Bestes Bundesland für Unternehmen: Bayern nicht mehr Spitzenreiter

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Im aktuellen Standortranking für Unternehmen liegt ein anderes Bundesland vor Bayern. Drei westdeutsche Bundesländer belegen die letzten Plätze.

München – In Bundesländer-Vergleichen wirtschaftlicher Attraktivität lag in der Vergangenheit häufig Bayern vorn, der Westen vor dem Osten. Doch das hat sich geändert.

Sachsen überholt Bayern als bestes Bundesland für Unternehmen

Sachsen gilt nun als das bundesweit attraktivste Bundesland für Unternehmen und verdrängt damit Bayern von Platz eins. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor. Die Wissenschaftler stellten den Freistaat Sachsen vor allem in den Kategorien Arbeit und Humankapital, Finanzierung sowie Infrastruktur an die Spitze des Rankings.

München (l.) und Leipzig. Der Freistaat Sachsen hat Bayern als besten Standort für Unternehmen überholt. © Jan Woitas/dpa/Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Collage: Merkur.de)

Bayern lag in der ersten Auflage der Studie im Jahr 2022 auf Platz eins, hat aber nach Einschätzung des Forschungsinstituts in der Qualität seiner Infrastruktur und in mehreren Teilbereichen nachgelassen. Auftraggeber der Untersuchung war die Stiftung Familienunternehmen in München.

Ranking zeigt: Westdeutsche Bundesländer sind Schlusslichter

Im hinteren Teil des Rankings der dreizehn Flächenländer finden sich ausschließlich westdeutsche Bundesländer: Schleswig-Holstein, das Saarland und Rheinland-Pfalz. Niedersachsen konnte sich dagegen von Position zehn auf den dritten Platz verbessern und machte damit den größten Satz nach vorn. Die drei Stadtstaaten wurden vom ZEW in einer separaten Wertung betrachtet – hier führt Berlin vor Hamburg und Bremen.

Im Standortranking sei die deutsche Teilung „nicht mehr erkennbar“, heißt es in dem Papier. „Insgesamt fällt auf, dass die wohlhabenden westdeutschen Länder zwar weiterhin gut oder sehr gut positioniert sind, jedoch graduell an Punkten und Rangplätzen verlieren.“ Denn verloren hat nicht nur Bayern: Baden-Württemberg rutschte von Platz drei auf fünf, Hessen vom vierten auf den siebten Rang ins Mittelfeld.

„Der neue Bundesländerindex liefert die erfreuliche Nachricht, dass gerade einige Länder im Osten die Weichen in Richtung Zukunft stellen“, erklärte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Die Münchner Stiftung agiert eigenständig und ist nicht dem in Berlin ansässigen Verband der Familienunternehmer zugeordnet, von dem sich im Herbst zahlreiche Wirtschaftsvertreter distanziert hatten, nachdem jener seine Gesprächsbereitschaft mit der rechtspopulistischen AfD angekündigt hatte.

Bayern erreicht in Zusatzanalyse Spitzenplatz

Jede der fünf Kategorien in der ZEW-Analyse umfasst mehrere Unterpunkte. So zählen beim Bereich Arbeit und Humankapital die Qualität von Schulen, Hochschulen und Kinderbetreuung dazu. Gerade bei der Kinderbetreuung schneiden Bayern und Baden-Württemberg mit den Plätzen zwölf und dreizehn besonders schwach ab.

Insgesamt verglichen die Wissenschaftler neben den oben genannten drei Faktoren noch zwei weitere Kategorien: Steuern und Institutionen. Der frühere Spitzenreiter Bayern landete nur noch bei Steuern auf dem ersten Rang. In diese Kategorie flossen die Höhe der Gewerbesteuerhebesätze, die Besteuerung von Immobilien und die Qualität der Finanzverwaltung ein. Unter dem Punkt Institutionen hat das ZEW die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und das Kulturangebot zusammengefasst.

In einer Zusatzanalyse der Länderhaushalte allerdings liegt Bayern noch an der Spitze. Dafür haben die Ökonomen die „Zukunftsorientierung“ der Länderhaushalte eingestuft. Bayern gibt demnach den höchsten Anteil für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur aus, dicht gefolgt von Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

Dem stehen auf der anderen Seite Ausgaben für die Verwaltung, Soziales oder auch Familie und Jugend gegenüber, die nach Einschätzung der Autoren geringe oder keine Früchte in der Zukunft abwerfen. Schlusslicht unter den dreizehn Flächenländern ist laut Studie auch in dieser Hinsicht Rheinland-Pfalz. (Quelle: dpa) (kam)

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