Ein seltenes Winter-Phänomen begeistert Ungarn: Der Balaton ist zugefroren. Die Eisdicke reicht jedoch nicht für Aktivitäten. Behörden warnen vor Lebensgefahr.
Siófok – In Teilen Europas zeigt sich der Januar winterlich, das kalte Wetter sorgt für so manches Naturphänomen. Auch in Balaton, wie der Plattensee in Ungarn heißt, zeigt sich ein seltener Anblick – erstmals seit fast zehn Jahren ist der See zugefroren. Die ungarischen Behörden messen entlang der Ufer eine Eisdicke zwischen zwei und neun Zentimetern – viel zu dünn für jede Art von Aktivität auf dem Eis. Die Oberfläche gilt als „flüssig und potenziell tödlich“, warnen die Experten vor Ort.
Versteckte Risse und durch Schnee geschwächte Bereiche machen das Betreten der Eisfläche zu einem lebensgefährlichen Unterfangen, berichtet Rai News. Trotz der Warnungen versammeln sich täglich Schaulustige an den Fährübergängen, um das seltene Winterwunder zu bestaunen.
Klimawandel macht Winterspektakel zur Rarität: Dünne Eisdecke birgt Lebensgefahr
„Ich denke, dass dies aufgrund des Klimawandels immer seltener passieren wird, also nutzen wir jede Gelegenheit“, sagt Fruzsina Glazer-Hetei zu Reuters, während sie das gefrorene Gewässer betrachtet. Ihre Worte spiegeln die Realität wider: Der Klimawandel hat Ungarn fest im Griff, und traditionelle Winterphänomene werden immer seltener.
Noch bis in die frühen 2000er Jahre war ein zugefrorener Balaton im Januar selbstverständlich. Dicke Eisschichten von rund 20 Zentimetern luden regelmäßig zu winterlichen Aktivitäten ein. 2017 maß das Eis durchschnittlich 30 Zentimeter – fest genug, dass Menschen zwischen den Orten Badacsony und Fonyód auf Schlittschuhen das Seeufer wechselten, berichtet wunderbarerbalaton.de.
Balaton zugefroren: Sicherheitsregeln für Eisliebhaber
Experten betonen: Selbst bei einer geschlossenen Eisdecke bedeutet das nicht automatisch, dass diese für Wintersport geeignet ist. Für sicheres Betreten braucht es mindestens acht Zentimeter dickes Eis für eine Person, zwölf Zentimeter für Gruppen und 18 Zentimeter für Schlitten oder Eissegelboote.
Die aktuellen Wetterdaten zeigen eine Wassertemperatur von etwa einem Grad Celsius. Meteorologen erwarten, dass sich die Lufttemperatur in den kommenden Tagen dauerhaft unter dem Gefrierpunkt hält – eine Voraussetzung für eine stabile Eisbildung. Das Naturschauspiel lockt trotz der Gefahren täglich Besucher an die Ufer des 594 Quadratkilometer großen Sees. Während die einen die seltene Winterstimmung genießen, mahnen andere zur Vorsicht – denn hinter der märchenhaften Kulisse lauert eine tödliche Gefahr. (Quellen: Rai News, Wunderbarer Balaton) (kiba)