Der 17-jährige Leon Lamprecht aus Miesbach spielt für die deutsche U17-Nationalmannschaft. Beim Vier-Nationen-Turnier erzielte er wichtige Tore für sein Team.
Miesbach – An sein erstes Eishockeyspiel für Deutschland erinnert sich Leon Lamprecht noch gut: „Das war in Füssen mit 15 Jahren gegen Österreich im Vier-Nationen-Turnier“, erzählt der Miesbacher über die „komplett neue Erfahrung mit neuen Spielern und dem Adler auf der Brust“. Die anfängliche Angst, Fehler zu machen, habe sich aber nach dem ersten Wechsel gelegt, und alles habe sich so angefühlt wie jedes Spiel in der Sportart, für die er brennt.
Der gerade erst 17-Jährige steht auf dem Eis, seit er denken kann. „Mit zweieinhalb Jahren stand Leon zum ersten Mal auf dem Eis – in der Eislaufschule des TEV Miesbach“, beschreibt Mutter Antonia Lamprecht die ersten Gehversuche auf dem Weg „zu einer Leidenschaft, die ihn bis heute antreibt“. Leon selbst spricht vom „Glück, in der Nähe der Miesbacher Eishalle aufwachsen zu dürfen“, wo nicht nur er, sondern auch seine Schwestern Lara und Nina Gefallen am schnellen Kufensport fanden. Nina stürmt noch für die U17 des TEV, während Lara mittlerweile bei den Tölzer Frauen spielt.
Leon wechselte vor drei Jahren zu den höherklassigen Starbulls nach Rosenheim. Dort erkämpfte sich der Schüler am Gymnasium Miesbach nicht nur einen Stammplatz, sondern schaffte auch den Sprung ins Nationalteam des Jahrgangs 2009.
Mit dem war Lamprecht zuletzt beim Vier-Nationen-Turnier im französischen Vaujany nahe Grenoble im Einsatz, wo Deutschland gegen die Schweiz (0:6), Slowakei (7:6 nach Penaltyschießen) und Gastgeber Frankreich (3:4 nach Verlängerung) antrat, das seine U18 ins U17-Turnier schickte. Nachdem sie gegen die Schweiz erst schwer ins Spiel fanden, steigerte sich das DEB-Team. Groß war die Freude, als Lamprecht gegen die Slowakei eine Minute vor Spielende den Ausgleich erzielte. Ein weiteres Mal traf der Stürmer zum 1:0 gegen Frankreich.
Aktuell geht es vornehmlich mit der Rosenheimer U17 um die Playoff-Plätze in der Meisterrunde der Division 1. Der Miesbacher hat in zwölf Spielen sechs Tore und zehn Assists zum aktuell zehnten Platz beigetragen und gelegentlich auch in der U20 in der DNL ausgeholfen.
Die nächste Gelegenheit, das Deutschland-Trikot überzustreifen, könnte der 17-Jährige Anfang Februar haben. Dann holt U17-Honorar-Bundestrainer Sebastian Staudt Team Deutschland zu einem Lehrgang mit anschließendem Zwei-Nationen-Vergleich zusammen.
Antonia Lamprecht sieht in ihrem Sohn ein Vorbild für viele Kinder und Jugendliche in der Region: „Wer früh mit Begeisterung startet, fleißig trainiert und nie den Spaß verliert, kann große Ziele erreichen – ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren“, sagt sie mit Stolz. Leons Weg zeige, dass es nicht nur um Tore und Siege gehe, sondern auch um Teamgeist, Durchhaltevermögen und die Freude am Sport. „Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft für alle jungen Talente: Träume beginnen oft ganz klein – manchmal schon mit den ersten Schritten auf dem Eis.“