Der Fortbestand des Kranzberger Lebensmittelgeschäfts „Zum Rauschecker“ ist gesichert. Nach dem Tod des Betreibers Reinhard Haberl stand das Aus des Kramerladens zu befürchten. Jetzt hat sich ein Paar gefunden, dass das Geschäft übernimmt. Die Wiedereröffnung ist für Anfang Februar geplant.
Kranzberg – Die Bemühungen, Nachfolger für den Lebensmittelhändler Reinhard Haberl zu finden, sind von Erfolg gekrönt. Sehr zur Freude der Eigentümer Alfons (86) und Elfriede Rauschecker (81), die wesentlichen Anteil daran hatten, dass es mit dem Geschäft weitergehen kann. Nicht zuletzt dürfte auch in der Kranzberger Bevölkerung große Erleichterung über den Fortbestand herrschen.
Die Anstrengungen, das Aus des beliebten Kramerladens abzuwenden, fanden zuletzt breite Unterstützung. Die Gemeinde, allen voran Bürgermeister Hermann Hammerl, veröffentlichte eine entsprechende Internet-Kampagne. Damit nicht genug: Im Wahlkampf sprachen sich praktisch alle Gruppierungen für die Förderung und den Erhalt der Nahversorgung im Ort aus. Zuletzt war das auch Thema einer CSU-Infoveranstaltung beim Metzgerwirt. Bei der Gelegenheit stellten sich die neuen Betreiber, Maria (42) und Peer Grahle (45), erstmals der Öffentlichkeit vor (wir haben berichtet).
Das Ehepaar Grahle, das seit sieben Jahren in Kranzberg wohnt, ist hoch motiviert und bringt beste Voraussetzungen mit, wie das FT während eines Lokaltermins erfahren hat. Demnach hat Peer Grahle den Beruf des Einzelhandelskaufmanns erlernt. Im Zuge dessen hat er im Raum München zwölf Jahre lang verschiedene HIT-Lebensmittelmärkte geleitet. Maria Grahle hat als Schneiderin ebenfalls bereits Erfahrung mit einem eigenen Laden gemacht. Zur Zeit ist man noch intensiv mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Der Laden entsprach zuletzt technisch nicht mehr dem neuesten Stand. Maria Grahle nannte als Beispiele etwa eine Erneuerung der Wasserleitungen. Außerdem seien neue Kassen mit entsprechender Digitalisierung von Nöten. Neben Kartenzahlung soll künftig auch Bezahlung via Handy-App möglich sein.
Die neuen Betreiber wollen an Bewährtem wie etwa an den allseits beliebten Leberkäs‘-Semmeln und einer warmen Theke festhalten. Neben der Stammkundschaft will man den Fokus aber auch auf junge Leute legen und sich nach deren Bedürfnissen richten. So sollen beispielsweise Beilagen und Salate das Brotzeitangebot abrunden. Um genau herauszufinden, was die Kundschaft will, hat man eine Online-Umfrage gestartet, die innerhalb kürzester Zeit auf beachtliche Resonanz gestoßen ist. Knapp 200 Vorschläge seien bereits eingegangen. Ansonsten setzt man auf Mundpropaganda und Flyer, die im Laden verteilt werden.
Maria und Peer Grahle sind jedenfalls guter Dinge. Auch und gerade deshalb, weil sie von den Rauscheckers, die den Kramerladen dereinst von Gründer Johann Rauschecker übernommen und 40 Jahre selbst betrieben haben, nach Kräften unterstützt würden. „Wir haben Glück gehabt und sind froh“, sagt Alfons Rauschecker über die neuen Betreiber. Maria Grahle betont, dass es bis dato noch kein Problem gegeben hätte, das man mit Hilfe der Rauscheckers nicht in den Begriff bekommen habe.
Den Namen des Traditionsgeschäfts mitten im Ort will man selbstverständlich beibehalten. Und auch was das Personal betrifft, sollen keine Abstriche gemacht werden. Alle sechs Teilzeitkräfte werden übernommen, wie die Grahles auf FT-Nachfrage bekräftigen. Zudem wollen beide im Laden präsent sein. „Sonst macht das keinen Sinn“, sagt Maria Grahle. All das klingt nach einem ziemlich viel versprechenden Neuanfang. Am Montag, 2. Februar, soll es soweit sein. „Wenn nicht noch etwas Komisches dazwischenkommt,“ so die neue Chefin.