Trotz Böller-Verbotszone: Wenn es an Klinik, Tankstelle und Seniorenheim kracht

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Eine abgebrannte Feuerwerksbatterie liegt auf einem Parkplatz. (ySmsbolbild) © Pia Bayer/dpa

Nahe Krankenhaus und Pflegeheim in Ebersberg ging offenbar Feuerwerk hoch. Das Sprengstoffgesetz verbietet das eigentlich in unmittelbarer Nähe solcher Einrichtungen. Die Polizei tut sich schwer, in einer einsatzreichen Nacht auch das noch zu kontrollieren.

Die zurückliegende Neujahrsnacht weckte bei einer Ebersbergerin ungute Erinnerungen ans vergangene Jahr: Damals brannte, vermutlich feuerwerksbedingt, gegen 1 Uhr früh ein Holzschuppen am Seniorenheim Pichlmayr in Ebersberg. Für die Rettungskräfte ein zunächst undurchschaubares Szenario mit Horrorpotenzial, das eine vorsorgliche Großalarmierung auslöste. Zum Glück ging die Sache verhältnismäßig glimpflich aus: Statt der zunächst befürchteten mehr als 30 Rauchgasopfer meldete die Polizei sechs Leichtverletzte.

Was die Leserin so ärgert: Zwischen den Reihenwohnhäusern am Guffertweg ging auch heuer wieder lautstarkes Feuerwerk hoch. „Angrenzend an die Esso-Tankstelle, also in unmittelbarer Nähe sowohl des Krankenhauses als auch des Pflegeheimes“, schreibt die Frau der Redaktion. Und das, Diskussion ums Böllerverbot hin oder her, sei aus guten Gründen verboten, was aber offenbar „nicht hinlänglich bekannt“ sei.

Verboten ist das Böllern an gefährdeten Gebäuden - aber laut Polizei schwer zu kontrollieren

Tatsächlich verbietet das Sprengstoffgesetz „das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen“. Davon sind an fraglicher Stelle gleich drei in der Nähe. Aber in „unmittelbarer Nähe“?

Ein dehnbarer Begriff, bedauert Polizeihauptmeister Simon Barnerßoi von der Polizei Poing. „Wir schauen nicht untätig zu“, betont er. Das Verbot sei aber schwer durchzusetzen und Verstöße, eine Ordnungswidrigkeit, noch schwerer zu ahnden: Wer aus einer Gruppe hat geböllert? Ist eine Ausrede glaubhaft? Für die Beamten schwer nachzuvollziehen. Stephan Raab, Vize-Polizeichef in Ebersberg, sagt über die an Silvester ohnehin angespannte Personallage: „Wir haben das auf dem Schirm. Aber den Schwerpunkt bildet die Einsatzbewältigung.“ Akutes Notrufgeschehen habe auch an Silvester Vorrang vor Verbotskontrollen.