Freie Wähler: Stadtratsliste Ebersberg droht das Aus

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Abstimmung bei den Freien Wählern. (Symbolbild) © dpa

Nach vier Jahrzehnten hört Toni Ried auf. Auch Edi Zwingler tritt nicht mehr an. Die Freien Wähler kämpfen um eine Kandidatenliste für Ebersberg.

Egal, wie man es dreht und wendet: In Ebersberg endet mit der kommenden Stadtratswahl mehr als eine politische Ära. Runde vier Jahrzehnte ist Anton „Toni“ Ried (72) in der Kommunalpolitik aktiv, als Stadtrat und Bürgermeister-Stellvertreter. Kommendes Jahr ist Schluss. „Das habe ich immer gesagt“, so Ried zur EZ am Telefon. Auf der Kreistagsliste steht er auf dem aussichtsarmen neunten Platz. Das Gespräch verläuft kurz, es gehe ihm gesundheitlich seit Monaten schlecht. In die Sitzungen schafft er es deshalb zurzeit nicht. An Wahlkampf sei nicht zu denken.

Das gilt offenbar für den gesamten Ortsverein, dessen Vorstand Toni Ried nominell noch ist, ein Amt, das er ebenfalls zurzeit nicht ausüben kann. „Ich fürchte, sie werden nicht antreten“, sagt er über seine langjährigen politischen Weggefährten bei den Freien Wählern und die Stadtratswahlen im kommenden Jahr.

Zwei der drei Stadträte treten nicht mehr an - Suche nach Liste

Womit wir bei einer weiteren, endenden Ära wären. Eduard „Edi“ Zwingler, 53, Freie-Wähler-Stadtrat seit 18 Jahren, sagt ebenfalls: „Ich trete nicht mehr an.“ Sein Hauptberuf als Gebäudetechniker und Schreiner an der Kreisklinik, die heimische Landwirtschaft und das Privat- und Vereinsleben verdienten mehr Zeit. „Es dürfen andere ran“, sagt er. Nur wer?

Edi Zwingler deutet an, dass man derzeit noch versuche, eine Kandidatenliste für den 8. März zusammenzubekommen. Die Sorge seines Fraktionskollegen Ried will er nicht vorbehaltlos teilen, lässt aber durchblicken, dass es knapp zugeht. Bislang stellen die Freien Wähler drei Stadträte: Ried, Zwingler und Maximilian Fritsch, der auch Zimmerer-Kreisobermeister ist. Fritsch war am Freitag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, was eine erneute Kandidatur und das Gelingen einer Listenaufstellung angeht. Bis zum 8. Januar, 18 Uhr, müsste die Liste bei der Wahlleitung angemeldet werden.

Edi Zwingler sagt über ein mögliches Aus der Freien Wähler in der Kreisstadt: „Freilich fände ich es schade, aber wenn’s nicht ist, ist es nicht.“ Er werde trotz Kandidaturverzichts in der nächsten Wahlperiode weiter in den Stadtratssitzungen vorbeischauen, als Zuschauer. Es stehen wichtige Entscheidungen an, betont er und lacht, bevor er sagt: „Los werdet ihr mich nicht!“