Feuer-Inferno in Schweizer Skiort! Polizei spricht von "mehreren Dutzende Toten"

  • Tödlicher Brand erschüttert Bar "Le Constellation" in Crans-Montana
  • Mindestens 40 Tote, mehr als 50 Verletzte schwer verbrannt
  • "Flashover" könnte Brand ausgelöst haben

Gelöschte Bilder aus Unglücks-Bar nähren schlimmen Verdacht gegen Betreiber

10.08 Uhr: Die Besitzer der Unglücks-Bar "Le Constellation" haben nach der Brandkatastrophe Bilder von den Instagram- und Facebookseiten der Bars gelöscht. Wie die Schweizer Finanznewsseite "Inside Paradeplatz" berichtet, verschwanden mehrere Bilder von den Seiten, die die Decke zeigten. Diese war laut Videos und Augenzeugenberichten mit einer Schallisolierung verkleidet. In einem Interview mit FOCUS online hatte der Brandschutzexperte Markus Knorr angegeben, dass die brennend von der Decke tropfende Verkleidung einer der Hauptgründe für das Flammeninferno war. 

Die Löschaktion wirft daher den brisanten Verdacht auf, dass die Bilder vor allem entfernt wurden, um die Bilder der leicht entflammbaren Deckenverkleidung zu verbergen. Das Material soll in großen Teilen des Untergeschosses der Bar verwendet worden sein. Wie "Inside Paradeplatz" angibt, ist die Verwendung aber auch in der Schweiz "entsprechend verboten".

Foto soll den Moment zeigen, als das Feuer startete

07.59 Uhr: Ein Foto, das einer der Überlebenden dem französischen Sender BFMTV zur Verfügung gestellt hat, zeigt einen Moment vor der Brandkatastrophe. Darauf zu sehen ist, wie eine Frau mit einem schwarzen Helm zwei Champagnerflaschen in der Hand hält. An diesen sind Wunderkerzen befestigt, die Funken sprühen. Die Frau sitzt auf den Schultern einer weiteren Person, die eine Guy-Fawkes-Maske trägt. Die Wunderkerzen sind dabei sehr nah an der Decke. Das Foto stützt Berichte von weiteren Augenzeugen, die angaben, dass das Feuer von an Champagnerflaschen befestigten Wunderkerzen auf die Decke übergegriffen hatten (FOCUS online berichtete).

Ein weiteres Foto, das der Sender ebenfalls erhalten hat, zeigt, wie die Funken der Wunderkerzen auf die Decke übergreifen, an der vermutlich eine Art Schallisolierung aus Kunststoff angebracht ist.

crans montana
Dieses Bild soll den Moment zeigen, an dem das Flammen-Inferno in der Bar in Crans-Montana begann. X/Twitter

Ersthelfer berichtet vom Horror im Unglücks-Klub: "Menschen lagen am Boden, oberkörperfrei, entstellt, verbrannt"

06.58 Uhr: Gegenüber "20Min" berichtet der 19-jährige Gianni, wie er das Flammen-Inferno erlebte. Er war kein Gast in dem Klub, sondern eilte den Feuerwehrleuten bei den Rettungsarbeiten zu Hilfe. Was Gianni erzählt:

  • "Ich hätte mir nie etwas Schlimmeres vorstellen können als diese Nacht"
  • "Die Rettungskräfte trafen zwar recht schnell ein, kamen aber von weit her. Die Krankenwagen ließen extrem lange auf sich warten. Menschen lagen am Boden, oberkörperfrei, entstellt, verbrannt. Jeder konnte es sehen"
  • "Je weiter wir vordrangen, desto schlimmer wurden die Fälle. Schwerste Verbrennungen. Gesichter waren völlig entstellt, Haare abgefallen. Die Menschen waren schwarz verbrannt, ihre Kleidung mit der Haut verschmolzen"
  • "Manchmal mussten wir Opfer auf den Boden legen und sie quasi zurücklassen, um die anderen aus dem Inneren zu bergen"
  • "Menschen, fast zerstückelt, bewusstlos. Reanimation. Ich habe viele Menschen vor meinen Augen sterben sehen. Man konnte Kinder nicht von Erwachsenen, Frauen nicht von Männern unterscheiden, so schwer verbrannt waren die Menschen. Es war unmöglich, sie zu identifizieren"
  • "Ich bin sicher, ich habe Menschen geholfen. Nur wenige Zivilisten kamen, um zu helfen"
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar)
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar) Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa
  • zu helfen: nur drei oder vier. Die Feuerwehrleute weinten. Es war schlimmer als in einem Horrorfilm."

