Streit um Setzkescher und Belly-Boote erhitzt die Gemüter der Sportfischer

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Gewählt (v.l.): Martin Gronegger, Maria Rott, Stefan Leipfinger, David Hanus, Michael Eberl, Anton Bichlmaier, Helmut Strohmeier (Ex-Organisationswart), Reinhard Maier, Florian König, Brigitta Poldinger (Ex-Kassierin), Bernhard Daschner, Walter Gschlößl, Christine Bichlmaier, Johannes Liebl, Adnan Braun, Matthias Hopp, Franz Flieher und Anton Braun. © Friedbert Holz

Der Sportfischereiverein Dorfen-Altenerding stimmte nicht nur einmal nach hitziger Diskussion ab. Nur die Vorstandswahl verlief ohne Diskussionen.

Pesenlern – Wenn sich fast 130 Angelfreunde treffen, kann’s laut hergehen. Nicht nur, dass sie sich in der Jahreshauptversammlung des Sportfischereivereins Dorfen-Altenerding im Gasthaus Bachmaier viel zu erzählen hatten. Sie vertraten auch lautstark unterschiedliche Standpunkte.

Sportfischereiverein Dorfen-Altenerding Ein Teil der Geehrten: v.l. Maria Rott, Anton Bichlmaier, Frank Oliver Biersack, Carlo Kanzler, Monika und Christine Bichlmaier, davor Benedikt Lenzen, Jakob Kailer, Ulrich Holzner, Marcus Radke, Alexander Baron, Georg Fußstetter und erster Vorstand Anton Braun.
Geehrt (v.l.) Maria Rott, Anton Bichlmaier, Frank Oliver Biersack, Carlo Kanzler, Monika und Christine Bichlmaier, davor Benedikt Lenzen, Jakob Kailer, Ulrich Holzner, Marcus Radke, Alexander Baron, Georg Fußstetter und Vorsitzender Anton Braun. © Friedbert Holz

Das erste Thema, das die Gemüter erhitzte und den Saal in zwei Lager teilte, war der Einsatz von Setzkeschern. In diesen röhrenförmigen Behältnissen, die vollständig ins Wasser gehängt werden, können gefangene Fische lebend gehalten werden. Seit den 1970er Jahren, als das Pokale-Fischen immer populärer wurde, spielen diese Kescher eine große Rolle im Angelsport. Damit lassen sich Fische auch bei höheren Temperaturen für den Verzehr länger aufbewahren.

Spitzenreiter Regenbogenforelle

Diese Methode, von Tierschützern geächtet, gefällt aber nicht allen der 300 Mitglieder. Und so brachte einer der Fischer vor allem beim Fangen von Salmoniden Bedenken vor. Gerade diese bei Sportanglern beliebte Fisch-Familie, zu der auch heimische Arten wie Forellen, Äschen oder Saiblinge gehören, bräuchten viel Sauerstoff. Daher habe ihre längere Aufbewahrung in einem Setzkescher nichts zu suchen. Weil sich die Diskussion darüber ausweitete, ergriff Vorsitzender Anton Braun das Wort und ließ die Versammlung über den weiteren Einsatz in den Vereinsgewässern abstimmen – die Mehrheit sprach sich klar dafür aus.

Ebenso klar war das Votum gegen das Fischen aus Belly-Booten. Dabei handelt es sich um einen aufblasbaren Ring in Form eines Mini-Schlauchboots, bei dem die Beine des Anglers im Wasser sind. Mit Flossen an den Füßen lässt sich das Boot leicht bewegen und ermöglicht damit Fischen auch aus der Mitte eines Gewässers. Allerdings ist das nicht überall erlaubt, und auch die Mitglieder sprachen sich mehrheitlich dagegen aus.

Ganz unproblematisch verlief indes die Wahl des neuen Vorstands. In ihrem Bericht über das vergangene Jahr erwähnte derweil Schriftführerin Maria Rott vor allem das Anfischen mit über 100 Teilnehmern aus zehn Vereinen, das Königsfischen und das erfolgreiche Fischerfest in Maria Thalheim (wir berichteten). Allerdings lasse das Engagement bei Arbeitseinsätzen zu wünschen übrig, auch Braun bat um künftig mehr Mithilfe.

Gewässerwart Adnan Braun hatte interessante Zahlen: So gab’s einen Fischbesatz von fast 3000 Kilogramm, bei der Fang-Statistik wurden 1844 Fische mit einem Gesamtgewicht von immerhin 1640 Kilo registriert.

Fischerfest lässt Kasse klingeln

Am häufigsten wurden Regenbogenforellen (508 kg) und Karpfen (132 kg) gefangen. Allerdings lasse die Sorgfalt beim Ausfüllen der Angelkarten und Fangbücher zu wünschen übrig. Der Nachwuchs, der 47 Jugendliche umfasst, war nach den Ausführungen von Jugendwart David Hanus wieder sehr aktiv. Zwei Zeltlager standen 2025 an, und auch heuer sind ein Lager sowie ein Angler-Flohmarkt geplant.

Auch dank des erfreulichen Umsatzes beim Fischerfest nahm der Verein rund 70 000 Euro ein, er hatte aber auch rund 62 000 Euro Ausgaben. Der Stand der Kasse beläuft sich auf rund 15 000 Euro, wie die scheidende Kassierin Brigitta Poldinger berichtete. Sie bekam für ihre langjährige Arbeit das Lob von Revisor Franz Flieher, dazu von Anton Braun noch den Titel Ehrenmitglied sowie ein Präsent. Auch der bisherige Organisationswart Helmut Strohmeier wurde damit ausgezeichnet.

Geehrt wurden für 50 Jahre Treue Georg Fußstetter und Ulrich Holzner, für 25 Jahre Joachim Beirle, Monika, Christine und Anton Bichlmaier, Maria Rott, Benjamin Sepp, Martin Sieber und Stefan Strohmaier sowie für zehn Jahre Alexander Baron, Frank Oliver Biersack, Hannes Eibl, Jakob Peter Kailer, Carlo Kanzler, Benedikt Lenzen, Marcus Radke, Sonja und Bernd Schott.