Absurde Szenen bei Skiflug-WM – ARD-Kommentator fassungslos: „In all den Jahren nie erlebt“

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Irre Szenen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf. Kameras fangen eine Situation ein, die auch die ARD-Kommentatoren noch nie erlebt haben.

Oberstdorf – ARD-Kommentator Tom Bartels und Skisprung-Legende Sven Hannawald haben mittlerweile wirklich vieles im internationalen Wintersport-Zirkus erlebt. Was sich ihnen aber nun bei der Skiflug-WM in Oberstdorf plötzlich als Anblick bot, machte selbst die beiden alten Hasen im Geschäft regelrecht sprachlos. Bartels sprach sogar von „einer der kuriosesten Situationen, die ich je erlebt habe“.

Schreck auf der Schanze in Oberstdorf: Plötzlich segeln Skier die Schanze herunter. © Screenshot: ARD

Was war passiert? Es lief noch der erste Durchgang des Skiflug-Teamwettbewerbs bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf. Im Schneetreiben im Allgäu machte sich gerade Marius Lindvik, am Samstag im Einzel-Wettbewerb furios zum Vize-Weltmeistertitel gesprungen, für seinen Sprung bereit. Schon auf dem Balken sitzend, flogen ihm plötzlich einfach fremde Skier von hinten in die Beine.

Großer Schreck-Moment bei der Skiflug-WM – plötzlich macht sich Ski selbstständig

Der Norweger Lindvik reagierte völlig verwirrt ob der durchaus gefährlichen Situation. Die ARD-Kameras fingen die Szene ein, zeigten auch, wie sich einer der Skier über den Schanzentisch begab und bis in den Zielbereich unten hineinglitt. Und zunächst wusste niemand so wirklich, wo das fremde Paar Skier herkam. Auch Bartels und Hannawald am ARD-Mikro waren völlig verdutzt. Ex-Vierschanzentournee-Sieger Hannawald mutmaßte vorerst noch, es könnte sich um Skier eines Vorspringers handeln. Doch sein Verdacht lenkte sich nach Ansicht der Bilder in eine völlig andere Richtung.

Denn die Werbung auf den Skiern lies die beiden Kommentatoren schnell mutmaßen: Die Skier könnten ausgerechnet Domen Prevc gehören. Der Superstar der aktuellen Saison führt den Gesamtweltcup souverän an, war am Vortag noch Skiflug-Weltmeister auf der Schanze geworden – und sollte eigentlich kurz nach Lindvik als vierter Springer des slowenischen Teams an den Start gehen.

Skiflug-Weltmeister verliert seine Ski auf der Schanze – ARD-Kommentator ist „fassungslos“

Schnell erhärtete sich der Verdacht. Szenen im TV zeigten den verdutzten Prevc. Ebenfalls fingen Kameras ein, wie Mitglieder des slowenischen Sprung-Teams mit einem Ersatz-Paar Skier loseilten, um sie auf die Schanze hochzubringen. Eine verrückte Situation. „Es gibt ja Bilder, die gibt‘s eigentlich gar nicht“, kommentierte Hannawald live in der ARD die Wiederholung, als der Ski sich selbstständig machte. „Man ist fassungslos, das hab ich in all den Jahrzehnten Skispringen noch nie erlebt“, fuhr es aus Bartels heraus. „Der beste Skispringer der Welt verliert seine Ski“.

Eine Erklärung, wie das passieren konnte, gab Andreas Bauer, Materail-Chef beim zuständigen Verband FIS, in der Pause zwischen den Durchgängen in der ARD. Prevc habe seine Skier an eine sich hinter dem Absprungbereich befindende Material-Box gelehnt. Die Möglichkeit, die vorgesehene Halterung zu nutzen, ließ Prevc offenbar aus. „Bei dem Schneefall ist es halt glatt und glitschig. Dann haben die Ski sich selbststädnig gemacht, sind in den Anlauf rein“. Bauer wendete sich dann an Hannawald, bestätigte, auch er habe „sowas noch nie erlebt“. Der ehemalige Top-Skispringer antwortete ebenfalls: „Ich bin ja nicht oft sprachlos. Aber heute suche ich schon Worte.“

Skiflug-Weltmeister Prevc sorgt für kuriosum auf der Schanze – Medaillen-Chance passé

Damit war das Drama allerdings noch nicht gegessen. Als Prevc dann seine Ersatz-Skier geliefert bekam, wurde ihm der Zutritt in Richtung Schanze verwehrt. Prevc durfte nicht springen, der Sprung fehlt den Slowenen nun in der Wertung. Trotz des fehlenden Sprungs reichte es für das Team allerdings noch, um in den zweiten Durchgang einzuziehen. Dort darf dann auch Prevc springen, erklärte FIS-Material-Chef Bauer.

Doch es wurde noch absurder. Die Slowenen legten Protest gegen die Entscheidung ein. Sloweniens erster Springer, Timi Zajc, saß bereits am Balken, um den zweiten Durchgang zu eröffnen, kehrte allerdings plötzlich wieder um. Am Funk wurde aufgeklärt: Es gab ein Missverständnis. Zajc hatte die Ablehnung des Protestes als Disqualifikation aufgefasst. Das Team durfte allerdings doch starten. „Das ist Skifliegen kurios, was hier passiert“, so Bartels, der die Zuschauer noch darauf hinwies: „Hier wird Skiflug-Geschichte geschrieben.“ Die vorher so großen Medaillen-Hoffnungen für die Slowenen waren da allerdings längst dahin. (han)