Italien im Sturm-Chaos: „Reißende Schlammströme“ in Urlauber-Orten – heftige Schäden nach Zyklon

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In Italien wütet aktuell ein schwerer Sturm. Besonders im Süden des Landes gibt es Sturmfluten und Überschwemmungen. Auch viele Urlauber-Orte sind betroffen.

Rom – Ein Zyklon sorgt in Italien aktuell für einen Ausnahmezustand. Im Süden des Landes treffen teils meterhohe Wellen an die Küsten von Urlauber-Orten. Auf Sizilien ist von einem „Jahrhundertereignis“ bezüglich Wetter die Rede.

Der Zyklon „Harry“ hat in Süditalien für heftige Schäden gesorgt. © IMAGO / Independent Photo Agency Int//IMAGO / Anadolu Agency

Der Zyklon „Harry“ zieht nach Angaben von il meteo aktuell über die Straße von Sizilien und sorgt deshalb in der gesamten Südhälfte von Italien für teils heftige Regenfälle. Besonders viel Regen soll demnach in Kalabrien und im Raum Matera herunterkommen. In Kalabrien galt am Mittwoch (21. Januar) den dritten Tag in Folge Alarmstufe Rot. Auch für den Südosten Sardiniens und Siziliens hat Italiens Zivilschutz am Mittwoch die rote Alarmstufe ausgegeben.

Heftiger Sturm in Italien: Evakuierungen nach Sturmfluten

Generell bleibt das Wetter von Apulien bis zur Romagna instabil. Nur der Norden Italiens bleibt aktuell verschont. Dafür hat der Sturm im Süden Italiens teils heftige Folgen.

Schon am Dienstag (20. Januar) mussten knapp 200 Menschen ihre Häuser verlassen. In Acireale wurden vorsorglich 95 Häuser in zwei Küstenabschnitten geräumt. Auch auf Sardinien wurden laut Rai knapp 20 kleine, ländliche Orte evakuiert, da der Wasserspiegel bedrohlich anstieg. Schulen in Sizilien blieben vielerorts geschlossen. So fiel der Unterricht am Mittwoch etwa in Catania, Messina und Ragusa aus.

In der zweitgrößten Stadt Siziliens, Catania, ist die Lage besonders angespannt. Schon am Dienstagabend überschwemmte das Meer die Straßen des Küstenorts Primo Sole südlich der Stadt. Rai berichtet von „reißenden Wasser- und Schlammströmen“. Menschen und Tiere wurden evakuiert. Zuvor wurden Stromleitungen abgeschaltet, um den Einsatzkräften mehr Sicherheit zu gewährleisten. Auch in der Nacht auf Mittwoch wütete der Zyklon in der Region weiter. Sturmfluten spülten Schutzbarrieren, Trümmer und große Mengen Sand an die Küsten.

In Teilen Siziliens trafen zehn Meter hohe Wellen auf die Küste, wie Rai berichtet. In dem Küstenort Sant‘Anna richteten die Wellen enorme Schäden an Häusern an, die direkt an der Küste gebaut sind. Das zeigen Video-Aufnahmen aus dem Ort.

In Kalabrien trifft der Sturm besonders den Ort Catanzaro. Zahlreiche Bäume und Strommasten wurden entwurzelt und umgerissen, Straßen und in tieferen Gebieten geparkte Autos wurden überflutet, Badeorte in der Region schwer beschädigt. Das Koordinationszentrum des Katastrophenschutzes in Catanzaro sprach wegen Ausmaß und Dauer der Regenfälle von einem „Jahrhundertereignis“. Der Bürgermeister von Catanzaro, Nicola Fiorita, kündigte an, den Katastrophenfall zu beantragen. „Dies sind schwere Zeiten für unsere Stadt“, so Fiorita. (Verwendete Quellen: Rai, il meteo, ansa, vigili del fuoco auf x) (rjs)