Chaos im Afrika-Cup-Finale: Der Senegal protestiert gegen umstrittene Elfmeter-Entscheidung für Marokko. Bayern-Stürmer Nicolas Jackson ist mittendrin im Drama.
Rabat – Das Afrika-Cup-Finale zwischen Senegal und Gastgeber Marokko entwickelte sich zu einem beispiellosen Drama um strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. Bayern-Stürmer Nicolas Jackson, der bis kurz vor Schluss für den Senegal auflief, erlebte hautnah mit, wie sein Team gegen umstrittene VAR-Entscheidungen protestierte und zeitweise das Spielfeld verließ.
Die Kontroverse begann in der Nachspielzeit, als dem Senegal zunächst ein vermeintlicher Führungstreffer aberkannt wurde. Nach einer Ecke von links hatte Abdoulaye Seck den Ball ins Tor geköpft, nachdem er Achraf Hakimi leicht geschubst hatte. Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala entschied jedoch auf Offensivfoul und pfiff das Tor zurück.
VAR-Entscheidung sorgt für Aufruhr im Finale
Wenige Minuten später folgte die nächste umstrittene Szene: Nach VAR-Überprüfung erhielt Marokko einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Brahim Diaz im Strafraum von El Hadji Diouf an der Schulter berührt worden war. Für Schiedsrichter Ndala war der Kontakt ausreichend für einen Strafstoß. Die senegalesischen Spieler sahen dies völlig anders und protestierten vehement gegen die Entscheidung.
Die Situation eskalierte derart, dass die Senegalesen aus Protest minutenlang die Fortsetzung des Spiels verweigerten. Die Spieler gingen sogar aus Protest in die Kabine. Auf dem Platz entstanden tumultartige Szenen, während die Diskussionen nicht abrissen und der Elfmeter zunächst nicht ausgeführt werden konnte.
Mittendrin in diesem Chaos befand sich Nicolas Jackson, der kurz vor den kontroversen Szenen ausgewechselt worden war. Der Bayern-Stürmer diskutierte nach seiner Auswechslung heftig mit Marokkos Trainer Walid Regragui am Spielfeldrand. Die Emotionen kochten bei allen Beteiligten über, während das Finale durch die Schiedsrichter-Entscheidungen überschattet wurde.
Erst durch das Eingreifen von Kapitän Sadio Mané und Trainer Pape Thiaw konnten die senegalesischen Spieler zur Rückkehr auf den Platz bewegt werden. Die Mannschaft hatte zwischenzeitlich komplett den Protest-Modus aktiviert und das Spielfeld verlassen, was zu beispiellosen Szenen im Afrika-Cup-Finale führte. Den folgenden Elfmeter lupfte Brahim Diaz in die Arme des früheren Welttorhüters Edouard Mendy, woraufhin es in die Verlängerung ging.
Das Drama um die VAR-Entscheidungen überschattete ein bis dahin ausgeglichenes Finale zwischen den beiden afrikanischen Topnationen. Für Gastgeber Marokko war es die Chance auf den ersten Afrika-Cup-Titel seit 1976, während der Senegal als Titelverteidiger antrat. Die umstrittenen Szenen warfen jedoch Schatten auf das prestigeträchtige Endspiel. (ck)