Gemeinderätin Luzi Schwarzer beklagt massiven Durchgangsverkehr in Kleinkarolinenfeld. Navigationsgeräte leiten Skifahrer über die Kreisstraße M9.
Aying – Nicht nur Luzi Schwarzer von der Parteiunabhängigen Wählerschaft Helfendorf (PWH) ist genervt, wenn Fahrzeuge die Kreisstraße M9 entlang von Kleinkarolinenfeld als Umleitungsstrecke nutzen. Sie wohnt selbst dort und brachte das Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf die Agenda. Schwarzer kam darauf zu sprechen, weil in den Nachbarlandkreisen Rosenheim und Miesbach, aber auch darüber hinaus im Berchtesgadener Land, Abfahrtsverbote von den Autobahnen ausgesprochen worden sind. „Mir fällt auf, dass wir unglaublich viel Verkehr und Fahrzeuge bei uns in Kleinkarolinenfeld haben, die durchfahren“, sagte Gemeinderätin Luzi Schwarzer in der Sitzung. Anhand der Kennzeichen und der (Ski-)Ausrüstung sei unschwer festzustellen, dass es sich kaum um Anlieger handle. Es sei schlichtweg Durchgangsverkehr, der da nichts zu suchen habe, erklärte Schwarzer.
Auch Bürgermeister Peter Wagner (CSU) hatte sich dazu Gedanken gemacht. Im Landkreis München scheint hier noch nichts Spruchreifes nach draußen gelangt zu sein, ob und wie hier mit diesem Verkehr umgegangen werden soll. Wagner berichtete von einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Johannes Zistl. Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim) und die Gemeinde Aying liegen an der Rosenheimer Landstraße, an der Staatsstraße 2078. Offiziell sei die St2078 eine Umleitungsstrecke. Wenn also ein Stau auf der Salzburger Autobahn sei, etwa durch einen Unfall, dann kommt die Umleitungsstrecke zum Tragen. Folglich dürfte auch eine Abfahrt von der Anschlussstelle Hofoldinger Forst nur schwer durchsetzbar sein.
Bürgermeister will Thematik nochmal vorbringen
Was nicht heißen soll, dass Wagner das Problem kleinreden möchte: „Ich weiß, dass der Verkehr durch unsere Orte ärgerlich ist.“ Er selbst sei oft genug schon beim Heimfahren unverhofft in einer Fahrzeugschlange gestanden, die sich durch Gemeindeteile durchgequält habe. Eine Beschilderung, wie sie die Nachbarlandkreise für die Autobahn wünschen und teils angeordnet wurde, sei aber letztlich auch nicht das Allheilmittel, so Wagner. Zum einen müssten die Abfahrtsverbote auch kontrolliert werden und hierfür fehle der Polizei das Personal. Zum anderen seien eher die Navigationsgeräte das Problem. Bei Stau würden diese eine Alternativroute vorschlagen. Und dann wird dieser Routenführung stur und manchmal gnadenlos gefolgt: „Dann helfen die Schilder oftmals auch nichts.“
Für Kleinkarolinenfeld stellte Schwarzer trotzdem fest, dass ihr Ortsteil beziehungsweise die Kreisstraße, die daran vorbeigeht, nicht für den Schleichverkehr ausgelegt sei. Wagner versicherte, diese Thematik nochmals an entsprechenden Stellen vorzubringen. Die nächste Bewährungsprobe steht ja schon bald bevor. Erfahrungsgemäß sind die Faschingsferien, heuer Mitte Februar, sehr verkehrsintensiv.