Peitings Coach nach Passau-Spiel mit den Nerven fertig: „Bin heute grau geworden“

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Turm in der Schlacht: Peitings Torhüter Andreas Magg (in Rot) machte gegen die Passauer (hier im Duell mit dem dreifachen Torschützen Buster Larsson) zahlrecihe Chancen des Gegners zunichte. © Holger Wieland

Das Heimspiel des EC Peiting gegen Passau war nichts für schwache Nerven. Coach Lanny Gare ist eigenem Bekunden nach um jahre gealtert.

Der Höhenflug des EC Peiting in der Oberliga Süd geht unvermindert weiter. Gegen die Passau Black Hawks feierte der ECP bereits den vierten Sieg in Folge. Weil die direkte Konkurrenz durchwegs Federn ließ, verbesserte sich die Mannschaft von Coach Lanny Gare durch den 7:5 (2:0, 2:2, 3:3)-eimerfolg gegen den Tabellennachbarn aus Niederbayern auf Rang sieben. Der Rückstand auf den sechsten Platz beträgt nur noch einen einzigen Zähler. „Ich bin heute grau geworden“, bekannte Gare nach der extrem spannenden Partie mit sechs Toren im Schlussdrittel. „Wir waren effektiv und haben einen Weg gefunden, dieses wichtige Sechs-Punkte-Spiel zu gewinnen“, strahlte Gare, der das simple Erfolgsrezept des ECP der vergangenen Wochen verriet. „Wir schießen einfach mehr Tore als der Gegner.“

Peitings Torhüter Andreas Magg hält seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden im Spiel

Sein Team tat sich im ersten Durchgang aber noch sehr schwer. Zum Glück wusste der Gegner daraus kein Kapital zu schlagen. „Wir haben das Spiel, aber keine Tore gemacht“, bedauerte Passaus Coach Petr Bares. Die Gäste schossen deutlich öfter auf den ECP-Kasten. Torhüter Andy Magg erwies sich jedoch als Turm in der Schlacht und machte alle Großchancen der Niederbayern zunichte. „Er hat uns im Spiel gehalten“, lobte Gare, der auch Goalie Tommi Steffen nach langer Verletzungspause wieder zur Verfügung hatte, der aber auf der Bank Platz nahm. Was die Chancenverwertung betraf, gingen die Hausherren effektiver zu Werke. Simon Mayr erzielte mit einem verdeckten Distanzschuss das frühe 1:0 (3.). Danach scheiterte Thomas Heger am Pfosten und die Passauer reihenweise an Magg. Mitten in die Drangphase der Black Hawks mit drei hochkarätigen Möglichkeiten innerhalb von zwei Minuten schlagen die Peitinger erneut zu. Einen Konter der ersten ECP-Reihe krönte Carson MacKinnon mit einem platzierten Schuss zum 2:0 (17.).

Gleich in ihrer ersten Unterzahl kassieren die Peitinger einen Treffer

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kassierten die Gastgeber ihre erste Strafzeit und die nutzte Buster Larsson nach nur zehn Sekunden zum 1:2-Anschlusstreffer. In der Folge ging es hin und her. Larsson ließ die große Ausgleichschance für Passau liegen, als er bei einem Penalty an Magg scheiterte (31.). Besser machte es wenig später Daniel Holzmann, der nach einer feinen Einzelleistung das 3:1 markierte (33.). Nur 32 Sekunden sorgte Christian Neuert mit seinem abgefälschten Schuss zum 3:2 aber wieder für Spannung (34.). Keine Zeigerumdrehung später stellte Carson Briere mit dem 4:2 im dritten Nachsetzen aber umgehnd den Zwei-Tore-Abstand wieder her (34.). MacKinnon vergab danach eine Riesenchance, die ECP-Führung auszubauen (39.).

Passau schafft mit Doppelpack von Buster Larsson den Ausgleich

Markus Gretz und Heger vergaben zu Beginn des letzten Durchgangs weitere gute Möglichkeiten für die Hausherren. Das sollte sich rächen. Passaus Larsson, der nach zweimonatiger Verletzungspause zurückkehrte, schaffte mit einen Doppelpack den 4:4-Gleichstand (48., 49.). „Da war es dann ziemlich still auf der Bank“, räumte Gare ein. Mit einem weiteren Distanztreffer während eines Überzahlspiels hauchte Mayr den Peitingern mit dem 5:4 (51.) sofort wieder Leben ein. „Dieses Powerplaytor war extrem wichtig“, urteilte Gare.

Holzmann-Treffer findet keine Anerkennung – Entscheidung durch Empty-Net-Goal

Seine Mannschaft legte durch Markus Czogallik umgehend das 6:4 nach (52.). Die Passauer gaben sich aber nicht geschlagen. Tjalf Deichmann nutzte einen Scheibenverlust des ECP zu einem Konter, den er mit dem 5:6 abschloss (53.). Nach diesem Treffer kassierten die Hausherren eine Strafzeit, die sie aber unbeschadet überstanden. Heger hatte bei einem weiterer Pfostenschuss Pech, genauso wie Holzmann, dessen Tor nach Videobeweis wegen Torwartbehinderung keine Anerkennung fand (58.). Die Gäste nahmen danach ihren Goalie für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Diesen Umstand nutzte Heger, der 24 Sekunden die Scheibe zum 7:5 in den verwaisten Passauer Kasten beförderte.

Statistik

EC Peiting – EHF Passau Black Hawks 7:5 (2:0, 2:2, 3:3)
1. Drittel: 1:0 (2:40) Mayr (Helmel), 2:0 (16:25) MacKinnon (Maylan, Briere). 2. Drittel: 2:1 (20:34) Larsson (Maans, Nazzarett/5-4), 3:1 (32:37) Holzmann (Czogallik, Richter), 3:2 (33:09) Neuert (Maans, Nazzarett), 4:2 (33:44) Briere (Diebolder). 3. Drittel: 4:3 (47:18) Larsson (Nazzarett, Maans), 4:4 (48:31) Larsson (Nazzarett, Maans), 5:4 (50:42) Mayr (MacKinnon, Briere/5-4), 6:4 (51:36) Czogallik (Greil, Gohlke), 6:5 (52:11) Deichmann (Nuss, Stern), 7:5 (59:36) Heger (Maylan, Mayr/Empty-Net-Goal). Strafminuten: Peiting 6, Passau 4. Zuschauer: 556