Vier engagierte Bürger haben das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten erhalten

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Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten hat Landrätin Andrea Jochner-Weiß (2.v.re.) an (v.l.) Franz Tafertshofer, dessen Mutter Marianne Tafertshofer, Marianne Bußjäger und Rudolf Ottl überreicht. © Wilfried Nass

Landrätin Andrea Jochner-Weiß ehrte verdiente Bürger für jahrzehntelanges Engagement. In einer Familie gab es sogar eine doppelte Auszeichnung.

Obersöchering – Natürlich in Tracht ist unter anderem Rudolf Ottl aus Obersöchering zur Ehrungsveranstaltung für ehrenamtliches Engagement nach Weilheim gekommen. Seit einem halben Jahrhundert ist er im Gebirgs-Trachtenerhaltungsverein „Stoaröserl“ Söchering aktiv, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß berichtete. Inzwischen auch als Vorstand hat Ottl dort viele hundert Stunden in die Vereinsarbeit investiert. Sei es in die Organisation des Gaufests der Trachtenvereinigung oder in die jährlichen Dorffeste und den Weihnachtsmarkt.

Klöpfeln konnte wiederbelebt werden

Für seinen persönlichen Einsatz, durch den Tradition und Brauchtum bewahrt und „nicht ins Museum gestellt werden“, gab es für ihn wie auch für den zweiten Ausgezeichneten an diesem Abend verdienten Applaus. Seit über 30 Jahren kümmert sich schließlich auch Franz Tafertshofer aus Polling im Trachtenverein „D‘Ammerbergler Polling“ um die Erhaltung des lokalen Kultur- und Brauchtumsguts. Zusammen mit den Vereinsmitgliedern besucht er dazu unter anderem einmal im Jahr die Pollinger Grundschule, um den Kindern die bairische Sprache und Kultur beizubringen. Dazu konnte Franz Tafertshofer alte, beinahe verschwundene Bräuche wie das sogenannte Klöpfeln und das Frauentragen im Ort wiederbeleben.

Das Engagement für die Heimat liegt Tafertshofer dabei im Blut. Immerhin war schon sein Vater mit eben jenem Ehrenzeichen geehrt worden, während Mutter Marianne noch am selben Tag als dritte Person ausgezeichnet wurde. Für gleich 50 Jahre im Trachtenverein „D‘Ammerbergler Polling“ erhielt auch Marianne Tafertshofer Urkunde und Orden. Als „zuverlässige Kuchenbäckerin“, Organisatorin verschiedener Feste und gute Seele der Strickdamenrunde habe sie sich zudem einen Namen gemacht. Und nicht zuletzt als eine Frau, die sich „unter Zurückstellung der eigenen Interessen“ für die Gemeinschaft einsetzt und im Notfall auch schon mal der Landrätin vor der Kirche die Knöpfe annäht, wie Jochner-Weiß lächelnd berichtete.

Marianne Bußjäger leitet sei 50 Jahren das Frauenturnen

Groß feiern möchte die Familie Tafertshofer die doppelte Auszeichnung allerdings nicht. Auch wenn es nicht oft vorkommt, dass es in einer Familie gleich drei derart Geehrte gibt, „steht morgen wieder die Arbeit an”, so Sohn Franz.

Im Landratsamt gab es zumindest einen Sektempfang und viel Applaus sowie eine Laudatio für die vierte Ehrenträgerin: Seit 50 Jahren leitet Marianne Bußjäger das Frauenturnen in Wildsteig im Ehrenamt. Als Förderin von „Zusammengehörigkeit, Kameradschaft und Lebensfreude“ ist die 77-Jährige eine hervorragende und unverzichtbare Stütze für das Gemeinwohl und damit wie alle Geehrten ein Vorbild für den Landkreis.

VON WILFRIED NASS