Der Rettungsdienst im Landkreis Miesbach erhält digitale Unterstützung: Seit Kurzem können Einsatzkräfte einen Telenotarzt per Audio und Video zuschalten. Ziel ist es, notärztliches Fachwissen schneller verfügbar zu machen und Einsatzabläufe effizienter zu gestalten.
Landkreis – Ein Notarzt, der nicht im Einsatzfahrzeug sitzt, sondern auf Knopfdruck digital zugeschaltet wird: Mit dem Start des Telenotarztes hält im Landkreis Miesbach ein neues Element im Rettungsdienst Einzug. Ziel ist es, Einsatzkräfte vor Ort schneller mit ärztlichem Fachwissen zu unterstützen und Zeit zu gewinnen, in Situationen, wo jede einzelne Minute zählt.
Der Telenotarzt ist seit Kurzem auch im Landkreis Miesbach im Einsatz. Das neue System ergänzt den bestehenden Rettungsdienst digital und wird schrittweise im Rettungsdienstbereich Rosenheim eingeführt. Die dafür notwendige Technik ist bereits in den Rettungswagen verbaut, erste Schulungen für Einsatzkräfte fanden Mitte Januar statt.
„Es handelt sich um ein neues Projekt, das den Rettungsdienst sinnvoll erweitert“, sagt Jürgen Fink, Leiter Rettungsdienst beim BRK-Kreisverband Miesbach. Herzstück des Systems ist eine zentrale Telenotarzt-Einheit, in der rund um die Uhr erfahrene Notärzte zur Verfügung stehen. Einsatzkräfte können sich bei Bedarf per Audio- und Videoverbindung zuschalten und medizinische Daten wie EKG-Werte oder Blutdruck in Echtzeit direkt übermitteln.
Der Telenotarzt unterstützt das Rettungsdienstpersonal bei der medizinischen Einschätzung und bei Therapieentscheidungen. Zudem kann er gezielt Anweisungen geben und Untersuchungen anleiten. Bei einem möglichen Schlaganfall beispielsweise kann dies bedeuten, dass der Arzt die Einsatzkräfte anweist, den Patienten einen Arm anheben zu lassen, um Hinweise auf eine Halbseitenlähmung zu erkennen. Solche Beobachtungen sind entscheidend, um frühzeitig richtig zu reagieren.
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Betreut wird das Projekt im Kreisverband maßgeblich von Dominik Urban, stellvertretender Leiter Rettungsdienst und Projektkoordinator. Er sieht den Telenotarzt vor allem als Entlastung für die Notärzte. „Gerade bei Überlappungseinsätzen ist das eine sehr große Hilfe“, sagt Urban. Das Projekt sei bereits seit mehreren Jahren geplant gewesen und habe eine entsprechend lange Vorbereitungszeit benötigt. „Jetzt ist es endlich da.“
Die Zuschaltung des Telenotarztes erfolgt über Headset und Videoanruf. Er kann sowohl primär alarmiert als auch nachträglich zur Behandlung hinzugezogen werden. Dabei ersetzt das System dennoch keinen Notarzt vor Ort, sondern ergänzt lediglich das bestehende Notarztsystem.
Bis Ende Februar sollen sämtliche Einsatzkräfte im Landkreis Miesbach im Umgang mit dem neuen System geschult sein. Sowohl Fink als auch Urban bewerten die Einführung positiv. „Wir freuen uns über diesen Schritt“, betonen sie. Abschließend heben beide hervor, dass notärztliches Fachwissen nun schneller zur Verfügung steht und der Rettungsdienst in der Region damit weiter gestärkt wird.