„Mutter aller Abkommen“: Drittgrößter Automarkt der Welt öffnet sich für BMW, VW und Co.

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Noch vor dem Handelsgipfel mit der EU plant Indien offenbar ein Entgegenkommen. Demnach will das Land die Zölle auf EU-Autos auf 40 Prozent senken.

Brüssel – Indien will laut Insidern Import-Zölle auf Autos aus ⁠der Europäischen Union drastisch senken. Im Rahmen eines Freihandelsabkommens sollen die Zölle von bis ‍zu 110 auf 40 Prozent fallen. Das teilten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Indien will offenbar Zölle auf EU-Autos drastisch senken

Bereits am Dienstag (27. Januar 2026), wenn der EU-Indien-Gipfel stattfindet, könnten beide Seiten den Abschluss der langwierigen Gespräche für das Abkommen bekanntgeben. Profitieren würden europäische Autobauer wie beispielsweise Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW sowie ‍Renault und Stellantis.

Fahrzeugen über das Auto-Terminal der BLG-Harms Automobile Logistics Bremerhaven.
Indien ist ⁠nach den USA und China der ⁠drittgrößte Automarkt der Welt. (Archivbild) © Ingo_Wagner/dpa

Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi hat demnach zugestimmt, ⁠den Zollsatz für eine begrenzte ​Anzahl von Autos mit einem Importpreis von mehr als 15.000 Euro sofort zu senken. Die Senkung soll zunächst für eine Quote von rund 200.000 Verbrennerfahrzeugen pro Jahr gelten. Im Laufe der Zeit solle der Zollsatz weiter auf zehn Prozent fallen. Elektro-Fahrzeuge ⁠seien in den ersten fünf Jahren von den Zollsenkungen ausgenommen. Damit sollen Investitionen einheimischer Hersteller wie Mahindra & Mahindra und Tata Motors geschützt werden. Das indische Handelsministerium und die Europäische Kommission haben sich bisher noch nicht geäußert.

Indien und EU stehen vor „historischem“ Handelsabkommen – Autobauer könnten profitieren

Indien ist ⁠nach den USA und China der ⁠drittgrößte Automarkt der Welt. Die derzeitigen Zölle von 70 und 110 Prozent auf importierte Autos standen wiederholt in der Kritik von Unternehmenschefs. Das Abkommen, das in Indien bereits ‍als „Mutter aller Abkommen“ bezeichnet wird, könnte auch die indischen Exporte von Textilien und Schmuck ankurbeln. Diese waren zuletzt ⁠von US-Zöllen von 50 Prozent getroffen worden.

Derzeit halten europäische Autobauer einen Anteil von weniger als vier Prozent am indischen Pkw-Markt, der rund 4,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr umfasst. Dominiert wird der Markt vom japanischen ‌Hersteller Suzuki sowie den heimischen Marken Mahindra und ‌Tata, die zusammen zwei Drittel des Marktes kontrollieren. Angesichts der Erwartung, dass der indische Markt bis 2030 auf sechs Millionen Einheiten pro Jahr wachsen wird, planen einige Unternehmen neue Investitionen.

Bereits auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitgeteilt, dass sich Indien und die EU auf den Abschluss der Verhandlungen über eine riesige neue Freihandelszone zubewegen. „Wir haben noch Arbeit vor uns – aber wir stehen kurz vor einem historischen Handelsabkommen“, sagte sie jüngst beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dieses würde einen Markt mit zwei Milliarden Menschen schaffen, der dann fast ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen würde. (Quelle: Reuters, AFP)

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