Wegen der Höhe: Schaugerüst soll Zweifel klären

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Das Unternehmen Garten Reichl in Bad Wiessee möchte ein neues Gewerbehaus mit Wohnungen errichten. Auch wegen der Nähe zur evangelischen Kirche sorgte die geplante Höhe für Bedenken im Bauausschuss. © Thomas Plettenberg

Der Bauausschuss fordert ein Schaugerüst für den Neubau der Firma Reichl. Die geplante Gebäudehöhe sorgt für Bedenken bei den Gemeinderäten.

Bad Wiessee - Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Reichl hat eine lange Tradition in Bad Wiessee – und will die auch fortsetzen. Der Wiesseer Bauausschuss bereits im Herbst 2024 dem Vorhaben zugestimmt, anstelle des Altbestands an der Münchner Straße den Neubau eines Gewerbehauses mit Wohnungen und Tiefgarage zu realisieren. Auf den Vorbescheidsantrag folgte nun der konkrete Bauantrag. Und der wich – was die Höhenentwicklung anbelangt – von den ursprünglichen Planungen deutlich ab.

„Das erscheint mir viel, da habe ich ein bisserl Bauchweh“, sagte in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung Johann Zehetmeier (FWG) zu den Änderungen. Laut Bauamtsleiter Anton Bammer sind nun „wesentlich höhere Wand- und Firsthöhen“ vorgesehen. Konkret geht es bei der Wandhöhe um eine Differenz von 1,20 Metern, sie soll laut Antrag 9,20 Meter betragen. Aus Sicht der Bauverwaltung würde sich der Hauptbaukörper von der Kubatur und Ausprägung her dennoch „gut in die Umgebungsbebauung einfügen“. In der Nachbarschaft befinden sich etliche große Gewerbebauten.

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Das sah auch CSU-Sprecher Florian Sareiter so – wenngleich er einräumte, dass es sich um ein „Riesengebäude“ handle. Allerdings diene das einem „guten Zweck“ und ermögliche einer einheimischen Firma, Mitarbeiterwohnungen zu realisieren und somit den Standort zu sichern. Während im Erdgeschoss nämlich eine reine Gewerbenutzung unter anderem mit Büro, Handwerks- und Lagerflächen stattfinden soll, sieht die Planung im Ober- und Dachgeschoss insgesamt 44 – überwiegend sehr kleine – Wohnungen vor.

Für Johannes von Miller (Grüne) war vor allem die evangelische Kirche, die sich in unmittelbarer Nähe hinter dem Firmengebäude befindet, ein Knackpunkt. Die Sicht darauf könnte durch den nunmehr sehr hohen Neubau gestört werden, befürchtete er. Miller brachte daher den Vorschlag eines Schaugerüsts ins Spiel.

Während CSU-Gemeinderat Georg Erlacher das Engagement des einheimischen Unternehmens würdigte („ich bin froh, dass junge Leute so etwas in Angriff nehmen“) und sein Fraktionskollege Peter Kathan darauf hinwies, dass die Kirche von der Straße her ohnehin nicht mehr wahrnehmbar sein werde, äußerten andere Ausschuss-Mitglieder ebenfalls Bedenken. So erklärte Benedikt Dörder (SPD) zur Höhenentwicklung: „Da waren wir bei anderen Entscheidungen in den letzten fünf Jahren wesentlich pingeliger.“

Schließlich war es Bernd Kuntze-Fechner (SPD), der offiziell den Antrag auf Errichtung eines Schaugerüsts stellte, damit sich die Gemeinderäte ein besseres Bild von der tatsächlichen Höhe des Neubaus machen können. Auch Bürgermeister Robert Kühn (SPD) plädierte dafür. „Keiner ist gegen das Projekt“, betonte er, „aber für uns ist es eine Absicherung, damit wir hinterher nicht überrascht sind.“ Mit 6:3 Stimmen sprach sich der Ausschuss letztlich für das Aufstellen eines Schaugerüsts aus. Folglich wurde das gemeindliche Einvernehmen zu dem Antrag erst einmal verweigert – zunächst müsse ein Schaugerüst her. Der Beschluss fiel einstimmig.

Zu großartigen Verzögerungen dürfte das bei dem Projekt nicht führen. Laut Bammer muss bei einigen Details der Planung ohnehin noch nachgebessert werden. So müssten beispielsweise weitere acht Kfz-Stellplätze auf dem Baugrund nachgewiesen werden. Auch gebe es noch offene Fragen zu einer geplanten Stützmauer sowie den Baulichkeiten für Kies-, Humus- und Sandlager. „Wir hätten so und so eine zweite Runde drehen müssen“, stellte Florian Sareiter fest. Durch das Schaugerüst vertue man sich also nichts.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/region-tegernsee/bad-wiessee-ort95312/wegen-der-hoehe-schaugeruest-soll-zweifel-klaeren-94131888.html