Ministerpräsident Voigt soll Doktortitel verlieren – und reagiert prompt: „Für mich nicht nachvollziehbar“

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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll seinen Doktortitel verlieren. Er will dagegen rechtlich vorgehen. (Archivbild) © Martin Schutt/dpa

Die TU Chemnitz entzieht Mario Voigt den Doktortitel. Zu Unrecht, findet der Ministerpräsident und will dagegen klagen. Er kritisiert neue Bewertungsmaßstäbe im laufenden Verfahren.

Erfurt/Chemnitz – Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt seinen Doktortitel verlieren. Dies habe die Technische Universität Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei am Mittwoch (28. Januar) mitgeteilt, sagte eine Regierungssprecherin. Sie kündigte zudem an, dass der Regierungschef dagegen klagen wolle.

Die Entscheidung der Universität sei nicht verständlich, so Voigt. „Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen. Der von der Universität eigens eingeschaltete unabhängige Sachverständige hat eindeutig bestätigt, dass meine Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht“, schreibt der Thüringer Ministerpräsident in einer Pressemitteilung. Die von der Fakultät beanstandeten Stellen bezögen sich auf 2,58 Prozent der Wörter seiner Arbeit, erklärte Voigt weiter. Die TU Chemnitz äußerte sich bislang nicht dazu. 

Voigt ging bereits gegen Plagiatsvorwürfe vor

Voigt promovierte im Jahr 2008 mit der – größtenteils in den USA erstellten – Doktorarbeit „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“. Doktorvater ist der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der für sein umstrittenes Bild des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf. 

Laut der Anwälte von Voigt beziehen sich die Vorwürfe zu der Dissertation darauf, dass Voigt von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen haben soll. „Bemerkenswert ist dabei, dass die Vorwürfe überwiegend keine angeblich ungekennzeichneten Übernahmen (Plagiate) betreffen“, hieß es in der Mitteilung. Die Vorwürfe hätten vollständig widerlegt werden können. Es habe nachgewiesen werden können, dass Voigt seine Arbeit vollständig selbst verfasst habe, so seine Anwälte.

Plagiatsvorwürfe: Voigt reagiert mit Unverständnis – „Für mich nicht nachvollziehbar“

Voigt reagierte in einer Mitteilung mit Unverständnis auf die Entscheidung der Universität. „Warum die Universität ihrem eigenen Gutachten nicht folgt, ist für mich nicht nachvollziehbar“, teilte der 48-Jährige mit. 

Zudem kritisierte der Regierungschef das Vorgehen in dem Prüfverfahren. Demnach habe der externe Gutachter im Februar 2025 ein Votum gegen eine Aberkennung des Doktorgrades abgegeben. Anschließend seien im Mai 2025 neue Bewertungsmaßstäbe für Plagiatsverfahren eingeführt und auf seine Dissertation angewandt worden. „In einem laufenden Verfahren die Spielregeln nachträglich und einschneidend zu verändern, ist – zurückhaltend formuliert – höchst ungewöhnlich“, so Voigt. (Quelle: dpa) (nak)

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