Einer der größten deutschen Autovermieter ist insolvent. Weil kein Investor Interesse an der Firma zeigte, muss das Geschäft jetzt vollständig eingestellt werden.
Hamburg – Der insolvente Hamburger Autovermieter Starcar und all seine Tochtergesellschaften werden abgewickelt. Es konnte kein neuer Eigentümer gefunden werden, wie Insolvenzverwalter Christoph Morgen mitteilte. Der Geschäftsbetrieb der Starcar-Gruppe werde daher angesichts des fehlenden Interesses aus der Branche oder von Finanzinvestoren vollständig eingestellt. Von den ehemals 615 Vollzeitbeschäftigten arbeiteten nun noch rund 170 im Unternehmen, um die noch gut 10.000 Fahrzeuge zu verwerten.
Starcar hatte im vergangenen Oktober Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen war den Angaben zufolge einer der führenden Mobilitätsdienstleister mit zahlreichen Standorten im gesamten Bundesgebiet und ernsthafter Konkurrent von Marktgrößen wie Hertz oder Sixt. Der Markt für Autovermietungen in Deutschland sei jedoch eng besetzt und stehe vor vielfältigen Herausforderungen, sagte Morgen. „Deshalb ist ein ernsthaftes Interesse an der Weiterführung der Gruppe oder Teilen davon leider ausgeblieben.“
Risiko für Kunden: Insolvenzverwalter warnt vor Betrugsversuchen
Die Verwertung der Fahrzeuge erfolge ausschließlich über den Automobilhandel. Derzeit gebe es noch 23 Standorte, wo die Fahrzeuge angenommen würden. Gleichzeitig laufe die Rückgabe an die Leasinggeber und Partner auf Hochtouren. Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Starcar-Gruppe warnte der Insolvenzverwalter vor betrügerischen E-Mails. „Unbekannte Dritte versuchen, unter Ausnutzung der Situation Daten abzugreifen oder Zahlungen zu veranlassen.“ Morgen appellierte daher, jede Mail kritisch zu prüfen und im Verdachtsfall keine Zahlungen zu leisten. (dpa, lf)