Edmund Diebold senior ist mit 88 Jahren gestorben

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Schausteller mit Leib und Seele: Edmund Diebold bereicherte viele Jahrzehnte das Indersdorfer Volksfest. © dn

Der Autoscooter-Betreiber prägte das Indersdorfer Volksfest über Jahrzehnte.

Er hat das Indersdorfer und Dachauer Volksfest geprägt und ist mit seinem Fahrgeschäft nicht wegzudenken: Nun ist das Schausteller-Urgestein Edmund Diebold sen. mit 88 Jahren gestorben. Viele Jahrzehnte war er Chef der Schausteller auf dem Indersdorfer Volksfest und brachte mit seinem Autoscooter Generationen an Menschen aus dem Landkreis Dachau zusammen.

Egal, wie schlecht das Wetter gewesen ist, er war immer vorn mit dabei, hat angepackt.

Edmund Diebold sen. wurde in eine Augsburger Schaustellerfamilie geboren, deren Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Als Karussellbesitzer waren die Diebolds anfangs im Raum Augsburg unterwegs. Weil der Vater in Kriegsgefangenschaft war, mussten Edmund und sein Bruder Donat beim Auf- und Abbau helfen. Edmund Diebold sen. war damals neun Jahre alt, erzählt Enkel Florian Diebold, der seinen Opa als „furchtbar fleißigen, fairen und verlässlichen Menschen“ beschreibt. „Egal, wie schlecht das Wetter gewesen ist, er war immer vorn mit dabei, hat angepackt. Er war ein richtiger Antreiber.“

Auch durch sein handwerkliches Geschick zeichnete sich Edmund Diebold sen. aus. Obwohl feststand, dass er im familiären Betrieb arbeiten würde, absolvierte er eine handwerkliche Lehre. Denn „ein Schausteller muss handwerklich was können“, wie er einmal im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärte. Diesen Anspruch lebte er sein Leben lang.

Um 1960 kaufte Edmund Diebold sen. den ersten Autoscooter der Firma Mack für den Familienbetrieb. Dieses Fahrgeschäft blieb bis 2018 im Besitz der Familie. Edmund Diebold sen. war für seine Ideen und seinen Innovationsgeist bekannt, mit dem er auch Maßstäbe setzte. So führte er Chipautomaten im Autoscooterbetrieb ein und war maßgeblich an der technischen Weiterentwicklung der Fahrgeschäfte beteiligt. Auch ehrenamtlich engagierte er sich konstruktiv und kreativ im schwäbischen und im süddeutschen Schaustellerverband.

Eine besondere Verbindung hatte Edmund Diebold sen. mit Indersdorf. 1971 kamen er und seine Frau Rita in die Marktgemeinde und betrieben dort viele Jahrzehnte ihren Autoscooter auf dem Indersdorfer Volksfest. Für viele Volksfestbesucher waren die beiden vertraute Gesichter. Ob beim Einkaufen im Ort oder beim Chipverkauf am Fahrgeschäft: Die Diebolds wurden überall freundlich empfangen und schätzten den persönlichen Kontakt sehr. Besonders das Familienpublikum lag Edmund Diebold sen. am Herzen. Viele Indersdorfer erinnern sich gerne an ihn als stets freundlichen, zugewandten Schausteller, der gemeinsam mit seiner Frau Jung und Alt willkommen hieß. Nicht selten kam es vor, dass Großväter mit ihren Enkeln im Autoscooter saßen, die früher selbst schon bei den Diebolds gefahren waren.

Edmund und Rita Diebold waren den ganzen Sommer über auf rund 15 Volksfesten in ganz Bayern unterwegs – unter anderem auch in Dachau. Das Leben im Wohnwagen machte ihnen nie etwas aus. Den Ruhestand verbrachte das Ehepaar in Augsburg. Das Indersdorfer Volksfest besuchten sie aber auch im hohen Alter regelmäßig, um eine Runde über den Platz zu drehen und anschließend im Festzelt bei Bier und Brotzeit einzukehren.

Vor etwa 20 Jahren übergab Edmund Diebold sen. seinen Familienbetrieb schrittweise an seinen Enkel Florian Diebold. „Die ersten acht bis zehn Jahre war der Opa noch federführend dabei, bis er dann langsam losgelassen und das Zepter an mich übergeben hat“, erinnert sich Florian Diebold. Von seinem Großvater habe er viel gelernt – etwa, Dinge zu erhalten, anstatt sie wegzuwerfen.

„Edmund Diebold merkte man einfach immer an, dass Schausteller zu sein für ihn nicht nur Arbeit bedeutete, sondern dies seine Berufung war, hinter der sich eine große Leidenschaft verbarg“, sagt Josef Schuster jun.. Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Veranstalter des Indersdorfer Volksfestes Diebolds Engagement abseits des Fahrgeschäfts. Mit großem Aufwand stellte er über viele Jahre hinweg zur Volksfestzeit seine historische, von ihm akribisch gepflegte Volksfest-Orgel am Marktplatz oder am Unteren Markt auf, „um den Bürgerinnen und Bürgern eine Freude zu machen“.

Auch als Unterstützer und Ratgeber war Edmund Diebold sen. hochgeschätzt. Schuster erinnert sich dankbar an die Hilfe zu Beginn seiner eigenen Volksfesttätigkeit. „Ohne die Unterstützung und das Engagement von Edmund Diebold und seiner Familie wäre das Indersdorfer Volksfest heute nicht das, was es ist.“

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