Überlebende: "Sogar die brennenden Leute haben nicht verstanden, was passierte"

06.28 Uhr: Im TV-Sender BFMTV hat die 17-jährige Laetitia über den verheerenden Brand gesprochen. Sie ist Überlebende des Brandes. Was Laetitita über den Abend erzählt:

  • "Ich bin in die Bar hinuntergegangen, die im Keller war. Und dann hat sich eine Freundin zu mir gesellt, und danach habe ich Feuer gehört. Die Leute haben angefangen zu rennen, also sind wir einfach weggerannt"
  • "Weil es nur eine Tür gab, um hinauszukommen, also ein einfaches Tor für 100 Leute. Alle haben wie verrückt gezittert und ich hab mich unter drei oder vier Leuten wiedergefunden, die gebrannt haben. Überall waren Tote um uns herum"
  • "Ich habe einfach meine Hände hochgehoben und geschrien. Es gab einen Jungen, den ich überhaupt nicht kenne, dem ich von ganzem Herzen danke. Er hat an mir gezogen. Also dank ihm hab ich es geschafft, hinauszukommen. Und dann hat er anderen Leuten geholfen."
  • "Es war furchtbar. Alle waren unter Schock, niemand hat etwas verstanden. Sogar die brennenden Leute haben nicht verstanden, was passierte"

Chefarzt: Viele Verletzte, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist"

06.13 Uhr: Nach dem verheerenden Feuer in Crans-Montana weisen zahlreiche der mehr als 110 Verletzten lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagt. 
Es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde, so Raffoul. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein.

Theorie "Flashover" bei Brandtragödie in Crans-Montana

06.00 Uhr: Über die Brandursache bei der Silvesterparty-Tragödie in Crans-Montana in der Schweiz gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Es kursiert aber eine Theorie, wieso so viele Menschen starben und nicht flüchten konnten. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar, nannte aber keine Quelle für diese These. 

Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte im ARD-"Brennpunkt" das Phänomen "Flashover" als ein "kleines Brandereignis", das die Hitze an die Umgebungstemperatur abgebe - dann sammele sich unter der Decke die Hitze. Dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. 

"Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird."

Im Zuge eines "Flashovers" erfolgt nach Darstellung von Barz ein Temperaturanstieg innerhalb von geringer Zeit, auf etwa 1.000 bis 1.200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Sie betonte: "Das heißt, unser menschlicher Körper ist dafür nicht gemacht." Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben.

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Menschen trauern um die Opfer des Brandes in einem Schweizer Klub. IMAGO / MAXPPP

Abgebrannte Bar warb mit Video für Champagner-Feuerwerk

19.48 Uhr: Die offizielle Ursache für den Brand in der Bar "Le Constellation" ist noch nicht bekannt. Vermutet wird, dass brennende Wunderkerzen, die dort in Champagnerflaschen steckend serviert wurden, das Feuer auslösten.

Ein Werbevideo auf Youtube zeigt, wie in der Bar gefeiert wurde. Dabei sind unter anderem Frauen zu sehen, die Champagner-Flaschen tragen, aus denen brennende Feuerwerkskörper ragen. Teilweise sind auch ganze Eimer zu sehen, aus denen Feuerwerk ragt. Ebensolche sollen bei einer Berührung der Decke der Bar das Inferno ausgelöst haben.

Zweite Pressekonferenz im Ticker

Journalist fragt, ob Champagnerflasche den verheerenden Brand auslöste

17.47 Uhr: Jetzt fragen die Journalisten. Der erste will wissen, ob wirklich eine Wunderkerze in einer Champagnerflasche den Brand auslöste. Außerdem will er wissen, ob die Treppe nach oben womöglich zugestellt war. Die Generalstaatsanwältin sagt: "Das Drama liegt erst wenige Stunden zurück. Ich kann noch nichts bestätigen. Wir wollen die genauen Umstände noch ermitteln." Ein Dementi klingt allerdings anders, denn danach hatte der Journalist auch explizit gefragt.

