Die Freie Wählergemeinschaft Berglern eröffnete den Kommunalwahlkampf mit vollem Haus. Drei Kandidaten wollen den Landkreis-Norden stärker im Kreisrat vertreten.
Berglern – Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Berglern hat am Sonntag einen starken Start in den Kommunalwahlkampf hingelegt: Das Café FoKo war so voll, dass es zusätzliche Stühle brauchte. Vorsitzender Robert Zinner freute sich, dass die Berglerner Bürgerliste (BBL) mit dem auch von der FWG unterstützten Bürgermeister Anton Scherer an der Spitze und die Parteiunabhängigen Berglerner (PuB) mit Vizebürgermeister Otmar Lerch gekommen waren. Für alle gab es freundlichen Beifall.
Zinner machte nicht viele Worte, sondern konzentrierte sich auf den Sinn der Kommunalwahl, die er ausdrücklich als Persönlichkeitswahl bezeichnete. „Da geht es nicht um Parteiprogramme aus München.“ Angesichts der vielen Unsicherheiten der Welt nannte er es umso wichtiger, „was man wirklich beeinflussen kann“. Das sei nun mal die kommunale Ebene. „Wir müssen den dörflichen Charakter bewahren und zugleich mit Augenmaß Neues entwickeln.“
Gastredner war Kreisvorsitzender Rainer Mehringer, der vor allem den rechten Rand scharf angriff: Nicht eine einzige Frage oder ein einziger Antrag zu lokalen Sachthemen sei aus dieser Ecke gekommen, so seine Erfahrung. Die bürgerliche Gesellschaft sei gefragt, „und hier haben Sie die Möglichkeit“.
Zweite Gastrednerin war die Kandidatin der Freien Wähler für das Bürgermeisteramt in Langenpreising, Natalie Kienmüller-Stadler, die ihren Sachverstand beim Katastrophenschutz und Straßenbau in die Waagschale warf, zugleich aber auch feststellte: „Der Norden ist sehr schwach vertreten im Kreistag.“ Das müsse sich ändern.
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Gemeinderatsliste erhielten dann Gelegenheit, sich einzeln vorzustellen. Zinner begann den Reigen mit einer Einführung: „Da sind Leute, die wissen, wie man Entscheidungen trifft.“ Markus Geier, Listenführer der FWG, nahm zu der Art der Arbeit im Gemeinderat Stellung: „Mehrheitsentscheidungen werden akzeptiert und öffentlich mitgetragen.“ Insgesamt seien es bei den Gruppierungen 42 Kandidaten für einen Sitz im Gemeinderat, das sei ein tolles Angebot an die Wählerschaft. „Wir brauchen keine Denkzettel, wir brauchen auch keine Proteste. Sie haben die Auswahl.“
Die Kandidaten hatten auch eigene Schwerpunkte: So wollten gleich mehrere etwas für Senioren in Berglern tun, unter anderem kam der Wunsch nach Betreutem Wohnen. Die Entwicklung eines Dorfzentrums sahen einige als wichtig an. Zinner dazu: „Das geht ein bisschen ab.“
Erinnert wurde an den viel zu früh verstorbenen Albert Furtner, der den Hochwasserschutz in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hatte. Das solle nicht vergessen werden und bleibe Thema. Tempo 30 in der Wartenberger Straße in der Nähe der Sportanlagen bleibe sehr weit oben auf der Wunschliste, auch wenn das schwierig werden könnte. Aber in den Tagesrandzeiten, wenn ganze Gruppen von Kindern und Jugendlichen die Sportanlagen aufsuchten, sei das einfach ein wichtiges Anliegen.
Allen war eine Fortsetzung des konstruktiven Stils im Gemeinderat wichtig, zugleich aber schielen alle auch auf den Kreisrat – mit Christine Kohlschütter, Marko Spirkl und Markus Geier treten gleich drei Kandidaten aus Berglern an. Sie alle wollen den Norden des Landkreises stärker vertreten sehen. Bei Weißwürsten und Getränken kamen die vielen Gäste ins Gespräch. Eingeladen wurde zu weiteren Veranstaltungen: am 13. Februar zu einem Kaffeeklatsch und am 27. Februar zum Stammtisch. Einzelheiten werden noch bekanntgegeben.