Langes Gespräch: Was Klopp Kompany in Leipzig mit auf den Weg gibt

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Die Bayern drehen das Spiel in Leipzig – mit Wut im Bauch und einem Edeljoker auf dem Platz. Das Topspiel zeigt, dass sie der Liga längst enteilt sind.

Leipzig – Die Unterredung mit Jürgen Klopp war keine kurze, aber wenn zwei Männer des Weltfußballs sich schon mal treffen, gibt es halt auch viel zu bequatschen. Um „Fußball auf der ganzen Welt“ sei es gegangen, sagte Vincent Kompany nach dem Plausch mit dem RB-Chef in den Katakomben der Leipziger Arena. Dass das fulminante 5:1 (1:1) im Topspiel des FC Bayern gegen Leipzig gar kein Thema gewesen ist, konnte man dem Coach aber dennoch nicht glauben. Zu wild war der Abend, zu beeindruckend der Kampf zurück, zu klar die Botschaft an die Liga: Komme, was wolle – der FC Bayern gewinnt!

Die Bayern jubeln in Leipzig
Die Kompany-Elf hat nach dem Kantersieg gegen RB Leipzig 11 Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund. © IMAGO/Christian Schroedter

„Obwohl das Spiel nicht perfekt war, werde ich es nicht schnell vergessen“, sagte Kompany über die erste Liga-Partie der Saison, in der sein Team mit einem Rückstand in die Pause gegangen war. Dass nach dem 0:1 durch Romelo nicht nur durch Serge Gnabry (50.) und Harry Kane (67.) die Wende gelang, sondern der Tabellenführer durch Jonathan Tah (83.), Aleksandar Pavlovic (85.) und Super-Joker Michael Olise (88.) seine Macht über die Konkurrenz demonstrierte, ließ nicht nur RB frustriert zurück. Kompany schwärmte von „so einem geilen Spiel in der zweiten Halbzeit“ und war vor allem „stolz auf diese Energie“.

Kompany ist „stolz auf die Energie“

Er hatte sie in der Halbzeit selbst entfacht – und zwar in seinem persönlichen Style. Nicht laut war es in der Kabine zugegangen, Hilfsmittel wie „Taktikboard oder Videos“ holte der 39-Jährige auch nicht zur Hilfe. Vielmehr rief er sein Team zu Geduld auf und pushte sie dazu, dass Momentum nach der schwachen ersten Halbzeit kippen zu lassen. Ganze sechs (!) Kilometer mehr liefen die Gäste in der zweiten Halbzeit als RB. Kompany: „Wir sind mit Wut rausgekommen, waren besser, schneller – und die Jungs, die reinkamen, haben alles richtig gemacht.“

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Das galt für alle – also auch Joshua Kimmich, Alphonso Davies, Minjae Kim und Jamal Musiala –, aber vor allem für Michael Olise. Denn der Franzose war in den 33 Minuten auf dem Feld an allen vier Toren beteiligt. Drei Assists und ein Treffer standen am Ende in der Statistik, die natürlich einen Rekord auswies: Als Joker war eine Bilanz wie diese bisher lediglich von Miroslav Klose (2004) und Robert Lewandowski (2015) verzeichnet. Max Eberl: „Er schiebt das Limit immer weiter nach oben. Das ist schon außergewöhnlich.“

Dass man ähnliche Worte allerdings nicht nur über Olise hätte verlieren können, sprach Bände. Die Bayern bestechen derzeit als funktionierende Einheit – und so konnte man es nicht mal als überheblich einstufen, als Kane sagte: „Über die Meisterschaft im März würde ich mich nicht beschweren.“ Zu viel Dominanz gebe es nicht, ergänzte Manuel Neuer: „Wir bleiben auf dem Boden.“ Aber wenn man seit Samstag weiß, dass man Rückstände auch in 45 Minuten in einen Kantersieg umwandeln kann, lässt das die bayerische Brust nur weiter wachsen. Eberl stellte treffend fest: „Wenn wir ins Rollen kommen, ist es schwer, uns zu halten.“ Das weiß die Liga, das weiß inzwischen die ganze Welt. Und Jürgen Klopp sowieso. (hlr, vt, bok)

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