Die Treppe nach oben aus der Keller-Bar sei "in der Tat eine enge Treppe" gewesen. Man werde "genau prüfen, ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden sind". Ob die Ausgänge frei waren oder nicht, werde auch Gegenstand der Ermittlungen sein.

"Die Lage ist sehr angespannt. Lassen Sie die Fachleute ihre Arbeit machen"

17.43 Uhr: Staatsratspräsident Mathias Reynard ergreift nochmal das Wort, um eine Aktualisierungen im Vergleich zur Vormittags-PK vorzutragen. Er spricht jetzt von 400 Personen, die betreut wurden. Ob dies alles Verletzte aus der Bar sind, sagt Reynard nicht. Wahrscheinlich sind darunter auch andere Beteiligte.

60 Patienten sind im Krankenhaus von Sitten. Andere Opfer seien nach Lausanne, Zürich und weitere andere Kliniken gebracht worden. "Die Lage ist sehr angespannt", sagt Reynard. "Lassen Sie die Fachleute ihre Arbeit machen."

Club in Crans-Montana
"Le Constellation" ist laut Berichten von schweizerischen Medien ein Nachtclub sowie tagsüber ein Café. Die Loungebar war demnach als beliebter "Hotspot" in der Region. Laut einer Bewertungsplattform wird der Bar nur eine sehr schlechte Bewertung beim Thema Sicherheit gegeben, berichtet "20min.ch". dpa

17.40 Uhr: Staatsrat Stéphane Ganzer spricht davon, dass es noch Tage, vielleicht Wochen dauern werde, bis der Sachverhalt komplett aufgeklärt sein werde. Er selbst habe heute Dinge sehen müssen, von denen er dachte, er müsse sie niemals sehen. Ganzer dankt vor allem den Einsatzkräften "unter diesen schwierigen Umständen". "So eine schlimme Katastrophe ist sehr selten und deshalb ist der Einsatz besonders zu loben."

Generalstaatsanwältin: "Heute ist vor allem die Gerichtsmedizin gefordert"

17.38 Uhr: Die Generalstaatsanwältin übernimmt. Sie spricht weiterhin von einer "Verpuffung". "Wir haben mehrere Zeugen angehört und müssen nun die Details vor Ort klären." Heute sei vor allem die Gerichtsmedizin gefordert, damit man den Angehörigen Nachrichten überbringen könne. Die traurige Wahrheit: Es ist noch immer nicht klar, wer die Toten sind und wer schwer verletzt in den Krankenhäusern liegt.

Polizeikommandant: 40 Tote und mehr als 50 schwer verbrannte Verletzte

17.36 Uhr: "Wir gehen davon aus, dass mindestens 40 Personen verstorben sind und mehr als 50 Menschen schwer verbrannt sind", sagt Polizeikommandant Frédéric Gisler.

17.33 Uhr: Der Bürgermeister übergibt an den Polizeikommandanten Frédéric Gisler. "Eine Tragödie ohne Beispiel", sagt er. "Wir haben den Ablauf rekonstruiert." Er beginnt noch einmal, dass es um 1.30 Uhr den ersten Notruf gab. Sofort seien alle Einsatzkräfte mobilisiert worden. Die Feuerwehr habe den Brand "relativ schnell" unter Kontrolle gebracht.

17.31 Uhr: Als nächster ist der Bürgermeister der Gemeinde an der Reihe, Nicolas Féraud. "Sowas haben wir noch nicht erlebt. Wir sind von Angst erfüllt", sagt der Politiker. 

Tote bei Silvesterparty in Crans-Montana
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (l-r), Mathias Reynard, Staatsrat und Präsident des Staatsrates des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis und Frederic Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei, sprechen während einer Pressekonferenz über den Brand in der Bar und Lounge «Le Constellation», bei dem es Tote und Verletzte gab. Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Staatsratspräsident: "Die Identifizierung wird noch schreklich lange dauern"

17.27 Uhr: Nun spricht der Staatsratspräsident Mathias Reynard. "Viele Menschen haben ihr Leben verloren." Wie am Vormittag bringt er seine Solidarität für die Opfer und Angehörigen zum Ausdruck. Wie am Vormittag werden vermutlich die neuen Details durch den Polizeikommandanten und die Generalstaatsanwältin verkündet. "Wir haben noch einiges an Ungewissheit aufzuarbeiten", sagt Reynard. "Die Identifizierung der Toten und Verwundeten wird noch schrecklich lange dauern." Von "schwer verbrannten Menschen" spricht Reynard. Und weiter: "Es sind schreckliche Dinge geschehen, die man sich gar nicht vorstellen kann."

