Neujahrsempfang in Miesbach: Zusammenhalten im Stresstest

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Voller Saal: Viele Besucher waren zum Neujahrsempfang der Stadt Miesbach in den Waitzinger Keller gekommen. © Stefan Schweihofer

Der Jahreswechsel ist in Miesbach nun abgeschlossen. Die Stadt lud zum Neujahrsempfang die Vertreter von Behörden, Vereinen, Organisationen sowie ehrenamtlich Aktive ein, um mit ihnen und guten Wünschen in das Jahr 2026 zu starten. Dabei erhielt der beim Trachtenverein aktive Stefan Baumgartner den Kulturpreis der Stadt.

Der Neujahrsempfang in Miesbach ist ein Termin, der auch auf die umliegenden Gemeinden ausstrahlt. So waren neben den Vertretern von Behörden, Organisationen, Kirche, Betrieben und Vereinen auch aus den Nachbarkommunen die Bürgermeister Jens Zangenfeind (Hausham), Franz Schnitzenbaumer (Schliersee), Leonhard Wöhr (Weyarn) und Klaus Meixner (Irschenberg) gekommen, dazu Landrat Olaf von Löwis und Miesbachs Altbürgermeisterin Ingrid Pongratz, Zweite Bürgermeisterin Astrid Güldner sowie aktive und ehemalige Stadtratsmitglieder.

Die Kommunalpolitik saß in der ersten Reihe, doch der Weltpolitik gehörte der erste Aufschlag. Bürgermeister Gerhard Braunmiller skizzierte die geopolitische Lage so: „Die Präsidenten aus den USA und Russland verunsichern uns.“ So sei gerade die Präsidentschaft von „Superman Trump“ ein „Stresstest für Europa“. Und Europa müsse nun reagieren, denn die USA würden wegfallen. „Hoffen wir also auf Frieden und Zusammenhalt in Europa.“

Immer neue Herausforderungen

Dabei werde die Gesellschaft schon seit Jahren mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert, für die es keine schnellen Lösungen gebe. „Und wer sie verspricht, der führt in die Irre“, stellte Braunmiller fest. Es dauere einfach, bis die beste Lösung gefunden sei. „Das geht nur mit guter Zusammenarbeit.“

Deshalb seien gerade die anstehenden Kommunalwahlen am 8. März besonders wichtig, sagte Miesbachs Rathauschef. „Denn die Bürger stellen die Weichen für die nächsten sechs Jahre.“ Dabei dankte Braunmiller allen Kandidaten, die sich für ein Amt in der Kommune bewerben. Generell zeige ein Blick auf das ehrenamtliche Engagement, dass man „mit Leidenschaft seinen Beitrag leisten kann“.

Beim Blick zurück auf das vergangene Jahr dankte Braunmiller dem Trachtenverein, der das Gaufest ausgerichtet hatte: „Ihr habt ehrenamtlich viel bewegt. Das geht nur mit Zusammenhalt. Danke, dass ihr das alles macht. Davon lebt Miesbach.“

Vieles geschafft

Die Stadt selbst habe 2025 einiges geschafft. So sei der Umbau des Benefiziatenhauses in einen Kinderhort abgeschlossen worden. Der Umbau des Warmfreibads wurde gestartet, und der Bau von 77 Sozialwohnungen Am Gschwendt umgesetzt. Der Bezug soll noch heuer erfolgen. Ebenso gehe es beim Hochwasserschutz in Bergham und Kleinthal („Eines der dicksten Bretter, das ich bohre“) 2026 ebenfalls weiter. Hinzu kämen der Nahwärmeausbau, der 2028 den Marktplatz erreichen und 2029 abgeschlossen werden soll. Dazu gebe es noch große Bau- und Planungsprojekte mit der Erweiterung des Gewerbegebiets Nord sowie der Überplanung von Müller am Baum und dem Wohngebiet am Kreuzberg sowie der Bebauung in Parsberg.

Kulturpreis für Stefan Baumgartner

Braunmillers Ansprache wurde immer wieder durch verschiedene Programmpunkte aufgelockert. So übernahmen Monika Hering (Harfe), Hennes Hering (Akkordeon) und Christian Wolff (Gitarre) als Trio „WoHer“ den musikalischen Rahmen. Ein kurzer Film zeigte unkommentierte Impressionen vom Gaufest 2025 der Miesbacher Trachtler, und die Sternsinger gaben traditionell ihr Stelldichein.

Zum Kulturpreis der Stadt gratulierten Bürgermeister Gerhard Baunmiller (l.) und Kulturreferentin Petra Six Stefan Baumgartner.
Zum Kulturpreis der Stadt gratulierten Bürgermeister Gerhard Baunmiller (l.) und Kulturreferentin Petra Six Stefan Baumgartner. © Stefan Schweihofer

Bevor es zum gemütlichen Teil hinunter in die Gewölbe ging, wo bereits die Brotzeit wartete – gesponsert von der Metzgerei Holnburger, der Weißbierbrauerei Hopf und dem Tegernsee Brauhaus –, wurde abschließend noch der Kulturpreis der Stadt vergeben. Diesmal ging er an Stefan Baumgartner, der sich über viele Jahre hinweg vor allem in der Brauchtumspflege engagiert. Braunmiller lobte das Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion für seine „unverfälschte Pflege unseres Brauchtums“. Er stehe „für gelebte Heimatverbundenheit“.

Baumgartner zeigte sich einigermaßen verlegen angesichts dieser „Lobeshymnen“. Der mittlerweile 65-jährige Ruheständler wünschte sich vor allem den Schneid aller, sich auch weiterhin für die Stadt und den Landkreis zu engagieren – „mit Aufgeschlossenheit und Freude“. Und natürlich Zusammenhalt in der Gemeinschaft.