Der Gemeinderat Kirchdorf lehnt zwei riesige Werbetafeln in Nörting ab. Die Engstelle an der Münchner Straße gilt als gefährlich.
Kirchdorf – Die Firma Schwarz-Außenwerbung möchte in Nörting zwei Plakattafeln anbringen – und zwar jeweils in der Größe von knapp drei auf vier Meter. Angebracht werden sollen die Werbetafeln an der Vorder- und Rückseite eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes, das an der Münchner Straße steht. Der Eigentümer des Grundstücks, so berichtete Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU), habe der Außenwerbung zugestimmt. Glücklich ist Gerlsbeck damit aber nicht. Der Grund: Die Straße ist an dieser Stelle unübersichtlich und stark befahren, zudem sei dort der Gehweg auch nur an die 50 Zentimeter breit. „Wer die Stelle kennt, der weiß, dass das die engste Stelle in Nörting ist“, so Gerlsbeck. Und weiter: „Ich finde das nicht sehr optimal, wenn da Werbetafeln angebracht werden.“ Seine Befürchtung: „Wenn das den Verkehr nicht beeinflusst, dann weiß ich es auch nicht mehr.“
„An diese Stelle passt das halt überhaupt nicht, das sollten wir möglichst verhindern“, so auch die Einschätzung von Elisabeth Hörand (CSU/FW). Der Vorschlag von Gerlsbeck: Diesen Bauantrag abzulehnen, schlichtweg, weil die Werbung den Straßenverkehr beeinflussen könne. Das Problem dabei: Das Grundstück liegt im Innenbereich ohne Bebauungsplan, zudem gibt es eine Zustimmung des Eigentümers. „Das ist dann aber nur eine Randnotiz für das Landratsamt, wenn wir jetzt ablehnen“, so deshalb die Befürchtung von Johannes Kaindl (CSU/FW). Dem widersprach der Rathauschef, für ihn sei eine einstimmige Ablehnung vielmehr ein klares „Statement“.
Ganz nüchtern betrachtete es hingegen Martin Heyne (Grüne): „Das wird mit dem Hinweis auf den Straßenverkehr nicht aufzuhalten sein. Das ist reines Wunschdenken – auch wenn man es hässlich findet.“ Seine Idee: „Ginge es nicht über eine Gestaltungssatzung?“ Geschäftsleiter Florian Haider war sich da nicht sicher, auch weil es noch gar keine Gestaltungssatzung für Kirchdorf gibt, die sich Heyne allerdings schon länger wünscht. „Hier sollte wirklich jede Ablenkung vermieden werden, das ist schon so eine gefährliche Straße“, so auch der Einwand von Andreas Schmitz (FWG), der sich zudem wünschen würde, dass das Landratsamt diese Causa vor Ort beurteilt.
Die Abstimmung über diesen besonderen Bauantrag überraschte dann kaum: Das Gremium lehnte diesen nämlich einstimmig ab. Eine Stellungnahme vom Landratsamt liegt laut Bürgermeister Uwe Gerlsbeck bislang noch nicht vor.