Drei Windräder könnten bei Tankham entstehen. Das war Thema in der Bockhorner Gemeinderatssitzung.
Bockhorn – Ein Thema, das aufgrund anderer Projekte in der Gemeinde Bockhorn etwas in den Hintergrund gerückt war, beschäftigte nun am Donnerstagabend wieder den Gemeinderat: der Ausbau der Windenergie. Dabei erscheint eine einzige Fläche zwischen dem Weiler Tankham und dem Ortsteil Mauggen als geeignet für einen kleineren Windpark. Ein konkretes Bauvorhaben gibt es aber noch nicht.
Bürgermeister Lorenz Angermaier (FWG) zeigte noch einmal auf, welche Vorranggebiete vom Regionalen Planungsverband München (RPV) für Bockhorn grundsätzlich angedacht sind. Gemäß Wind-an-Land-Gesetz sind bis 2027 1,1 Prozent der jeweiligen Regionsfläche für Windkraftanlagen auszuweisen. Diese Gebiete gelten damit als privilegiert – das bedeutet, dass eine Gemeinde keinen Einfluss auf den Bau von Anlagen mehr hat, wenn sich etwa ein Flächeneigentümer und ein Investor einig darüber sind.
Mit einer sogenannten Verbindlichkeitserklärung ist das gültig, eine Gemeinde muss dann weder bauleitplanerisch aktiv werden, noch hat sie eine Mitgestaltungsmöglichkeit. Damit entscheidet der jeweilige Flächeneigentümer über die weitere Vorgehensweise allein.
In einem Beteiligungsverfahren des RPV gab es vonseiten der Gemeinde keine Bedenken: Das Argument „nicht hier, sondern woanders“ könne nicht gelten, es gebe keine Kollisionen mit Wasserschutz- oder Baugebieten, auch seien keine schützenswerten Tierarten bekannt. Somit bleiben letztlich hinlänglich bekannte, grundsätzliche Bedenken wie etwa die Einstellung zu Windkraft und Klimawandel, wirtschaftliche Überlegungen oder subjektive Aspekte, etwa zum Landschaftsbild.
Mittlerweile, so Rathauschef Angermaier weiter, habe sich die Situation dahingehend verändert, dass eine der beiden Vorrangflächen, das Waldgebiet Köhlholz an der Gemeindegrenze zu Nachbar Fraunberg, „in absehbarer Zeit“ nicht für den Ausbau von Windkraftanlagen genutzt werde. Dies sei die Aussage von Erdings OB Max Gotz, denn diese Fläche sei im Besitz der Heilig-Geist-Stiftung.
Somit bleibt auf dem Gemeindeareal nur noch besagte Fläche bei Tankham. Dort zeigen offenbar einige Flächeneigentümer Interesse am möglichen Bau von maximal drei Windkraftanlagen. „Diese Eigentümer“, so Angermaier, „treten geschlossen gegenüber Projektentwicklern und Betreibern auf. Die Konzentration liegt dabei auf dem Bau regionaler Modelle mit regionalen Betreibern. Das heißt, dass Beteiligungsmöglichkeiten für Bockhorns Bürger sowie eine optimierte regionale Wertschöpfung angedacht sind, eine Unterstützung durch die Gemeinde aber ist nicht erwünscht.“
Das rief Bernhard Stein (CSU), der in der Nachbarschaft wohnt, auf den Plan. „Bevor eine solche Anlage gebaut wird, sollte sich die Gemeinde aber mit einbringen, wir müssen hier einen Fuß in der Tür haben.“ Und Andreas Scharl (FWG) sprach sich dafür aus, beim Bau in jedem Fall an eine Bürgerteilhabe zu denken.
Bürgermeister Angermaier jedenfalls glaubt, dass eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde „sehr wohlüberlegt“ sein müsse. Stattdessen sei aber eine Zusammenarbeit mit der Energie-Vision Erding (EVE) durchaus denkbar.