Nach Insolvenz: Eine der namhaftesten deutschen Modemarken steht zum Verkauf

  1. Startseite
  2. Wirtschaft

Kommentare

Hemden von Eterna im Einzelhandel
Hemden von Eterna im Einzelhandel. © IMAGO/D. Kerlekin/Snowfield Photography

Nach der Insolvenz sollen bei einer bekannten Modemarke die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Dazu gibt es nun neue Details.

Passau – Die Insolvenz von Eterna erschütterte vor wenigen Wochen die Modebranche. Schließlich handelt es sich nicht um irgendeine Marke: Eterna zählt zu den verbreitetsten Herstellern von Hemden und Blusen überhaupt. Ihre Produkte finden sich nicht nur in zahlreichen Kleiderschränken, sondern werden auch bei großen Kaufhaus-Ketten und weiteren Einzelhändlern angeboten. Hinzu kommen mehrere Dutzend eigene Eterna-Stores und ein Online-Shop.

Die Nachricht von der Eterna-Insolvenz wurde im Dezember publik. Seitdem sind ein paar Wochen vergangen – Zeit genug, hinter den Kulissen die Weichen für die Zukunft zu stellen. In welche Richtung diese führt, darüber berichten jetzt Textilwirtschaft und Fashionunited. Demnach wird ein Käufer für Eterna gesucht – durch einen sogenannten M&A-Prozess. Klarheit soll bis zum 1. März herrschen.

„Das große Interesse ist außergewöhnlich“: Eterna auf Käufersuche

Rechtsanwalt Georg Bernsau von der Kanzlei KL Gates LLP bestätigt den Prozess gegenüber Textilwirtschaft. Er unterstützt das Management als Berater im Rahmen des Insolvenzantrags, ist zudem nun Teil der Geschäftsführung. Bernsau erklärt, der M&A-Prozess sei „ein üblicher Vorgang in einem Sanierungsverfahren und wurde von uns vor Weihnachten angestoßen. Wir haben einen Berater beauftragt, der in diesen Tagen aktiv an den Markt geht.“ Es gebe etwa zehn Anfragen.

„Das große Interesse ist außergewöhnlich, wenn man das mit ähnlich gelagerten Fällen vergleicht“, so Bernsau. Er berichtet zudem über eine Einigung mit den Zulieferern, um den Geschäftsbetrieb weiterzuführen. Schon im Dezember hatte sich Bernsau laut dpa geäußert – seinerzeit war sogar von mehr als 20 Investorenanfragen die Rede. „Das Interesse ist riesig“, sagte er damals.

Eterna hatte beim Amtsgericht Passau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das 1863 gegründete Unternehmen beschäftigt laut Firmenwebseite am Passauer Hauptsitz gut 400 Mitarbeiter und ist vor allem für seine Hemden und Blusen bekannt. Eterna zählt zu den wenigen verbliebenen Traditionsunternehmen der einst florierenden deutschen Textilindustrie und hat schon seit Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bereits 2021 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht durchlaufen. Grundlage war das Unternehmensstabilisierungsgesetz, das Sanierungen ohne ein reguläres Insolvenzverfahren erleichtern soll.

Gegründet wurde Eterna 1863 von den Gebrüdern Hönigsberg in Wien – zunächst als Textilwerkstatt und Wäschefabrik. Der heutige Hauptsitz in Passau wurde 1927 eröffnet. Auf der Firmenwebseite rühmt sich Eterna unter anderem der Erfindung des bügelfreien Baumwollhemds in den 1980er Jahren. Unter Druck steht auch die Möbelbranche – eine große Kette reagiert jetzt mit Filialschließungen. (Quellen: Textilwirtschaft, Fashionunited, dpa) (lin)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/nach-insolvenz-bekannte-deutsche-modemarke-steht-zum-verkauf-94142084.html