Kamtschatka versinkt im Winterchaos, während Wetterkarten fragen lassen, ob diese extreme Kälte nach Deutschland vorstoßen kann. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Kamtschatka ist eine abgelegene Halbinsel im äußersten Osten Russlands, eingeklemmt zwischen Pazifik, Beringsee und Ochotskischem Meer. Genau diese Lage macht die Region extrem schneeanfällig. Aktuell ziehen wiederholt kräftige Pazifik-Zyklonen über die Halbinsel hinweg und laden enorme Feuchtemengen ab. Gleichzeitig herrschen Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, ideal für schweren, kompakten Schnee.
In Städten wie Petropawlowsk-Kamtschatski liegen teils über zwei Meter Schnee, lokal durch Verwehungen deutlich mehr. Straßen, Gebäude und Infrastruktur sind massiv beeinträchtigt. Diese Wetter-Lage ist kein einzelnes Unwetter, sondern eine Serie dynamischer Tiefs, die immer neue Schneemengen nachführen. Meteorologisch spricht man von einer extremen maritimen Schneelage, die durch Gebirge direkt an der Küste zusätzlich verstärkt wird.
Das sibirische Eiskältehoch und Temperaturen bis minus 46 Grad
Parallel zur Schneelage hat sich über Ostsibirien ein mächtiges Kältehoch aufgebaut. In seinem Kern wurden Temperaturen bis nahe minus 46 Grad gemessen, typisch für klare, schneebedeckte Regionen mit langer Polarnacht. Dieses Hoch ist extrem stabil und reicht mit seinem Einfluss schrittweise nach Westen. Dabei wirkt es wie ein Kältereservoir, das kalte Luftmassen bereitstellt.
Entscheidend ist, wie weit dieses Hoch vordringen kann und ob es mit Tiefdruckgebieten über dem Atlantik oder Osteuropa interagiert. Solche Konstellationen können Wetterlagen kippen lassen, vor allem wenn der Polarwirbel geschwächt ist und blockierende Muster entstehen.
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Kann uns das in Deutschland auch treffen?
Eine direkte Übertragung der Kamtschatka-Verhältnisse auf Deutschland ist sehr unwahrscheinlich. Uns fehlen der offene Pazifik und die permanente Feuchtezufuhr. Dennoch kann das sibirische Kältehoch indirekt Einfluss nehmen. Sollte es weit genug nach Westen ausgreifen, könnten sehr kalte Luftmassen nach Europa einsickern. Treffen sie hier auf feuchte Luft aus dem Atlantik oder Mittelmeer, sind markante Winterlagen mit starkem Schneefall möglich.
Temperaturen wie minus 46 Grad bleiben dabei auf den Hochkern beschränkt, nicht auf Mitteleuropa. Realistisch sind kurze, scharfe Kältephasen und regionale Schneestürme – keine Schneebombe wie auf Kamtschatka, aber durchaus wettergeschichtlich relevante Episoden.