Der Gemeinderat lehnt den Lidl-Markt in Inning vorerst ab

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Die Mehrheit im Inninger Gemeinderat kann sich einen Discounter in Inning aktuell nicht vorstellen. © FotoPrensa/Imago

Ein Discounter hat Interesse am Standort Billerberg im Gewerbepark. Doch die Ratsmehrheit befürchtet Verkehrsprobleme und will erst den neuen Edeka abwarten.

Inning - Die Vorfreude auf einen neuen, großen Edeka-Vollsortimenter im künftigen Nahversorgungszentrum am südlichen Ortsende von Inning ist offenbar so groß, dass sich über den Zuzug eines Discounters am nördlichen Ortsende im Gemeinderat niemand Gedanken machen will. Der Projektentwickler des neuen Eigentümers am Billerberg auf dem ehemaligen Euroboden-Areal will dort mit einem Lidl-Markt einen „Anker“ werfen, in der Hoffnung, damit weitere Nutzer für die rund 21 000 Quadratmeter große, brachliegende Fläche im Gewerbepark Inning/Wörthsee locken zu können. Aber auch die Aussicht auf eine damit verbundene Gewerbesteuereinnahme konnte die Ratsmehrheit in der Sitzung am Dienstag nicht überzeugen.

Ich persönlich möchte mir da kein Kuckucksei ins Nest legen.

Im Bebauungsplan für das Gebiet ist ein Discounter nicht vorgesehen, und gerade erst hatte der Gemeinderat gegen eine Änderung gestimmt. Dass Bürgermeister Walter Bleimaier trotzdem Vertreter von Lidl und Projektentwickler Aviam zur Sitzung am Dienstag eingeladen hatte, brachte CSU-Gemeinderat Andreas Diethelm einigermaßen auf die Palme. Und wie sich nach der Präsentation herausstellte, stand er mit seiner Meinung nicht allein da – zumindest für den Moment.

„Man kann ja mal die Ohren offen halten, wie die Reaktionen so sind“, sagte Monika Schüßler-Kafka (UWG). „Aber ich persönlich möchte mir da kein Kuckucksei ins Nest legen.“ Mit dem Kuckucksei war der Lidl-Markt gemeint. Dieser soll von der großen freien Fläche nämlich nur 6500 Quadratmeter einnehmen. Der Markt selbst würde eine Verkaufsfläche von 1150 Quadratmetern haben. „Da bleibt viel Fläche übrig“, fand Schüßler-Kafka und sagte: „Das pressiert nicht. Drüber nachdenken können wir ja mal.“ Walter Bleimaier allerdings wollte, wohl auch angesichts knapper Kassen, lieber „Schwung in die Sache bringen, bevor die Fläche brach liegen bleibt“, wie er erklärte.

Lidl sei der Anker, um den herum entwickelt werden solle, erklärte Kai-Uwe Ludwig als Vertreter des Projektentwicklers. Er erinnerte daran, wie schwierig es aktuell sei, neue Nutzer zu gewinnen. Lidl könne ein Argument mehr sein, nach Inning zu gehen. „Ein Discounter in Schlagdistanz ist gut“, sagte er. Das gelte auch für Inning. Die nächsten Discounter befänden sich in Greifenberg, Fürstenfeldbruck und Gilching.

Dr. Ayaj Singh (FDP) fand Wettbewerb gut und war auch nicht der Meinung, dass damit eine Konkurrenz für den Vollsortimenter am anderen Ortsende entstehe. CSU-Gemeinderätin Anna Herrmann räumte ein, dass es viele Ininger gebe, die sich über einen Discounter freuen würden, „aber ich seh schon auch ein Verkehrsproblem“, sagte sie. „Wir züchten uns mit Lidl einen Mordsverkehr“, hatte zuvor bereits Marita Seefelder (Grüne) gesagt. Die Vertreter von Lidl und Aviam waren sich hingegen sicher, im Ort keinen zusätzlichen Verkehr zu erzeugen.

Als Innings Bauamtsleiterin Michaela Meinhold am Ende der Diskussion an die frei werdende Einzelhandelsfläche am Standort des noch bestehenden Edeka-Marktes gegenüber des künftigen Vollsortimenters erinnerte, stand für Anja Wagatha (CSU) fest: „Das können wir nicht hopplahopp entscheiden. Das ist Aufgabe vom nächsten Gemeinderat.“ Bis dahin wird es möglicherweise auch Reaktionen geben, wie sie sich Monika Schüßler-Kafka wünschte. Einen Beschluss fasst der Gemeinderat nicht.

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