Alfred Lange führt mit 86 Jahren die VHS-Wandergruppe durchs Oberland

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Wohin führt die nächste Wanderung? Gemeinsam mit seiner Frau Margit sucht Alfred Lange Routen für künftige Touren der VHS-Seniorenwandergruppe aus. © Seliger

Die VHS Penzberg bietet monatliche Seniorenwanderungen an. Alfred Lange plant mit 86 Jahren noch immer alle Touren selbst.

Wer sich bewegt, bleibt auch im Alter fitter und gesünder. Und wer sich zusammen mit Gleichgesinnten bewegt, hat dabei auch noch mehr Spaß und schützt sich vor sozialer Isolation. Soweit die theoretischen Fakten. Praktisch umgesetzt werden sie bei der Volkshochschule (VHS) Penzberg unter anderem von der Senioren-Wandergruppe. Einmal monatlich treffen sich hier bis zu 30 rüstige Ältere, um gemeinsam zu wandern.

Kopf der Gruppe ist seit vielen Jahren Alfred Lange. Der heute 86-Jährige plant die Wandertouren, probiert sie bei Bedarf vorab aus und sucht passende Gaststätten oder Hütten für das gesellige Beisammensein aus. Denn das gemeinsame Essen und das Ratschen, sagt Lange, seien ganz wichtige Bestandteile jedes Ausflugs.

Seitdem er und seine Frau Margit (heute 76) vor rund 50 Jahren aus dem Rheinland nach München zogen, waren Wanderungen und Bergtouren fester Bestandteil ihrer Freizeit. Als die beiden dann 1997 nach Penzberg zogen, schlossen sie sich der Seniorenwandergruppe der VHS an, die bereits damals existiert habe. Zunächst sei er hier nur einer von vielen Mitwanderern gewesen, erzählt Lange. Doch als die damalige Wanderführerin aus Altersgründen kürzertreten musste, habe er nach und nach die Organisation der Touren übernommen. Und da er aus als jüngerer Mann bereits viele Wanderungen in der Region unternommen habe, kenne er sich gut aus und könne viele Touren ganz ohne Karte planen. Inspirationen für neue Routen holt er sich aus Wanderbüchern oder aus dem Internet.

Die meisten der Teilnehmer seien Rentner, sagt Lange. Viele kämen aus Penzberg und Weilheim, aber auch aus Eberfing oder Feldafing. „Aber es sind auch jüngere dabei, die noch arbeiten.“ Die älteste Wanderin aus seiner Gruppe sei 93 Jahre alt. Sie nehme er auch öfter mit, wenn er eine neue Route vorab alleine gehe und auf ihre Tauglichkeit hin überprüfe.

Älteste Wanderin ist 93 Jahre alt

Einmal im Monat treffen sich alle Mitglieder der Gruppe dann am Vormittag bei ihm zu Hause. Von hier aus werde mit Privatautos zum Start der Wanderung gefahren. Das sei meist im Landkreis Weilheim-Schongau oder in den Nachbarlandkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen oder Garmisch-Partenkirchen. Er selbst habe zwar keine Lieblingstouren, sagt Lange. Bei den Teilnehmern immer wieder beliebt sei aber die Tour von Oderding nach Weilheim an der Ammer entlang oder vom Café Kolb bei Bad Heilbrunn zum Gasthaus Reindlschmiede. „Auch den Kramerplateauweg in Garmisch mögen alle; und den Weg zum Lautersee.“ Lange plant alle Touren so, dass der Hin- und Rückweg etwa ein- bis eineinhalb Stunden dauert. Wanderungen auf Höhenwegen seien in Ordnung. Steile und lange Auf- oder Abstiege meide er aber. Denn natürlich habe der eine oder andere ältere Wanderer Probleme mit Knien und Co. Unfälle oder andere Zwischenfälle habe er bisher aber noch keine erlebt.

Mittags werde immer irgendwo eingekehrt. Denn eine gute Brotzeit gehöre zu jeder Wanderung dazu. „Manchmal sitzen wir hier dann zwei Stunden zusammen“, freut sich Lange, der mit manchen aus der Gruppe auch privat in den Wanderurlaub fährt; etwa nach Südtirol. Überhaupt seien innerhalb der Gruppe längst viele Freundschaften entstanden. Und wer irgendwann zu alt zum Wandern sei, komme gerne per Auto zum jeweiligen Pausenplatz gefahren, um am gemeinsamen Mittagessen teilzunehmen. Gewandert werde das ganze Jahr, betont Lange. Bei schlechtem Wetter werde die Veranstaltung einfach ein paar Tage verschoben. Auch im Winter wird nicht pausiert. Für Dezember plane er etwa eine Tour von Penzberg-Maxkron zum „Hoislbräu“, wo dann eine kleine Weihnachtsfeier stattfinden werde. „Da kommen dann eigentlich alle dazu“, ist er sich sicher. Und nächstes Jahr möchte Lange eine Wanderung über die Sieben Quellen von Oberau nach Farchant unternehmen. „Ich bin schon immer gerne gewandert“, antwortet Lange auf die Frage, warum er in seinem Alter noch so viel auf Schusters Rappen unterwegs ist und diese Touren auch organisiert. Ans Aufhören denke er noch nicht, das wird im Gespräch schnell ganz klar. Im Gegenteil: Er will weiter wandern, „solange es geht“.