Doppelt so viele Fälle von KI-Betrug an norwegischen Universitäten

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Smartphone mit ChatGPT (Symbolbild). © Sven Simon/Imago

Laut einer Erhebung wurden doppelt so viele Betrugsfälle wie im Vorjahr dokumentiert. Die norwegische Bildungsministerin und Experten fordern Reformen an den Universitäten.

Oslo – Norwegens zehn größte Universitäten und Hochschulen registrierten im Jahr 2025 insgesamt 190 Fälle, in denen Studierende bei Prüfungen oder Abgaben unerlaubt künstliche Intelligenz zur Lösung von Aufgaben oder bei Prüfungen einsetzten. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr, als 95 solcher Fälle bekannt wurden.

Die KI-Vorfälle machten fast die Hälfte aller 406 gemeldeten Betrugsfälle aus, wie VG berichtete. Die Gesamtzahl basiert auf Daten, die TV2 direkt von den zehn größten Hochschulen des Landes erhalten hat.

Bildungsministerin: Noten sollten die echte Kompetenz widerspiegeln

An der Inland Norway University of Applied Sciences wurden im Jahr 2025 33 Studenten beim Betrug erwischt. Einundzwanzig davon waren Fälle, bei denen der Verdacht auf KI bestand, berichtete NRK Forhold. Auch an anderen Hochschulen registrierten die Verantwortlichen zahlreiche KI-Betrugsfälle. Dazu gehörten die Universität Oslo (52 Verdachtsfälle), OsloMet (24), die Universität Agder (24), die Universität Bergen (21), die Universität Südost-Norwegen (21) und die Universität Tromsø (8), wie TV2 berichtete.

„Die Zahl der Studenten, die wegen Betrugs mit KI erwischt werden, steigt. Betrug ist nicht erlaubt und muss Konsequenzen haben“, sagte Sigrun Aasland, Ministerin für Forschung und Hochschulbildung. Prüfungen müssten zeigen, was Studierende tatsächlich wissen. „Die Gesellschaft muss darauf vertrauen können, dass die Noten die Kompetenz widerspiegeln.“ Aasland betonte zugleich, dass sich die Mehrheit der Studenten an die Regeln halte.

Expertengremium fordert mehr mündliche Prüfungen

Aasland forderte die Hochschulen auf, die Empfehlungen eines neuen Expertengremiums umzusetzen. Das schlägt unter anderem eine Reduzierung von Hausprüfungen und eine stärkere Nutzung von Uni- und mündlichen Prüfungen vor. Das Gremium sprach sich laut TV2 auch gegen den Einsatz automatischer KI-Erkennungssoftware aus, da diese die Rechtssicherheit der Studierenden gefährden könne.

Der Umgang mit KI in der Hochschulbildung stellt weltweit eine Herausforderung dar. Eine Umfrage der Plattform Study.com aus dem Jahr 2024 ergab, dass 89 Prozent der befragten Studierenden angaben, ChatGPT für Hausaufgaben genutzt zu haben. Gleichzeitig kam es wiederholt zu Fällen, in denen Studierende fälschlich beschuldigt wurden, KI verwendet zu haben.

Experten betonen daher, dass Hochschulen nicht nur Wege finden müssen, KI-Missbrauch zu erkennen. Sie sollen auch Lern- und Prüfungsformate entwickeln, die ehrliches Arbeiten fördern. Viele Fachleute empfehlen, den Fokus stärker auf Verständnis, ethische Nutzung und klare Richtlinien zu legen. (Redaktion)

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