Neues Berger Rathaus begeistert Bürger – trotz kleinerer Mängel

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Erste Einblicke ins neue Rathaus und den Veranstaltungssaal ermöglichte Bürgermeister Rupert Steigenberger interessierten Besuchern. Er führte die Gruppen durchs Gebäude. © Andrea Jaksch

Das neue Rathaus in Berg kam bei den Besuchern sehr gut an. Bürgermeister Steigenberger räumte jedoch ein, dass noch einiges fehlt.

Berg – Das neue Berger Rathaus, direkt am Ortseingang, kommt gut an. Die Bürgerinnen und Bürger, die den Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag dazu genutzt haben, sich ein eigenes Bild von den gerade erst bezogenen Räumlichkeiten zu machen, äußerten sich durchweg positiv bis begeistert. So zum Beispiel das Ehepaar Panke aus Hanfeld. „Alles wirkt angenehm freundlich und hell. Man geht gern ins Gebäude, die Räume haben nicht den typischen Behördencharakter“, sagte Ingrid Panke (67). Auch von außen gefällt der Rentnerin das neue Rathaus sehr gut. Auf ihrem Weg in die Mini-Kita „Glückskäfer“ in Berg, in der sie einmal in der Woche arbeitet, fahre sie stets daran vorbei und fühle sich von ihrem ersten Eindruck immer wieder bestätigt. Albert Panke (76) gefällt der Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter besonders gut. „Hier kann man sich wohlfühlen“, sagt er. „Das ist keine kleine Kammer, sondern ein über die Maßen geräumiger Bereich, an den sogar eine Terrasse grenzt, um zwischendurch kurz an die Luft gehen zu können.“ Auch den Sitzungsraum findet er gelungen konzipiert. „Der Raum ist an alle Größen von Veranstaltungen flexibel anpassbar.“

Iris von Frenckell-Machnik (78) aus Höhenrain gefallen die vielen Kunstwerke ausgesprochen gut, die im ganzen Gebäude verteilt sind. Andrea Galloth (46) aus Leoni und Brigitte Höck (84) aus Aufkirchen teilen diese Meinung. „Die Kunstwerke sind sehr originell“, so Höck, der die gleichnamige Drogerie und Parfümerie in Aufkirchen gehörte. Sie sei ein Fan der Kunst von Juschi Banaski, daher habe ihr vor allem das dreiteilige Kunstwerk hinter Glas, gleich im Eingangsbereich, gefallen. Die Lichtkunst von Cornelia Hesse im Treppenhaus, auf dem Weg in den ersten Stock, fanden alle drei sehr besonders. Bei Lichteinfall wird der Grund des Starnberger Sees auf Boden und Decke gespiegelt. Die Künstlerinnen Banaski und Hesse leben und arbeiten in Berg. Das Gestaltungskonzept sah vor, dass ausschließlich Kunstschaffende aus der Gemeinde ausgestellt werden.

Staunen über die überdimensionale Beleuchtung: Architekt Sebastian Dellinger (l.) mit einer Besuchergruppe.
Staunen über die überdimensionale Beleuchtung: Architekt Sebastian Dellinger (l.) mit einer Besuchergruppe. © Andrea Jaksch

Iradj Teymurian (80), der im Wohnzentrum Etztal gegenüber wohnt, freut sich für die Rathaus-Belegschaft. „Die Leute, die hier arbeiten dürfen, haben es wunderschön.“ Einen kleinen Einwand hat er jedoch: „Bei den Kunstwerken steht nicht dabei, von wem das ist.“ Es werde einen Katalog zur Kunst im Rathaus geben, erklärte Bürgermeister Rupert Steigenberger. Der sei jedoch nicht mehr rechtzeitig zur Eröffnung fertig geworden.

Auch sonst fehlt laut Bürgermeister noch jede Menge. Zum Beispiel warte er dringend auf die Kamera für die Online-Gemeinderatssitzung, und bei den LEDs unter den Treppenläufen stimme die Farbigkeit noch nicht ganz, da habe es Lieferpannen gegeben. Ansonsten freute sich Steigenberger über das Interesse an seiner neuen Wirkungsstätte und bestätigte seinerseits das sehr positive Feedback. Im halbstündigen Takt führte er höchstpersönlich durch das Haus. Die meisten Fragen habe es zu den im Gebäude verwendeten Materialien gegeben, so Steigenberger. Für die freundliche Helligkeit habe man im Innenbereich weiß lasiertes Eschenholz verwendet und Jura-Kalkstein für den Boden. Alle Tragekonstruktionen seien aus Fichtenholz. Für noch mehr Fensterfläche und Transparenz habe er hier und da in den ursprünglichen Plan eingegriffen.

„Als professionelle Bürgerdienstleistungszentrale können wir jetzt noch mehr für unsere Bürger tun und uns nun verstärkt um die Digitalisierung kümmern“, betonte Steigenberger. „In der Form eines gekickten Flügels empfängt das neue Rathaus direkt am Ortseingang“, ergänzte Architekt Sebastian Dellinger, der am Tag der offenen Tür für Bürgerfragen ebenfalls bereitstand.