Ein Bergdorf in den Alpen verwandelt sich gerade zu einer Goldgrube. Ein Teller Nudeln ist unbezahlbar, schimpft ein Schweizer Reporter.
Davos – Im Restaurant essen, ist inzwischen fast überall ein teures Vergnügen. In der Schweiz sind die Gastro-Preise für Urlauber auf einem noch höheren Level. Doch selbst ein Schweizer erlebt im Bergdorf Davos gerade sein blaues Wunder. Für eine Portion Spaghetti verlangt ein Gasthaus 51 Franken – umgerechnet fast 55 Euro.
Während des Weltwirtschaftsforums (WEF vom 19. bis zum 23. Januar) sind die Preise im Schweizer Kurort Davos expoldiert, beklagt ein Reporter in der Schweizer Zeitung Blick. Wenn sich die Weltelite in dem 11.000-Einwohnerort versammelt, scheint dort nichts mehr normal zu sein.
Preis-Wahnsinn in Alpendorf: Lokal in Davos verlangt für Pasta für 51 Franken
Die Speisekarte in einem Lokal direkt an der Skipiste, dass auf seiner Webseite mit gutbürgerliche Küche für Einheimische und Touristen wirbt, löst bei dem Schweizer erst Staunen und später „Entsetzen“ aus: Spaghetti für 51 Franken, Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti für 68 Franken und Rinderfilet mit Kräuterbutter für 75 Franken.
Auf Fotos der Speisekarte ist zu lesen, dass die 51-Franken-Spaghetti mit Rinderfiletstreifen, Grillgemüse und pikanter Tomatensauce serviert werden. Es hört sich schon nach einer recht gehobenen Nudelvariante an. Online ist die Speisekarte des Berggasthof leider nicht verfügbar. Allerdings liegt das Lokal in Davos preislich über der legendären „Kronenhalle“ in Zürich. Einem „Restaurant mit einer Grandesse, die in Zürich einzigartig ist“, wie es in einem Artikel des Feinschmeckerführer Gault&Millau heißt. Laut der Nachmittagskarte (online einzusehen) kostet ein „Kalbsfilet geschnetzelt ‚Kronenhalle‘ mit Rösti 63 Franken, und eine Rinderfilet 72 Franken. Unter „Hors D‘Oeuvres“ ruft das Restaurant eine Pasta mit Tomatensauce für 34 Franken auf.
„Selbst schuld wer solche Preise zahlt“ – wenige Verständnis für Gejammer
Am WEF in der Schweiz verdienen sich die Reichen eine goldene Nase, während die Normalverdiener verdrängt oder ausgebeutet werden, findet ein Nutzer auf Facebook unter dem Blick-Post. Einige halten die ganze Veranstaltung in der Schweiz für inzwischen völlig überflüssig. Einige schämen sich Schweizer zu sein.
Andere verstehen dagegen die Empörung über die extremen Preise überhaupt nicht. Können das Gejammer nicht hören. „Selbst schuld wer solche Preise zahlt“, oder „um diese Zeit geht man einfach nicht nach Davos“ und „Die Elite hat es ja...“ ist in den Kommentaren zu lesen.
Doch eine humorvolle Bemerkung kommt besonders gut an: „...für Trump &Co. noch 200% Zollzuschlag...“. Über 150 Mal lassen die User für den Spruch ein Daumen-hoch- Emoji da. Doch nicht nur in der Gastronomie auch bei den Immobilien treibt die Prominenz die Preise nach oben. (Quellen: blick.ch, 20min.ch, bolgenplaza.ch, Kronenhalle, Gault&Millaut) (ml)
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