Die FWG Bayrischzell kritisiert die Online-Darstellung der Gemeinde als „Eventlocation". Die Kandidaten wollen den Tourismus behutsam in die richtigen Bahnen lenken.
Bayrischzell – Allein schon aus Altersgründen sind den Gemeinderatskandidaten der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) Bayrischzell die sozialen Medien nicht fremd – im Gegenteil. Doch das, was im Internet teilweise über ihren Heimatort geschrieben wird, können auch die Jüngsten auf der Liste nicht mehr nachvollziehen. So werde Bayrischzell hier mitunter als „Eventlocation“ angepriesen. Eine Entwicklung, die dem Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ längst nicht mehr gerecht werde, findet die FWG. Auch deshalb hat sie sich für die Kommunalwahl im kommenden März auf die Fahnen geschrieben, den für Bayrischzell „so wichtigen Tourismus behutsam in die richtigen Bahnen zu lenken“.
„Für ein rücksichtsvolles und respektvolles Miteinander in unserem liebenswerten Dorf“ wollen sich die zwölf Kandidaten der FWG laut Pressemitteilung zur Nominierungsversammlung einsetzen. Das „nachdrückliche Engagement für das Wohl der Gemeinde Bayrischzell insgesamt“ stehe für alle im Vordergrund. Dass es ihnen damit ernst ist, würden die Listenbewerber seit Langem in Vereinen und Organisationen beweisen. Nun wollen sie auch im Gemeinderat „unsere wunderschönen Traditionen pflegen und das mittelständische Gewerbe im Ort bei einfühlsamer Weiterentwicklung unterstützen“. Jeder werde sich „nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl der Gemeinde einsetzen“ und dabei auch mit dem Rathaus „positiv und höflich zusammenarbeiten“.
Frau führt Liste an
Besonders stolz ist die FWG auf die fünf Frauen auf der Zwölfer-Liste, da in den letzten Amtsperioden immer deutlich mehr Männer im Gemeinderat vertreten waren. So führt auch eine Frau die FWG-Liste an: die 48-jährige selbstständige Malermeisterin Magdalena Gruber, die laut Mitteilung einen fast 50 Jahre alten, „von Männern dominierten“ Handwerksbetrieb leitet.
Auch in Sachen Alter und Beruf decken die Kandidaten eine große Bandbreite ab. Vom 29-jährigen Hotelmanager Jonas von Mengershausen und dem ebenso jungen Skischulleiter Marius Kornder bis zum 57-jährigen Schreiner Georg Acher und dem 64-jährigen Fuhrunternehmer Hanno Acher. Nicht nur die beiden letztgenannten bringen Gemeinderatserfahrung mit, sondern auch die Zahntechnikerin Regina Bleier (42) und der Heilpraktiker Florian Müller (55).
Dass die FWG Bayrischzell selbstbewusst in den Kommunalwahlkampf geht, zeigt der Schlusssatz im Bericht: „Mit uns im Gemeinderat kann jeder im Dorf der Zukunft optimistisch entgegensehen.“