Schweden-Königin Silvia packt aus: 50 Jahre nach München-Terror – Todesangst in der Arena

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Über 50 Jahre schwieg Königin Silvia. Nun enthüllt sie in einem Buch eine bisher unbekannte Terrordrohung bei der Olympia-Abschlussfeier 1972.

München – Königin Silvia (82) bricht nach mehr als fünf Jahrzehnten ihr Schweigen über ein dramatisches Ereignis, das nur wenige Menschen in der Form miterlebt haben. In der deutschen Ausgabe des Buches „Beruf: Königin – Wie Silvia von Schweden die Welt verändert“ der schwedischen Journalistin Ingrid Thörnqvist, berichtet die Monarchin erstmals über eine zweite Terrordrohung während der Olympischen Spiele 1972 in München. Damals arbeitete die gebürtige Heidelbergerin als Chef-Hostess bei den Sommerspielen – und lernte dort auch ihren späteren Ehemann, den schwedischen König Carl XVI. Gustaf (79), kennen.

Königin Silvia erinnert sich an München 1972: 50 Jahre später bekennt sie, Todesangst gehabt zu haben. © IMAGO / United Archives Keystone & Felix Hörhager/dpa

Nur Tage nach dem blutigen Attentat der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ auf die israelische Olympiamannschaft am 5. September 1972, bei dem elf israelische Sportler, ein deutscher Polizist und fünf Terroristen starben, erreichte Königin Silvia während der Abschlussfeier am 11. September eine erschreckende Nachricht. Wie die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet berichtet, wurde gemeldet, dass ein gestohlenes Flugzeug auf dem Weg nach München sei – möglicherweise, um Bomben über dem voll besetzten Olympiastadion abzuwerfen. Königin Silvia saß zu diesem Zeitpunkt in der VIP-Loge, umgeben von 80.000 Zuschauern in der Arena.

Königin Silvia erinnert sich an dramatische Momente während der Olympia-Abschlussfeier in München

Die damals 28-jährige Silvia Sommerlath musste in dieser Extremsituation absolute Ruhe bewahren. „Es war furchtbar“, erinnert sich Königin Silvia in dem Buch, wie die schwedische Zeitschrift Svensk Damtidning schreibt. Eine Evakuierung kam nicht infrage, zu groß war die Gefahr einer Massenpanik. „Das Einzige, was zu tun war, war, die Ruhe zu bewahren“, sagt Königin Silvia. Die Verantwortlichen entschieden sich dafür, das Stadion nicht zu räumen und die 80.000 Besucher nicht über die drohende Gefahr zu informieren.

Wie Autorin Ingrid Thörnqvist gegenüber Bild erklärt, erfuhr sie von der Geschichte durch Helga Heine, die damals als Chef-Hostess eng mit Königin Silvia zusammenarbeitete. Nach einem Gespräch mit der Monarchin bestätigte diese die Ereignisse. Es stellte sich schließlich heraus, dass es sich um einen falschen Alarm handelte: Ein finnisches Passagierflugzeug mit rund hundert Passagieren an Bord hatte technische Probleme, die Radarausrüstung war ausgefallen, und der Pilot hatte sich verflogen. Das Flugzeug landete sicher auf dem Flughafen München-Riem. „Ich habe noch nie darüber gesprochen“, sagt Königin Silvia über jene bangen Stunden der Ungewissheit.

Trotz dieser dramatischen Ereignisse denkt Königin Silvia bei ihren Erinnerungen an München 1972 natürlich viel lieber an den Beginn ihrer großen Liebe. In der VIP-Loge lernte sie damals den schwedischen Kronprinzen Carl XVI. Gustaf kennen – der Funke sprang sofort über. Nur vier Jahre später, am 19. Juni 1976, gaben sich die beiden das Jawort. In diesem Jahr 2026 feiern Königin Silvia und König Carl Gustaf ihre Goldene Hochzeit – ein halbes Jahrhundert gemeinsam an der Seite des schwedischen Volkes. Erst Anfang Januar 2026 veröffentlichte der Palast neue prachtvolle Porträts des Königspaars, um die bevorstehenden Jubiläen zu würdigen. Verwendete Quellen: svenskdam.se, aftonbladet.se, Bild