730. Sie wird regelmäßig bei Gottesdiensten und Konzerten gespielt.
Die Wallfahrtstradition reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert. Die Kirche befindet sich direkt am Jakobsweg und gilt weiterhin als wichtiger Anlaufpunkt für Pilger. Darüber hinaus erfreut sie sich großer Beliebtheit als Ort für Hochzeitsfeiern. Der jährliche Höhepunkt der Wallfahrt ist am Schmerzensfreitag, dem Freitag vor Palmsonntag. Dort feiern hier hunderte Wallfahrer einen Festgottesdienst zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria.
Auch abseits der berühmten Wallfahrtskirche ist Steinhausen einen Besuch wert. Die Umgebung lädt zu ausgedehnten Spaziergängen oder Rad- und Wandertouren ein, zum Beispiel entlang des Oberschwäbischen Jakobswegs, der direkt am Ort vorbeiführt. Außerdem finden regelmäßig Konzerte in der Wallfahrtskirche statt. Ganz in der Nähe lockt zudem der zweitgrößte See Baden-Württembergs. (Verwendete Quellen: reisereporter.de, se-riss-federbachtal.drs.de, eigene Recherche)