News zur Ukraine im Ticker: In Davos und Moskau wird über das Ende vom Krieg verhandelt, auch Trump ist involviert. Putin spricht über den Wiederaufbau.
Das Wichtigste in
diesem News-Ticker
- Ukraine-Verhandlungen wohl heute in Davos – Wolodymyr Selenskyj soll Donald Trump treffen.
- Trumps Top-Verhandler reist nach Russland – Wladimir Putin wird mit Steve Witkoff über das Ende vom Ukraine-Krieg verhandeln.
- Putins Verluste im Ukraine-Krieg steigen – Russlands Armee verliert 1070 Soldaten an einem Tag.
Kiew/Moskau/Davos – Die Kämpfe an der Front gehen weiter. Doch parallel dazu werden die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs heute an gleich zwei Orten weiter vorangetrieben. Auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos will sich US-Präsident Donald Trump am heutigen Donnerstag mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj treffen. Zunächst hatte Trump den gestrigen Mittwoch als Termin genannt, korrigierte die Angabe später jedoch vor Journalisten und erklärte, das Treffen solle am Donnerstag stattfinden, wie der US-Sender CNN berichtete.
Trump zeigte sich zuversichtlich, dass es bei den Gesprächen Fortschritte geben könne. Er sei der Ansicht, dass Selenskyj zu einem Abkommen bereit sei. „Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind“, sagte der Republikaner in Davos. Er bekräftigte zugleich seine Forderung, dass der seit fast vier Jahren andauernde Krieg in der Ukraine beendet werden müsse.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine-Verhandlungen wohl heute in Davos
Aus Kiew gab es zunächst keine Bestätigung für eine Reise Selenskyjs in die Schweiz. Der ukrainische Präsident hatte im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums erklärt, er habe keine Pläne, nach Davos zu reisen. Angesichts der schweren russischen Luftangriffe habe er im eigenen Land genug Probleme zu bewältigen. Eine Teilnahme komme nur infrage, wenn es Verträge zu unterzeichnen oder neue Hilfszusagen – etwa bei der Flugabwehr – zu verkünden gebe.
Auffällig war, dass Selenskyj am Mittwoch nicht wie gewohnt seine abendliche Videoansprache an die ukrainische Bevölkerung veröffentlichte. Dies könnte darauf hindeuten, dass er sich auf einer Reise befindet. Für eine Teilnahme am Forum müsste Selenskyj zunächst mit dem Zug von Kiew über die polnische Grenze reisen und von dort aus weiterfliegen.
Trumps Top-Verhandler reist nach Russland
Während die diplomatischen Kontakte in Davos laufen, wird in Russland der US-Sondergesandte Steve Witkoff für die Verhandlungen für ein Ende vom Ukraine-Krieg erwartet. Nach mehreren Gesprächen zwischen amerikanischen, europäischen und ukrainischen Vertretern soll Witkoff erneut Kremlchef Wladimir Putin treffen. Wie der US-Sender CNBC berichtete, habe Witkoff das Treffen für Donnerstag angekündigt. Begleitet werde er erneut von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, sagte der US-Unternehmer.
Beide waren bereits im Dezember in Moskau zu einem Gespräch mit Putin gereist. Am Dienstagabend trafen sie zudem am Rande des Wirtschaftsforums in Davos auf den russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew.
Ukraine-News: Reperationszahlungen? Putin spricht erstmals über Finanzierung von Wiederaufbau
Putin signalisierte unterdessen Bereitschaft, über Fragen des Wiederaufbaus nach einem möglichen Ende der Kämpfe zu verhandeln. So erklärte er zunächst, Russland könne „eine Milliarde Dollar aus dem in den USA festgehaltenen Geld für eine Beteiligung am von Trump ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat verwenden“. Anschließend fügte er hinzu: „Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten übrigens nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.“
Unklar bleibt, ob Putin damit Zahlungen an Kiew meint oder den Wiederaufbau in jenen Gebieten, die Russland für sich beansprucht. Die Positionen – insbesondere auf russischer Seite – sind weiterhin verhärtet.
Russland beharrt bislang auf weitreichenden Forderungen. Nach Angaben aus Moskau setzt der Kreml für einen Friedensschluss voraus, dass neben den bereits besetzten Landstrichen auch weitere Gebiete von der Ukraine geräumt und als Teil der Russischen Föderation anerkannt werden. Außerdem soll die Ukraine auf einen Beitritt zur NATO und auf eine starke Armee verzichten – Forderungen, die Kiew entschieden ablehnt, da das Land in einer robusten Verteidigung Abschreckung und Schutz vor weiteren russischen Angriffen sieht. Außenminister Sergej Lawrow forderte am Montag zudem faktisch einen Regierungswechsel in Kiew.
Putins Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Ungeachtet der Friedensverhandlungen gehen aktuell aber die Kämpfe an der Ukraine-Front weiter. Vor allem Russland bezahlt für seine Offensiven einen hohen Blutpreis. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat Russland im Verlauf des vergangenen Tages 1070 Soldaten verloren – getötet oder verwundet. Die gesamten Verluste der russischen Armee werden damit seit Beginn des Angriffs am 24. Februar 2022 auf etwa 1.230.810 Soldaten beziffert. Darüber hinaus habe Russland 11.596 Panzer, 23.943 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 36.516 Artilleriesysteme eingebüßt. (red mit Agenturen)