Bundespräsident: "Die größte Tragödie, die die Schweiz je erlebt hat"

17.23 Uhr: "Das Außenministerium hat bereits Kontakt aufgenommen, um mitzuteilen, welche Familien im Ausland betroffen sind", sagt Bundespräsident Parmelin. Er dankt allen Ländern, die Hilfe von Fachleute angeboten haben. Er nennt konkret Deutschland, Frankreich und Italien.

17.20 Uhr: Wie schon am Vormittag gibt es erst einmal einleitende Worte zum Ablauf der Pressekonferenz. Dann übernimmt Guy Parmelin, der erst seit heute Morgen Bundespräsident ist. Auch er spricht von "wirklich dramatischen" Ereignissen. "Wahrscheinlich die größte Tragödie, die unser Land je erlebt hat", sagt Parmelin.

17.15 Uhr: Die zweite Pressekonferenz dieses Tages startet. Nun ist auch der Bundespräsident Guy Parmelin auf dem Podium. Dazu kommen wie heute morgen bereits der Kommandant der Kantonspolizei, Frédéric Gisler, der Staatsratspräsident und die Generalstaatsanwältin.

Unglück in Crans-Montana
Rettungskräfte bei den Aufräumarbeiten nach der Katastrophe in Crans-Montana dpa

Italienischer Außenminister: Gehen von 47 Toten aus

17.04 Uhr: Laut Angaben von Antonio Tajani, Außenminister Italiens wird derzeit von 47 Todesopfern in Crans Montana ausgegangen. Das berichtet "Blick". Tajani will den ganzen Tag mit Schweizer Behörden in Kontakt gewesen sein.

Bislang gibt es keine offiziellen Zahlen zu Toten und verletzten. Um 17.15 Uhr wird es eine weitere Medienkonferenz geben. FOCUS online berichtet live. Folgende Sprecher sind bestätigt:

  • Guy Parmelin, Bundespräsident
  • Mathias Reynard, Staatsratspräsident
  • Stéphane Ganzer, Staatsrat und Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport
  • Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin
  • Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei Wallis
  • Nicolas Féraud, Präsident der Gemeinde Crans-Montana

Viele junge Menschen unter den Opfern

16.23 Uhr: Nach dem tödlichen Feuer im Schweizer Skiort Crans-Montana gehören junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung "24 Heures". 

Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. "Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt." Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. "Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation." 

"Flashover" verursachte laut Behörden Explosionen

14.50 Uhr: Am Nachmittag haben die Behörden in der Schweiz informiert, dass es infolge des Brandes zu einem "Flashover" gekommen sei. Dieser habe mehrere Explosionen zur Folge gehabt, wie "20min" berichtet. Bei dem "Flashover" geht der Entstehungsbrand blitzartig zu einem Vollbrand über und alle brennbaren Oberflächen stehen innerhalb kürzester Zeit in Flammen. 

Video soll Beginn der Brandkatastrophe zeigen

14.15 Uhr: Auf einem Video, das in den sozialen Medien aufgetaucht ist, ist zu sehen, wie die Decke der Bar in Crans Montana Feuer fängt. Auf dem Video, das aus der Bar stammen soll, geht der Deckenbereich direkt über der Bar in Flammen auf. Einige der Besucher realisieren anscheinend die Gefahr und flüchten. Andere scheinen nicht zu verstehen, welche Gefahr ihnen droht und trinken zunächst weiter. 

Dutzende Opfer in Kliniken - teilweise mit "Brandverletzungen am ganzen Körper"

13.26 Uhr: Noch immer werden Brandopfer vom Krankenhaus im Wallis in die größeren Kliniken von Lausanne und Zürich geflogen. Die Opfer weisen größtenteils Rauchgasvergiftungen und schwere Brandverletzungen auf. Ein Verletzter soll ins Klinikum nach Stuttgart geflogen werden. 

Der Leiter der Helikopter-Einsätze der Schweizer Rettungsflugwacht Rega, sagte dem Fernsehsender SRF: "Es zeichnet sich ab, dass junge Patienten unter den Verletzten sind." Auch ein Kinderkrankenhaus sei angeflogen worden.

