Bei Macrons Auftritt in Davos rieben sich einige die Augen: Frankreichs Präsident trug eine dicke Sonnenbrille. Die Marke erlebt einen regelrechten Hype.
Davos – Seinen Blick sah niemand. Und dennoch zog Emmanuel Macron bei seinem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos alle Blicke auf sich. Mit markanter Pilotenbrille zeigte sich Frankreichs Präsident im Schweizer Luxusort. Schnell wurde viel diskutiert. Und plötzlich steht auch die herstellende Firma des Accessoires groß im Fokus.
Macron selber lieferte in Davos keine Erklärung, wieso er die markante Sonnenbrille trug. Der Hintergrund ist allerdings medizinischer Natur, wie er zuvor selbst bei einer Veranstaltung in Frankreich erklärt hatte. „Bitte entschuldigen Sie das unschöne Aussehen meines Auges“, hatte Macron laut Deutscher Presse-Agentur mit geröteten, blutunterlaufenen Auge, gesagt. Es sei nichts Ernstes. Hintergrund soll eine Augenentzündung sein.
Macron tritt in Davos mit Sonnenbrille auf: Trump spottet – Hersteller wird überrannt
In Davos wurde dennoch sofort viel über Macron und seine Sonnenbrille geredet. Donald Trump, der in Davos einen neuen Grönland-Deal einfädelte, verspottete seinen Amtskollegen aus Frankreich gar in seiner Rede. „Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?“, meinte Trump in seiner Rede in Davos zu Macrons Auftritt am Vortag mit der Brille. Und auch im Internet blieb der Hype nicht aus. In Deutschland verglichen Macron etwa einige Nutzer mit Ex-Kanzler Olaf Scholz, der in seiner Amtszeit nach einer Augenverletzung kurzzeitig eine Augenklappe trug. Nur, dass Macrons Auftritt durchaus „cooler“ gewesen sei.
Wie so oft regen derartige Auftritte auch zur Nachahmung an. Schon der graue Jogginganzug, den Venezuelas Ex-Machthaber Nicolas Maduro bei seiner Verhaftung durch die USA trug, wurde bei Nike zum Verkaufsschlager. Nun hoben auch viele Zeitungen das Bild von Macron mit seiner Sonnenbrille auf die Titelblätter – und der kleine französische Hersteller der Luxusbrille kann sich vor Anfragen inzwischen kaum noch retten. Der Online-Shop der Marke Henry Jullien war zeitweise überhaupt nicht mehr erreichbar.
Macron mit Luxus-Sonnenbrille in Davos – so teuer ist das Accessoire
„Unsere Freunde und Kunden haben angefangen, uns zu fragen, ob das unsere Brille ist, das macht uns wirklich stolz“, sagte Stefano Fulchir, der Chef von iVision Tech, der italienischen Muttergesellschaft der Brillenmarke, dem Sender RTL. Hunderte an Mails und Anfragen seien bereits eingegangen. „Im Durchschnitt stellen wir jährlich 100 dieser Pacific-Modelle her, aber angesichts der großen Aufmerksamkeit, die sie erhalten, müssen wir dieses Jahr vielleicht 1000 Stück produzieren. Wir haben bereits Kunden, die nach dem gleichen Modell fragen“, sagte Fulchir. Auf Instagram wirbt die Marke Henry Jullien bereits mit einem Foto, das Macron in Davos mit der Brille zeigt, für das Modell zum Preis von 659 Euro.
Doch die Piloten-Sonnenbrille sorgt nicht überall für Begeisterung. Die Zeitung „Le Figaro“, die ausführlich über Macrons Brillenmodell aufklärte, erntete auch kritische Kommentare. „Nein, für wen hält er sich eigentlich? Er wirkt völlig verrückt“, reagierte ein Leser. „Eine Brille macht noch keinen großen Mann“, ätzte ein anderer. „Hofft er, wieder internationale Bedeutung zu erlangen, indem er den Clown spielt?“, fragte ein anderer Leser. Auch gab es den Vorschlag, Macron hätte besser eine Augenklappe tragen sollen. (Quellen: dpa, Henry Jullien) (han)