Die Stadt Moosburg verpachtet gemeinsam mit weiteren Eigentümern eine Fläche an der A92, um dort PV-Strom zu erzeugen. Im Rathaus ist man aus mehreren Gründen glücklich.
Aich – Wohl die Wenigsten werden die Einrichtung an diesem entlegenen Ort jemals zu Gesicht bekommen, höchstens noch die Auto- und Lkw-Fahrer für wenige Sekunden, wenn sie auf der A92 unterwegs sind und zur Seite blicken: Am Rande des Ortsteils Aich hat die Stadt Moosburg jetzt gemeinsam mit zwei weiteren Verpächtern eine neue Freiflächen-Photovoltaikanlage ermöglicht. Für die Kommune ist das gut einen Hektar große Areal ein wichtiger Baustein ihres Klimaschutzkonzepts, wie am Dienstagmorgen bei einem Ortstermin vor Journalisten betont wurde.
Gerade einmal sechs Wochen Bauzeit
„Es ist wieder ein Meilenstein in Richtung Energiewende“, würdigte Bürgermeister Josef Dollinger das Projekt, das sich im Aicher Flurbereich „Kuttenwiese“ zwischen der Autobahn, einer Brücke und zwei Kiesweihern befindet. Im Beisein von Rathaus-Verantwortlichen und passenderweise bei strahlendem Sonnenschein dankte er dem ebenfalls anwesenden Betreiber sowie dem ausführenden Solar-Unternehmen Envalue für die erfolgreiche und schnelle Umsetzung. Wie zu erfahren war, hatte die Bauzeit ab Anfang Oktober 2025 lediglich sechs Wochen betragen. „Der Stadtrat hatte das Vorhaben zuvor einstimmig beschlossen“, betonte Dollinger. Die erste Anfrage war Ende 2024 in der Verwaltung eingegangen.
Dass die Realisierung verhältnismäßig flott vonstatten ging, dafür ist laut Moosburgs Klimaschutzmanagerin Melanie Falkenstein eine Gesetzesnovelle im Erneuerbare-Energien-Gesetz aus 2023 verantwortlich: Demnach können entlang von Autobahnen Freiflächen-PV-Anlagen standardmäßig angesiedelt werden, wenn sie innerhalb von 200 Metern Abstand zur Fahrbahn liegen. Dank der Privilegierung solcher Anlagen brauche es auch keine Aufstellung eines Bebauungsplans mehr. Laut Falkenstein halte der Gesetzgeber dies für gerechtfertigt, „da die Flächen entlang von Autobahnen und Schienenwegen ohnehin durch optische und akustische Belastungen vorgeprägt“ seien.
Sauberer Strom für rund 300 Haushalte
In Aich hat der private Investor Jürgen Ulm so 1500 Einzelmodule aufstellen lassen. Er betreibt bereits mehrere Anlagen in Niederbayern, in Oberbayern ist es die zweite in seinem Portfolio. Der Strom aus der Aicher „Kuttenwiese“ soll künftig etwa 300 Haushalte mit Strom versorgen können. Zudem ist eine Doppelnutzung nicht ausgeschlossen: „Die Fläche unter dieser Photovoltaikanlage kann auch noch landwirtschaftlich genutzt werden“, erklärte Melanie Falkenstein. Jürgen Ulm berichtete vor Ort, bereits im Austausch mit einem Landwirt zu stehen, ob dessen Schafe unter der Anlage weiden könnten.