Augenzeugen: Feuerwerkskerzen an Flaschen setzten Decken in Brand

12.30 Uhr: Mehrere Augenzeugen haben mit dem Portal "24 Heures" über den Moment gesprochen, in dem das Feuer ausbrach. Einer von ihnen, der 19-Jährige Melko, berichtet, dass Feuerwerkskörper an Flaschen die Decke in Brand gesetzt hätten. Dann sei Panik ausgebrochen und die Menschen seien zur einzigen Treppe geströmt, die aus der Keller-Bar führt. 

Die Beschreibung deckt sich mit den Ausführungen einer Zeugin bei "BFM TV". Demnach handelte es sich um Champagner-Flaschen, von denen eine der Decke zu nahe kam. "In nicht mal einer Minute stand die gesamte Decke in Flammen." Die ganze Verkleidung sei aus Holz gewesen. Offenbar hatte Bedienstete die Flaschen aufgetragen, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren.

Augenzeugin sagte Reservierung kurzfristig ab

12.25 Uhr: Eine Augenzeugin erzählt, dass sie eigentlich am Abend in die Bar wollte. Mit 15 Freunden wollten sie feiern, hätten die Reservierung dann aber doch abgesagt. "Wenn ich mir vorstelle, ich hätte da drin sein können", sagt sie. Das Publikum in der Bar sei oft sehr jung. Sie habe die ganze Nacht nicht schlafen können.

Eine andere Frau sucht ihren Sohn und fühlt sich hilflos: "Er ist unauffindbar. Niemand weiß, wo er ist", sagt sie unter Tränen laut "24 Heures".

Erste Bilder aus dem Inneren der Bar

12.15 Uhr: Erste Bilder zeigen das Innere der Bar nach der Katastrophe. Hierbei wichtig: Die Fotos zeigen das Erdgeschoss des "Le Constellation". Das Feuer war im Keller-Bereich der Bar ausgebrochen und griff dann auf den oberen Bereich über.

Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar)
Das erste Bild aus dem Inneren der Bar (hier das Erdgeschoss, der Brand begann im Keller der Bar) Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa
Das Feuer griff auf den oberen Bereich der Bar vom Keller aus über
Das Feuer griff auf den oberen Bereich der Bar vom Keller aus über Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

Bundespräsident Parmelin: "Tiefe Bestürzung"

11.49 Uhr: Der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat seine Neujahrsansprache verschoben. Stattdessen schrieb er auf X: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft."

Anwohnerin: "Wir stehen unter Schock"

11.16 Uhr: Eine Anwohnerin der Bar hat mit dem Schweizer Radiosender "RhôneFM" gesprochen. "Wir hielten das heute Nacht für Feuerwerkskörper", sagt die Frau. Am Morgen habe sie dann von dem Unglück erfahren. "Eine Katastrophe. Wir stehen unter Schock." Sie habe gedacht, das könne doch nicht wahr sein.

Bar "Le Constellation" war der "Place to be"

11.08 Uhr: Die Tragödie ereignete sich in der Bar "Le Constellation". Laut Schweizer Medien beschrieb sich die Bar selbst als "Place to be", vor allem für junge Leute. Sie soll von vielen internationalen Touristen besucht worden sein.

Rund 300 Menschen hatten in der Constellation Bar Platz. Den Betrieb soll es seit 2015 geben, betrieben von einem französischen Ehepaar, das das Lokal kaufte und umgestaltete.

Ein Bild der Bar "Le Constellation"
Ein Bild der Bar "Le Constellation" Le Constellation

Pressekonferenz live: Brandursache noch unklar - offenbar keine Explosion

10.50 Uhr: Die Behörden gehen davon aus, dass auch ausländische Touristen unter den Opfern sind. Von weiteren Spekulationen bitten die Beteiligten aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen abzusehen. Damit endet die Pressekonferenz.

10.43 Uhr: Nachdem der Polizeikommandant von "mehreren Dutzend Toten" sprach, wollen es Pressevertreter noch genauer wissen. Eine genaue Zahl könne vorerst nicht bekannt gegeben werden, so die Antwort. Dafür sei es noch zu früh - genauso für Infos über die Identität der Toten. Auch das zeigt das Ausmaß dieser Katastrophe.

