Die Gemeinde Röhrmoos steuert auf 18 Millionen Euro Schulden zu

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Röhrmoos

Kommentare

Die Gemeinde Röhrmoos ist so verschuldet wie noch nie. © Monika Skolimowska/dpa

Der Haushalt 2026 erfordert neue Kredite von 6,75 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Röhrmoos steigt damit bis Jahresende auf 2593 Euro.

Röhrmoos – So hoch verschuldet wie derzeit war die Gemeinde Röhrmoos noch nie. Das kam bei der Vorberatung des Gemeindehaushalts im Haupt-, Finanz- und Sozialausschuss zu Tage, dessen Mitglieder dem Gemeinderat nach eingehender Diskussion einstimmig empfohlen haben, bei der Sitzung am Mittwoch, 28. Januar, dem Rekord-Haushalt 2026 mit einem Volumen von insgesamt 28,1 Millionen Euro zähneknirschend zuzustimmen.

Aufgrund größerer Investitionen steigen die Gemeindeschulden von 4,18 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 6,49 Millionen Euro in diesem Jahr. Doch damit nicht genug: Die Gemeindeschulden erhöhen sich entsprechend der Finanzplanung 2027 abermals kräftig auf 16,7 Millionen Euro und erreichen 2028 mit 18 Millionen Euro sogar fast eine Verdreifachung von 2026. Darüber sind weder die Gemeinderäte noch Kämmerer Günther Reil und der aus dem Amt scheidende Bürgermeister Dieter Kugler glücklich, denn das bedeutet einen Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro zum Jahresbeginn 2026 hin zu 2593 Euro zum Jahresende 2026.

Schulden steigen 2028 auf 18 Millionen Euro

Der Rekord-Haushalt 2026 mit einem Gesamtvolumen von 28,1 Millionen Euro erfordert eine Kreditneuaufnahme in Höhe von 6,75 Millionen Euro. Weitere neue Schulden in Höhe von 2,1 Millionen Euro müssen 2027 gemacht werden. Erst 2028 will die Gemeinde ohne weitere Neuverschuldung auskommen.

Die im obengenannten Ausschuss vertretenen Gemeinderäte wollen trotz der hohen Verschuldung nicht an der Grundsteuer A und B sowie an der Gewerbesteuer rütteln. Zum empfohlenen Gemeindehaushalt 2026 stellte Kämmerer Reil fest: „Die Zuführung an den Vermögenshaushalt im Jahresergebnis für 2026 wird voraussichtlich zum Ausgleich der ordentlichen Tilgungsausgaben reichen. Darüber hinaus fehlen weiterhin die Mittel zur Finanzierung anstehender Investitionsmaßnahmen. Die Ausgaben hierfür liegen unverändert auf hohem Niveau. Allerdings müssen aufgrund der nicht vorhandenen Selbstfinanzierungskraft und fehlender Rücklagen – wie in vielen anderen Kommunen – neue Schulden aufgenommen werden. Der höchste Schuldenstand im Finanzplanungszeitraum wird mit rund 18 Millionen Euro am 1. Januar 2028 erwartet.“

Lage könnte sich noch weiter verschärfen

Laut den Kommunalen Spitzenverbänden in Bayern deuten alle Prognosen darauf hin, dass sich die Situation der Kommunalfinanzen in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. „Auch die Einnahmen aus dem Sondervermögen des Bundes werden die kommunale Finanzkrise nicht lösen“, unterstreicht Reil. Nach Ansicht des Bayerischen Städtetages, so der Kämmerer weiter, habe die finanzielle Schieflage ihre Ursache in den hohen Sozialausgaben und im verlangsamten Mehraufkommen bei den Steuereinnahmen. „Die allgemeine Finanzausstattung der Kommunen muss gesichert sein, um die soziale, schulische und technische Infrastruktur gewährleisten zu können. Sollte dies nicht gelingen, werden schmerzhafte Einschnitte, vor allem bei freiwilligen Leistungen zu beklagen sein“, warnte der Kämmerer.

Ein Blick auf den Vermögenshaushalt zeigt, dass zu den Hauptausgaben der Gemeinde der Kinderhausbau in Biberbach mit 6,1 Millionen Euro zählt. Aber auch Tiefbaumaßnahmen von über 4 Millionen Euro, die größtenteils im Zusammenhang mit dem Gymnasiumbau stehen, belasten die Gemeindekasse stark.