Der Tölzer Radio- und Fernsehtechniker Georg Gmeiner leitete 21 Jahre lang die traditionsreiche Gmoa in Bad Tölz. Seine Mitstreiter trauern um einen geselligen Menschen.
Bad Tölz – Trauer um Georg Gmeiner. Der Tölzer Radio- und Fernsehtechniker ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Als geselliger Mensch mit Organisationstalent und als stets hilfsbereiter Bastler und Tüftler hat er sich einen großen Freundeskreis erworben. Deshalb wurde er 2004 auch zum Bürgermeister der Mühlfeldler Gmoa gewählt – keine Organisation mit politischen Befugnissen, sondern ein in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit 1951 gegründeter loser Zusammenschluss.
Gemeinsame Brauchtumspflege
Die Mitglieder verband seither der Wunsch, gemeinsam Geselligkeit und Brauchtum zu pflegen und gegenseitige Unterstützung und Nachbarschaftshilfe zu ermöglichen. Für diese Werte stand auch Georg Gmeiner. Früher gab es in der Stadt die „Kohlstattler“ mit dem Jägerwirt, die „Griesler“ mit dem Schletzbaum und die „Hintersbergler“ mit dem Poststüberl als Versammlungsort. Allein übrig geblieben sind die „Mühlfeldler“ mit dem Bräustüberl als Stammtisch und Rathaus.
Georg Gmeiner war ein geborener Kohlstattler, aber viel unterwegs. Schon in den 1970er-Jahren war er daran beteiligt, im legendären Lindenstüberl in Gaißach-Wetzl eine lebendige Wirtshauskultur mit Festen, kulturellen Veranstaltungen und Ausflügen aufzubauen. Engagiert hat er sich auch bei den Tölzer Naturfreunden und deren Karfreitag-Langlauf in der Gramai organisiert.
21 Jahre lang Chef der Mühlfelder Gmoa
21 Jahre lang stand Gmeiner den Mühlfeldlern vor. Alle zwei, drei Jahre stellt die Gmoa einen neuen Maibaum auf. Dafür braucht’s junge kräftige Leute. Mancher Traditionsverein ist von Überalterung bedroht, Gmeiner hat es immer wieder verstanden, Nachwuchs zu gewinnen. Nach der Corona-Krise steht die Gmoa heute mit 160 Mitgliedern wieder gut da. „Jetzt fehlt er uns sehr“, sagen seine Mitstreiter. Gmeiners Stellvertreter Karl Heinz Kral hat nun seine Aufgaben übernommen, im Mai finden Neuwahlen statt.
Georg Gmeiner hat für verschiedene Tölzer Elektro-Fachbetriebe gearbeitet, zuletzt bei der Firma Sitec in der Endkontrolle. „Er war ein leidenschaftlicher Bastler. Beruf und Hobby waren für ihn praktisch eines“, sagt sein Sohn. Wo etwas kaputtgegangen gegangen ist, da war er zur Stelle. Er hat Oldtimer-Radios umgebaut und für das BRK die Hausnotruf-Anschlüsse eingerichtet. Georg Gmeiner war zweimal verheiratet und hat fünf Söhne und vier Enkel