10.41 Uhr: Eine Journalistin fragt, ob die Ermittler schon etwas sagen könnten, ob die Explosion durch Pyrotechnik ausgelöst wurde. Alle Beteiligten auf dem Podium sagen, die Ermittlungen zu diesem Drama seien "noch in einem sehr frühen Stadium". Man könne noch keine genaue Aussage treffen. Es sei aber davon auszugehen, dass es keine Explosion gegeben habe.

Polizei spricht von "mehreren Dutzend Toten"

10.33 Uhr: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud stellt klar, dass ein Terroranschlag absolut ausgeschlossen werden könne. Die Ermittlungen zum genauen Hergang des Unglücks laufen. Die Behörden haben eine "besondere Lage" verhängt, um alle alle Maßnahmen treffen zu können, die es braucht.

10.24 Uhr: Der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler, spricht von "100 Verletzten und mehreren Dutzend Toten". 10 Helikopter und 40 Krankenwagen seien im Einsatz gewesen, heißt es. Schwerstverletzte wurden in umliegende Kliniken gebracht.

"Dramatische Umstände" - Staatsratspräsident spricht sein Beileid aus

10.22 Uhr: Es folgt der Vertreter der Polizei, der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler. Um 1.30 Uhr habe es im Keller der Bar eine Explosion gegeben, sagt er. Sofort seien Notrufe bei den Rettungskräfte eingegangen. Zahlreiche Einsatzkräfte seien zum Ort der Tragödie geeilt. 

10.20 Uhr: Der Staatsratspräsident Mathias Reynard spricht den Opfern und den Angehörigen erst einmal sein Beileid aus. Er lobt die Rettungskräfte und die Solidarität aller Beteiligten. Er spricht von "dramatischen Umständen". "Ein Abend des Feierns wurde zum Albtraum", sagt er weiter.

10.17 Uhr: Jetzt geht es los. Vier Behördenvertreter haben auf dem Podium Platz genommen - darunter ein Vertreter der Kantonspolizei.

10.04 Uhr: Die Pressekonferenz der Schweizer Behörden beginnt offenbar mit leichter Verspätung. Wir werden hier live berichten.

Ehemaliger Besucher spricht von nur einem Fluchtweg

09.55 Uhr: Der Schweizer "Blick" berichtet unter Berufung auf einen ehemaligen Besucher, dass es nur einen Fluchtweg aus der Keller-Bar gegeben habe. Das habe schon damals zu einem mulmigen Gefühl bei ihm geführt. Laut Schweizer Medien brach der Brand im Keller aus, griff dann irgendwann auch auf das Erdgeschoss über.

09.30 Uhr: Gegen 10 Uhr wollen die Behörden laut dem Schweizer Portal "20minuten.ch" neue Informationen bekannt geben.

09.10 Uhr: Mehrere Berichte lassen ein schlimmes Ausmaß der Katastrophe erahnen. Laut "Bild"-Zeitung spricht ein Kantonspolizeisprecher von "vielen Verletzten und vielen Toten". Der Radiosender "RhôneFM" berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen, dass womöglich Dutzende Todesopfer zu beklagen sind. Eine Quelle nannte die Zahl 40.

Am Morgen danach sind noch immer viele Einsatzkräfte vor Ort
Am Morgen danach sind noch immer viele Einsatzkräfte vor Ort dpa

Mehrere 100 Menschen feierten - mehrere Tote in Bar in Crans-Montana

Ursprüngliche Meldung:

Bei einer Explosion in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Die genauen Zahlen sind noch unklar.

Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich mehr als hundert Menschen in dem Lokal auf, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet. 

Ursache der Explosion war womöglich Einsatz von Pyrotechnik

Das Feuer brach gegen 1.30 Uhr aus. Der Polizeisprecher sprach von einer "Explosion unbekannter Ursache". Laut "RhôneFM" könnte der Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts der Grund für die Tragödie sein. Die Ermittlungen laufen.

Das gesamte Gebiet rund um den Unglücksort wurde abgeriegelt und eine Flugverbotszone über Crans-Montana eingerichtet. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie mehrere Hubschrauber waren am Unglücksort im Einsatz.

Mehr als eine Million Übernachtungen

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

Der Schweizer Skiort Crans Montana
Der Schweizer Skiort Crans Montana liegt auf 1.500 Metern und ist als internationales Luxus-Reiseziel bekannt. dpa